Geschütz

Geschütz

Geschütz, Feuerwaffe von solcher Schwere, dass sie den Handgebrauch ausschließt, besteht im allgemeinen aus dem Geschützrohr und der Lafette. Man unterscheidet Feld-, Gebirgs-, Belagerungs-, Festungs-, Küsten- und Schiffsgeschütze. Zum kampffähigen Geschütz gehören die Bedienung, das Geschützzubehör und die Munition, zum Fahrbarmachen noch die Protze und Bespannung. Im Festungs- und Seekrieg kommen noch vor: Rahmen-, Kasematten-, Turm-, Panzer-, Bug-, Heck-, Breitseit-, Batterie- und Oberdecksgeschütze. Ausfallgeschütze finden bei Ausfällen aus belagerten Festungen Verwendung (s. Ausfallbatterien). Flankengeschütze sollen Festungsgräben bestreichen oder die Angriffsarbeiten flankieren. Die vor Paris 1870/71 bekannt gewordenen Kruppschen Ballongeschütze hatten 4 cm Seelendurchmesser und sollten die aus Paris kommenden Luftballons beschießen. Boots- und Landungskanonen sind leichte Geschütze, die von Matrosen bewegt und verwendet werden. Nach der Konstruktion rücksichtlich der Gestalt der Flugbahn werden Flachbahngeschütze (Kanonen) und Steilbahngeschütze (Haubitze und Mörser) unterschieden.

Die Geschütze werden aus Gusseisen, Bronze, Stahl oder Schmiedeeisen, auch aus zweien dieser Metalle zugleich gefertigt, z. B. aus Gusseisen mit schmiedeeisernen oder stählernen Ringen oder aus einer Stahlseele mit schmiedeeisernen Ringen, Bronzerohren mit Stahlseele. Die Bohrung des Geschützes heißt Seele, ihr Durchmesser das Kaliber. Die Geschützrohre werden nach ihrem Kaliber benannt; man drückte dies früher nach dem Gewicht ihrer eisernen Vollkugel in Pfunden, 4-, 6-, 12-, 24-Pfünder etc., oder nach dem Durchmesser in Zentimetern, 8, 9, 12, 15 cm etc. (jetzt meist gebräuchlich), oder nach dem Rohrgewicht in Tonnen (jetzt noch in England, engl. T. = 1015,65 kg) aus. Je nachdem die Geschütze von vorn oder hinten geladen werden, nennt man sie Vorder- oder Hinterlader; gezogen sind sie, wenn in die Seelenwand flache Vertiefungen, Züge, spiralförmig eingeschnitten sind, die dem Geschoss eine Drehung um seine Längenachse geben (s. Flugbahn). Die Mittellinie der Seele, Seelenachse, soll mit der Rohrachse zusammenfallen.

Zur Verbindung des Rohres mit der Lafette dienen, abgesehen von den neuesten Konstruktionen, die Schildzapfen, walzenförmige Angüsse zu beiden Seiten des Rohres, deren Achse, Schildzapfenachse, senkrecht zur Rohrachse stehen muss. Der Schnittpunkt beider heißt der Lagerpunkt. Die Lage der Schildzapfen gibt dem Rohr meist Hintergewicht, mitunter auch Vordergewicht, damit es auf der Richtsohle aufliege und ihren Bewegungen folge. Bei alten Rohren fand auch Gleichgewicht statt, um den schädlichen Einfluss des Buckens abzuschwächen. Die Mündung war bei alten Rohren durch den Geschützkopf, bei neueren ist sie durch die Mundfriese verstärkt. Der Teil des Geschützrohres von der Mündung bis zu dem Teil, an dem die Schildzapfen sitzen, Mittel-, Mantel oder Zapfenstück, wird das lange Feld genannt; an das Mittelstück schließt sich nach hinten das Boden- oder Verschlussstück an, das bei älteren Rohren in der Traube endigte.

Henkel (Delphine) dienten, über dem Schwerpunkt der alten schweren bronzenen Rohre angebracht, zur Handhabung. Bei den Hinterladungsgeschützen hat der Verschluss den Zweck, die Seele hinten abzuschließen, den Seelenboden herzustellen. Die hier gebildete Kante heißt die hintere Mündungskante. In der Nähe des Seelenbodens befindet sich entweder senkrecht zur Rohrachse, Oberzündung, das Zündloch, oder es ist in der Rohrachse durch den Verschluss geführt, Keil- oder Zentralzündung. Letzteres geschieht auch in schräger Richtung, Schrägzündung, jetzt meist durch Schlagbolzen. Um dem Geschützrohr beim Schießen die Richtung geben zu können, ist entweder vorn auf dem Kopf, bez. der Mundfriese, oder seitlich des Rohres auf den Schildzapfen etc. ein Korn angebracht. Der zweite Teil der Richteinrichtung am Geschützrohr ist der Aufsatz.

Bei jedem gezogenen Geschützrohr unterscheidet man den Rohrkörper und den Verschluss. Ersterer wird außer von der Seele noch von einer zweiten Bohrung durchbrochen, bei älteren Rohren dem Querloch für den Kolbenverschluss, jetzt dem Keilloch für die Keilverschlüsse; der Schraubenverschluss bedarf dessen nicht. Die äußere Form ist meist konisch, da über dem Ladungsraum das Metall am widerstandsfähigsten sein muss. Im übrigen ist der Zweck des Geschützes für seine Einrichtung maßgebend.

Verschlüsse

Die ersten Verschlüsse der preußischen Kanonen waren der Kolbenverschluss, bei dem der Rohrverschluss durch einen Verschlusskolben und durchgesteckten Querzylinder bewirkt wurde, und der Doppelkeilverschluss, ein in der Diagonalrichtung durchschnittenes Prisma, dessen Keile sich vermöge einer Schraube aneinander verschoben und so den Spielraum zwischen Doppelkeil und Rohr aufhoben. Sie erwiesen sich bei starken Ladungen als zu schwach, auch der einfache Keilverschluss erlitt Verbiegungen, und seine scharfen Kanten wirkten ungünstig auf die Haltbarkeit der Rohre ein. Deshalb erhielten seit den 1870er Jahren die Kanonen wegen ihres großen Ladungsverhältnisses (s. Flugbahn) den im Gegensatz zum Flachkeil- nach Form der hinteren Keilfläche sogen. Rundkeilverschluss.

Rundkeilverschluss der 21 cm-Ringkanone.

Bei dem Rundkeilverschluss der 21 cm-Ringkanone wird durch Drehen der Transportschraube b mittels einer Kurbel, die auf deren Zapfen gesteckt ist, der Verschluss aus dem Rohr herausgezogen oder hineingeschoben; im Notfall kann er auch mittels des Handgriffes c bewegt werden. Zum Schließen wird auf den Zapfen a der Verschlussschraube eine Kurbel gesteckt, bei deren Rechtsdrehung die Verschlussmutter sich um 180° mit dreht, so dass deren Gewinde in das Rohr eingreifen und die Verschlussschraube nun den Keil in das Rohr hineinpressen kann.

Flachkeilverschluss der schweren Feldhaubitze.

Bei den neueren Steilbahngeschützen, z. B. der schweren Feldhaubitze, dem 21 cm-Mörser und dem 21 cm-Bronzemörser, gab man wieder dem Flachkeilverschluss den Vorzug, da die Anstrengungen hier wegen des geringeren Ladungsverhältnisses kleinere sind, als bei den Kanonen.

Fig. 1. Verschlussschraube des 15 cm-Mörsers.
Fig. 2. Schraubenverschluss des 15 cm-Mörsers.
Schraubenverschluss des 15 cm-Mörsers
Fig. 3. Broadwell-Ring.
Broadwell-Ring
Fig. 4. Liderungsring C/73. a vorderer und hinterer Liderungsreifen; b Steg mit Rille c; d hintere Dichtungsfläche mit e Schutzrinnen.
Liderungsring C/73. a vorderer und hinterer Liderungsreifen; b Steg mit Rille c; d hintere Dichtungsfläche mit e Schutzrinnen

Der 15 cm-Mörser und die kurze 21 cm-Kanone haben einen Schraubenverschluss, dessen Einrichtung aus Fig. 1 und 2 hervorgeht. Das stählerne Kammerstück a hat Führung in der bronzenen Verschlusstür g, die sich zum Öffnen des Rohres um das Scharnier c nach links herumdreht. Das Kammerstück enthält eine zylindrische Kammer für die Pulverladung und trägt an seiner vorderen Fläche zur Abdichtung einen Stahlring. Die Gewindestücke an der Außenfläche des Kammerstückes greifen in passende Einschnitte im Rohr und bewirken so den Verschluss. Als Hauptverschlussformen entwickelten sich weiter der Kruppsche Rundkeilverschluss und der Schraubenverschluss nach de Bange, der zuerst in der französischen, dann in der russischen, englischen und anderen Artillerien eingeführt wurde.

Der Lebensnerv ist bei jedem Verschluss die Liderung, die bei Krupp in einem elastischen, an der hinteren Mündungskante des Rohres eingelegten Ring besteht, während de Bange eine plastische Liderung (Asbest mit Hammeltalg) am Verschlusskörper anbrachte; diese wurde vom spanischen Hauptmann Freyre dahin abgeändert, dass statt des plastischen ein elastischer, konischer Ring, der zwischen Stempel und Verschlussschraube zusammengedrückt wird und so die Fuge schließt, angebracht wurde. Bei den Kruppschen Verschlüssen zeigte sich, dass die Form des Ringes sich nach der Höhe der Gasspannung richten müsse. Während man zuerst den Broadwell-Ring (Fig. 3) anwendete, ging man für hohe Gasspannungen zum Liderungsring C/73 (Fig. 4) über.

In jedem Fall sollen die beim Schuss bei a eintretenden Pulvergase den Ring gegen die Stahlplatte des Keiles drücken und so die Fuge schließen. Auch aus den zahlreichen Vorschlägen für Verschlüsse der Schnellfeuergeschütze sind nur wieder die beiden Formen, der Keil- und der Schraubenverschluss, als die geeignetsten hervorgegangen. Für die kleinen Kaliber wird vielfach der Verschluss mit senkrechtem Keilloch in einer der von der Grusonschen Fabrik hauptsächlich ausgebildeten Konstruktionen (Fallblockverschluss) verwendet, doch gebraucht man diesen auch bei schweren Geschützen.

Fig. 5. Fallblockverschluss der 10 cm-Kanone.

Ein Muster solcher Verschlüsse ist am Beispiel der 10 cm-Kanone (Fig. 5) und den Figuren 6–8 dargestellt. Zum Öffnen desselben drückt man den Hebel aufwärts; bei diesem Anheben bewegt sich der Schlagbolzen etwas nach rückwärts, bevor sich der Keil nach unten schiebt. Um die Ladeöffnung völlig frei zu machen, muss der Verschlusskeil sich so weit senken, bis dieser Bewegung durch eine Grenzschraube Halt geboten wird.

Fig. 6–8. Fallblockverschluss für Schnellfeuergeschütze kleiner Kaliber. a Abzugsstange; b Abzugshebel; c Abzugsbolzen; d Spannwelle; e Spannrolle; f Spanndaumen; g Anzug; h Schlagbolzen; i Schlagbolzenfeder; k Gegenschraube; l Auswerfer; m Auswerferbolzen; n Feder des Abzugshebels; o Auswerfnuss mit Feder.

Dieses Senken wird durch den Zapfen der Schubkurbel bewirkt, der in der Schubkurbelnute der rechten Keilfläche (etwa in Verlängerung des Hebels) von hinten nach vorn gleitet. Durch diese Bewegung wird zugleich die Spannung der Spiralfeder bewirkt, indem der mit der Spannrolle verbundene Stift des Spannwellenarmes bei der Senkung des Keiles zu einer Rückwärtsbewegung in der schrägen Spannnute der linken Keillochfläche gezwungen wird. Infolgedessen dreht sich die Spannwelle nach rückwärts und der mit derselben verbundene Spanndaumen nimmt mit seinem vordersten nach oben gerichteten Teile den Schlagbolzen zurück, dessen Bund die Spiralfeder gegen die Gegenschraube zusammenpresst. Hierbei wird der Schlagbolzen so weit zurückgedrückt, dass die Abzugsstange sich mit ihrem Kopf vor den Bund des Schlagbolzens legt und das Vorschnellen desselben verhindert.

Beim Öffnen des Verschlusses wird die etwa im Rohr vorhandene Hülse erst gelockert und dann nach rückwärts hinausgeschleudert. Im Falle ein Versagen oder Nachbrennen stattfand, ist das Öffnen des Verschlusses nicht sogleich möglich, weil die Sperrklinke dies verhindert und erst vorgerückt werden muss. Will man nicht Einzel-, sondern Schnellfeuer geben, so kann man eine am Rohre befindliche Vorrichtung vor dem Schließen darauf einstellen; alsdann erfolgt das Abfeuern sofort, wenn man den Hebel niederdrückt und also den Verschluss schließt. Am Rohr befindet sich außerdem vor der Abzugsvorrichtung die Abzugswelle, der Abzug und die Abzugsschraube, während Abzugsstange a, Abzugshebel b, Abzugsbolzen c sich am Keil befinden. Dieser, in Gestalt eines vierseitigen Prismas, wird durch Führungsleisten im Keilloch geführt und zeigt deshalb an seinen vorderen Kanten schmale, schiefe Flächen. Die obere Keilfläche ist als eine der Patroneneinlage des Rohres entsprechende Auskehlung geformt, ebenso ist die untere mit einer solchen versehen, um den Teilen der Abzugsvorrichtung eine geschützte Lage zu geben, auch weil das Metall dort überflüssig ist und dessen Fortfall der Erleichterung dient. Die einzelnen Teile der Abzugsvorrichtung, soweit sie am Keil befestigt sind, sowie die der Spann-, Schlag- und Auswerfvorrichtungen sind aus der Figur ersichtlich.

Fig. 8. Kruppscher Horizontalkeilverschluss für Schnellfeuerkanonen, in der Mitte waagerecht durchschnitten.

Das Schnellfeuern hat das Schnelladen zur Voraussetzung; um das letztere zu ermöglichen, ist das System der Infanteriepatrone auf das Geschütz übertragen worden; damit wurden die Liderungsmittel im Verschluss und Geschützrohr entbehrlich, und es konnte die Handhabung des ersteren, der gleich dem Gewehrschloss den Mechanismus zum Abfeuern enthält, vereinfacht werden. Auf diesem Grundsatz beruht der Kruppsche Horizontalkeilverschluss für Schnellfeuerkanonen (Fig. 8 und 9). Der Keilkörper A wird mittels der Kurbel E gehandhabt und durch die Verschlussschraube D im Rohr gehalten. Ihr letzter Gewindegang ist jedoch voll, damit dieser gegen den Ansatz des Spannhebels K drückt, der sich um i dreht und hierbei den Schlagbolzen H zurückzieht, indem er die Spiralfeder J spannt; sie schnellt den Schlagbolzen nach vorn, sobald die Nase des Abzugsblattes f in der Verschlussplatte B durch das Abzugsstück C herausgezogen wird; die Abzugsfeder F drückt die Abzugsplatte stets gegen den Spannhebel. Der mit der Wulst g drehbar im Rohr liegende Auswerfer G greift gabelförmig hinter den Bodenrand der Kartuschhülse; seine Nasen h werden in der Nute a des Keils geführt und gedreht, sobald die Wulst b beim Herausziehen des Keils anstößt und die Kartuschhülse aus dem Ladeloch herauswirft.

Fig. 9. Kruppscher Horizontalkeilverschluss (Ansicht von hinten).

Wie in Deutschland Krupp und Gruson ihr System des Keilverschlusses auf die Schnellfeuergeschütze übertrugen, entwickelte sich das französische System de Bange hauptsächlich durch Canet und Maxim-Nordenfelt weiter. Bei letzterem Muster tritt beim Öffnen des Rohres ein mit unterbrochenen Schraubengängen auf seinen Mantel versehener Kolben aus der hinteren Öffnung des Rohres heraus, nachdem seine gereifelten Teile nach einer ¼-Drehung den glatten Teilen seines Lagers im Rohr gegenübergetreten sind. Durch seine nicht unterbrochenen Schraubengänge fest mit dem Träger A (Fig 10 und 11) verbunden, dreht er sich mit dem hinteren Ende um die durch zwei am Bodenstück befindlichen Ösen festgehaltene Achse B, und so lässt sich der Kolben C, sich um die Achse B drehend, um 90° herumschwenken.

Fig. 10. u. 11. Schraubenverschluss für Schnellfeuergeschütze nach Maxim-Nordenfelt.

Diese Bewegung ist nun dadurch ermöglicht, dass das Kolbenlager im Rohr in seinem glatten Teil einen bogenförmigen Ausschnitt D erhält. Der Kolben, anscheinend konisch gestaltet, ist in seinem mit Schraubengängen versehenen Teile walzenförmig, aber von ein wenig verschiedenem Durchmesser, und zwar derart, dass er den größten an dem im Rohrlager befindlichen vorderen Ende hat, sich also mit diesem gegen die Kartuschhülse legt. Diese Anordnung gewährt die Vorteile, dass durch jene Form des Kolbens ein Herausschleudern desselben bei besonders hohen Gasspannungen verhindert wird, und dass an den Schraubengängen des Lagers nicht leicht Verletzungen durch das Einbringen der Kartuschen zu befürchten sind. Die Bewegungen des Verschlusses werden durch den um die Achse F drehbaren Hebel E, die ihn zwischen zwei am Träger des Verschlusskolbens befindlichen Ösen festhält, bewirkt.

Das äußerste Ende des Hebels bildet ein segmentförmiges Triebrad G, das durch eine im Träger angebrachte Öffnung sich in ein ringsherum gezahntes Segment H, dessen Zähne im Verschlusskörper scharf geschnitten sind, einfügt. Das Triebrad des Hebels ist mit einem Sporn J versehen, der so gestellt ist, dass er gegen die Oberfläche des Kolbens anstößt, wenn eine weitere Drehung desselben als ungefähr 90° verhindert werden soll, weil hiermit die Entschraubung ausgeführt ist. Durch das Ineinandergreifen der beiden gezahnten Teile bewirkt die anfängliche Bewegung des Hebels eine Drehung des Kolbens um sich selbst und erlaubt ihm nach ⅓-Drehung aus der hinteren Öffnung des Rohres herauszutreten, da sich nunmehr die entsprechenden Teile am Kolben und im Lager gegenüberstehen. Von diesem Augenblick an bewirkt die weitere Bewegung des Hebels die Drehung des Verschlusses um die Achse B.

In der Mitte des Kolbens befindet sich das Lager für den Schlagbolzen K, und im Inneren ist eine Spiralfeder angebracht, die gegen die starke Spitze des Schlagbolzens drückt, indem sie ihren Stützpunkt in der zwischen Ösen durch die Achse F festgehaltenen senkrechten Muffe L findet. Das Zusammendrücken der Feder wird bei der Drehung des Kolbens bewirkt, der zu diesem Zweck zwei spiralförmige Flächen zeigt, auf denen sich hinter dem Schlagbolzen zwei Vorstände M N befinden. Durch letztere wird der Bolzen verhindert, der Drehbewegung des Kolbens zu folgen, weil der führende Schaft O sich nur in der Längsrichtung bewegen kann. Dieser reicht über den Träger hinaus und endet in einem Haken. Mittels des letzteren kann man den Schlagbolzen nebst Spiralfeder in ihre Stellung vor dem Abfeuern zurückziehen, ohne den Verschluss zu öffnen, wenn etwa der erste Schuss ein Versager war. Der Auszieher P ist um eine Achse Q drehbar, die in zwei Ösen R in der hinteren Rohröffnung ruht; er besteht aus einem starken Arm, der in zwei Auszieherkrallen S am Anfang des Pulverraums endet. Sein Außenteil ist mit einem gekrümmten Sporn versehen, an dem der Arm des Trägers, bevor das Ende der hinteren Rohröffnung erreicht ist, derart anstößt, dass die Auszieherkrallen bis zu dem Ausschnitt im Bodenstück herausragen. Diese Bewegung, allmählich beginnend, um die Hülxe zu lockern, verstärkt sich in solchem Grade, dass jene zuletzt heftig aus dem Geschütz geschleudert wird.

Die Abzugsvorrichtung besteht in einem Aufhalthaken U auf dem Arm V, der sich im Verschlussträger dreht. Ersterer tritt in das Lager W des Schlagbolzens ein, wenn dieser vermittelst der helikoidalen Flächen unter Spannung der Spiralfeder zurückgezogen wird. Das andere Ende des Armes V ist derart gekrümmt, dass es mit dem Ende des Abzugshebels a, der in einem Lager am Bodenstück angebracht ist, in Berührung kommt, während sein äußerstes Ende das Abfeuern bewirken kann. Eine Feder zwingt den Aufhalthaken(-Stollen), stets seine Lage im Lager des Schlagbolzens beizuhalten. Die Abzugssicherung besteht darin, dass der Aufhalthaken am Ende der Verlängerung des Armes sich in einem Falz im Verschlusskolben bewegt, während dieser beim Beginn der Hebelbewegung herausgeschraubt wird. Sobald der Schlagbolzen vermittelst der helikoidalen Flächen zurückgedrückt ist, und in dem Augenblick, in dem der Haken in das Bolzenlager eingreift, tritt ein anderer Haken in einen zweiten Falz b ein und wird in diesem geführt, bis die Rohröffnung geschlossen ist und seine Endstellung sich gegenüber einer Öffnung befindet. Hierdurch treten die beiden Falze in Verbindung und gestatten nun, den Haken so weit herauszuziehen, dass der Schlagbolzen frei wird. Es ist daher ein Abfeuern unmöglich, bevor der Verschluss geschlossen ist.

Wie es notwendig ist, dass der Kolben nicht um seine Achse gedreht werden kann, ehe er nicht genügend ausgeschraubt ist, so muss derselbe, bis er, nach erfolgtem Laden, wieder eingeschraubt werden soll, durch einen Federknopf c, der aus seinem Lager in den Verschlussträger heraustritt, sobald der Kolben um 90° gedreht ist, festgehalten werden. Beim Schließen des Verschlusses ist der Knopf, sobald er gegen die Bodenfläche des Rohres stößt, gezwungen, in sein Lager zurückzukehren und den Kolben loszulassen. Um den Verschlusshebel, wenn es nötig, z. B. beim Marsch, Rückstoß etc. feststellen zu können, sind ein knieförmiger Hebel und andere entsprechende Einrichtungen angebracht.

Bei allen zur Einführung gelangten Verschlüssen, besonders aber bei denen mit waagerechter Bewegung, gestatten die Einrichtungen ein sehr beschleunigtes Öffnen und Schließen, zuweilen öffnet sich der Verschluss auch selbsttätig beim Vorlauf des Geschützes. Ebenso erfolgt mitunter das Abfeuern selbsttätig durch den letzten Handgriff beim Schließen. Das Abfeuern geschieht fast durchweg mittels des Schlagbolzens, bei den größten Kalibern auch wohl auf elektrischem Wege. Bei diesen verwendet man, da die Schwierigkeit der Herstellung brauchbarer Metallhülsen für die Kartuschen mit der Zunahme des Kalibers wächst, auch wohl Beutelkartuschen, in welchem Falle selbstverständlich der Verschluss mit einer Liderung versehen sein muss (z. B. bei den neuen englischen Haubitzen). Dasselbe Verfahren ist bei den französischen Schnellfeuerfeldgeschützen in Vorschlag gebracht, um am Gewicht der Munition zu sparen.

Die Anfertigung der Rohre geschah früher meist in staatlichen Geschützgießereien, jetzt großenteils in Privatfabriken. Bronzene Rohre werden gegossen, stählerne gegossen und geschmiedet. Für den Bronzeguss wird eine Form aus Lehm hergestellt, die, nachdem sie gebrannt ist, in eine Dammgrube senkrecht, mit der Mündung nach oben, eingesetzt wird. Die Rohre werden entweder voll oder über einen die Seele bildenden Kern und über der Mündung um 0,7 bis 1 m länger gegossen, damit der obere Teil des Gussstückes, der in der Regel poröser ist, nicht einen Teil des Rohrkörpers bilde (der verlorne Kopf). Der Rohrblock Kruppscher Stahlrohre wird aus Tiegeln gegossen und dann unter dem Dampfhammer oder Schmiedepressen geschmiedet. Das Ausbohren und Abdrehen der Rohre geschieht durch Bohrmaschinen und Drehbänke, das Ausschneiden der Züge auf einer Ziehbank mit Teilscheibe. Vor ihrer Ablieferung werden die Rohre in bezug auf Abmessungen und Beschaffenheit des Metalls nach festgesetzten Vorschriften untersucht, nächstdem angeschossen, d. h. auf Treffähigkeit und Haltbarkeit erprobt.

Die Bronze war ihrer bedeutenden Zähigkeit wegen ein sehr geschätztes Geschützrohrmetall und kämpft z. B. noch heute in Österreich gegen den Gussstahl an. Hier hatte man den Bronzeguss durch das Uchatiussche Verfahren, dem der Guss in Schalen über einen Kern zugrunde liegt, sehr verbessert; neuerdings wurde die Bronze auch geschmiedet (veredelte Schmiedebronze). Die Bronze (92 Proz. Kupfer, 8 Proz. Zinn) nahe der Seelenwand erhält durch die Verdichtung mittels hindurchgepresster Stempel eine Festigkeit ähnlich dem Gussstahl, daher ihre Name Stahlbronze, und das Rohr auch eine größere Widerstandsfähigkeit gegen den Gasdruck. Auch in Deutschland wurden seit 1878 alle Bronzerohre nach demselben Verfahren als Hartbronzerohre hergestellt. Da jedoch alle Bronze Ausbrennungen beim Schießen sehr ausgesetzt ist, so versah man in Deutschland die bronzenen Geschützrohre mit einem Stahlseelenrohr, hat jedoch jetzt wieder davon Abstand genommen, weil nur noch Geschütze von Gussstahl gefertigt werden sollen. Dieser ist das beste Geschützmetall für alle Geschütze, weil er von den in Betracht kommenden Metallen die größte Festigkeit und Zähigkeit besitzt.

Durch Versuche und Rechnung ist nachgewiesen, dass bei Massivrohren (d. h. aus einem Stück bestehenden) die äußeren Schichten der Wandung durch den Gasdruck in viel geringerem Grad in Anspruch genommen werden als die inneren, und zwar um so weniger, je größer die Metallstärke im Verhältnis zum Seelendurchmesser ist. Eine gleichmäßige Inanspruchnahme aller Schichten der Rohrwandung zum Widerstand gegen den Gasdruck wird dadurch erreicht, dass die äußeren Rohrschichten die inneren in einem von außen nach innen steigenden Druck zusammenpressen. Schiebt man auf eine zylindrische Röhre einen durch Erwärmen erweiterten Hohlzylinder, dessen innerer Durchmesser vorher (in kaltem Zustand) kleiner ist als der äußere der inneren Röhre, so wird beim Erkalten diese zusammengedrückt, jener entsprechend ausgedehnt werden. Zieht man in ähnlicher Weise noch einen dritten Zylinder auf, so wiederholt sich dieselbe Wirkung. Auf diese Weise lässt sich bei richtiger Bemessung der Schrumpfmaße die Spannung der inneren Schichten den obigen Grundsätzen gemäß regeln. Theoretisch wäre es vorteilhaft, dem Rohr möglichst viele Ringlagen zu geben; aus technischen Gründen und praktischen Erfahrungen empfiehlt sich deren Beschränkung auf 1–3 Lagen. Der Geschossraum gezogener Hinterlader wird durch das Geschoss hermetisch abgeschlossen, infolgedessen entwickeln sich bei der Entzündung der Pulverladung Temperaturen von unmessbarer Höhe, welche die stärksten Gasspannungen hervorbringen und die größten Geschossgeschwindigkeiten liefern. Die Rohrkonstruktion muss deshalb darauf gerichtet sein, die Ladung nicht plötzlich an dem Punkt, wo sie liegt, zur Entwicklung kommen zu lassen, sondern sie möglichst weit nach der Mündung vorzuschieben, was auch aus ballistischen Gründen vorteilhaft ist, damit die Rohre nicht überanstrengt werden und springen. Um jedoch außerdem möglichst günstig auf die Haltbarkeit der Rohre zu wirken, hat man die künstliche Metallkonstruktion angewendet und die nach ihren Grundsätzen gefertigten Rohre Ring- oder Mantelrohre genannt. Bei ersteren bildet die Kernröhre, die auch den Verschluss enthält, den Hauptteil und trägt am Ladungsraum bis vor die Schildzapfen warm aufgezogene Ringe, wie die 15 cm-, bez. die lange 15 cm-Ringkanone der deutschen Festungs- und Belagerungsartillerie (Tafel II, Fig. 1) und die großen Kaliber der deutschen Panzerschiffe und Küstenbatterien (Tafel IV, Fig. 5). Die Mantelrohre enthalten dagegen eine verhältnismäßig schwache Kernröhre, die vor dem Verschluss endet, wie es bei den Rohren der deutschen Feldartillerie der Fall ist (Tafel I, Fig. 7); diese haben nur nach einer Richtung, radial, Widerstand zu leisten; bei den Ringrohren tritt der Widerstand in Richtung der Rohrachse, durch den Gasdruck auf den Verschluss, hinzu. Die Kernröhre ist in den aus einem Stück bestehenden Mantel eingeschoben, in dem also auch der Verschluss sitzt. Werden außer dem Mantel noch Verstärkungsringe angewendet, so entstehen Mantelringrohre. Die Kruppsche Fabrik fertigt die kleinen Kaliber als Mantel-, die größeren als Mantelringrohre. Je größer die Widerstandsfähigkeit der Geschützrohre gegen den Gasdruck ist, desto größere lebendige Kraft kann den Geschossen erteilt werden. Man hat diese Widerstandsfähigkeit beim Nickelstahl noch gesteigert und erreichte mit diesem, dass das Springen von Brisanzgeschossen im Rohr ohne Gefahr erfolgen konnte. Der Gussstahl ermöglichte es auch, dass man verhältnismäßig leichte Rohre herstellen und die schwere Artillerie beweglicher machen konnte. Ähnliche Bestrebungen zeigten sich in anderen Staaten.

Sir W. Armstrong fertigte seine Rohre in der Weise, dass er schmiedeeiserne Stäbe von trapezförmigem Querschnitt spiralförmig aufwickelte, über einen Dorn in sich und dann solcher Coils so viele aneinander schweißte, wie die Länge des Rohres erforderte. Über dieses nächstdem abgedrehte Kernrohr wurde eine Anzahl in gleicher Weise hergestellte Ringe, die innen ausgedreht waren, warm aufgezogen und dann schnell abgekühlt (das Aufschrinken). Die neueren englischen Rohre erhalten eine Kernröhre aus Stahl mit mehreren Stahlringen, die in 2–3 Lagen aufgeschrinkt und von denen die von den Schildzapfen bis zur Mündung reichenden untereinander verschraubt sind. Inzwischen hatte Longridge schon 1855 vorgeschlagen, ein dünnwandiges Seelenrohr mit Draht unter gewisser Spannung in vielen Lagen zu umwinden. Da dieses System den Gesetzen der künstlichen Metallkonstruktion entspricht, insofern jede Drahtlage als eine aufgeschrinkte Ringlage aufzufassen ist, so ist es wohl geeignet, den angestrebten Zweck zu erfüllen. Als Russland nach Überwindung vieler technischer Schwierigkeiten 15 cm-Kanonen mit Erfolg hergestellt hatte, ging man hier wie in Frankreich und England zu größeren Kalibern über und stellte derartige Geschütze auch in die Marine ein. In England, wo man die Vorzüge des Nickelstahls nicht anerkennen wollte, stellte man auch Drahtgeschütze von 7,62 cm Kaliber her, deren Rohr bei 19,7 cm Kaliber Seelenlänge nur 308 kg wog und 472 m Anfangsgeschwindigkeit ergab. Das Stahlband, das man hierbei statt Draht verwendete, hatte bei 6,33 mm Breite eine Zugfestigkeit von 173 kg auf das QMillimeter. Auch in Nordamerika fand dieses System, um dessen Entwicklung sich dort Woodbridge und Brown verdient machten, Anwendung. Neuere Versuche, z. B. das dünne Kernrohr mit Segmentstücken einzuschließen, dann die Drahtumwickelung anzubringen und sie mit einem Mantel zu umhüllen, sowie der der Bronce-Segment Wire Wound Gun Co., das innere Rohr nicht aus Stahl zu gießen, sondern aus Stahldraht zusammen zu schweißen, hatten keinen Erfolg. Das nach diesem Verfahren hergestellte Proberohr hielt nur einen um 18.000 Pfd. geringeren wie den kontraktlich festgestellten Druck von 66.000 Pfd. aus, so dass die für den Krieg mit Spanien bestellten 50 Rohre nicht geliefert wurden. Aus solchen Ereignissen sowie daraus, dass aus Russland und Japan, die ebenfalls Drahtgeschütze versuchten, über die Einführung wenig verlautete, dass endlich Frankreich neben solchen Geschützen noch immer Mantelringrohre großen Kalibers (bis 34 cm) und die Feldrohre als Ringrohre aus Fluss- und Puddelstahl herstellte, lässt sich schließen, dass das bei der Drahtkonstruktion gesteckte Ziel: größere Leistungsfähigkeit, geringeres Rohrgewicht, dabei leichtere und schnellere Herstellung sowie geringere Kosten, noch nicht erreicht ist. Die Fabrik Ehrhardt-Düsseldorf wandte zur Herstellung der Geschützrohre ein Presslochverfahren (s. d.) an, durch das dünnwandige Rohre große Widerstandsfähigkeit erhalten. Norwegen hat derartige 7,5 cm-Feldkanonen eingeführt.

Den erwähnten bedenklichen Erscheinungen gegenüber trat bei der Bronze die Eigenschaft der Geschmeidigkeit (d. h. Gegensatz der Sprödigkeit) besonders vorteilhaft hervor. Denn wenn der Stahl auch in bezug auf die anderen Hauptanforderungen an Rohrmaterial, Härte, Elastizität und Festigkeit, sie übertrifft, so stand er doch gerade in der Geschmeidigkeit, d. h. der für ein Rohr so hochwichtigen Eigenschaft, dass die über die Elastizitätsgrenze durch den Schuss verschobenen Teilchen sich zu einem neuen stabilen Gleichgewicht ordnen, erheblich zurück. Hierauf war um so mehr Wert zu legen, als die Wissenschaft inzwischen ein Grundgesetz aus Versuchen abgeleitet hatte, nach dem der Bruch eines Materials durch wiederholte Schwingungen, von denen keine die absolute Bruchgrenze erreicht, herbeigeführt werden kann, wobei die Differenzen der Faserspannungen, welche die Schwingungen eingrenzen, für die Zerstörung des Materials maßgebend sind. Hierauf beruhte, wie auch bei Achsen und Schienen der Eisenbahnen u. dgl. beobachtet wurde, dass durch wechselnde Beanspruchung auf Druck und Zug und durch Erschütterung während der Benutzung das Gefüge und damit die Elastizitäts- und Bruchgrenzen verändert wurden. Dies geschieht an der am meisten angestrengten Faser naturgemäß zuerst und am meisten. Die Widerstandsfähigkeit gestaltet sich bei solchen Veränderungen immer ungünstiger, und sie können dann bei der am meisten angestrengten Faser zum Einbruch führen. Ganz ähnlich gestaltet sich die Beanspruchung im Geschützrohr, dessen sich bei jedem Schuss wiederholende Ausdehnung und Zusammenziehung mit der Zeit eine Einbruchsstelle herbeiführen kann. Kommt es dann bei weiterer Benutzung zum Bruch, so zeigt der durch die dauernde Beanspruchung noch nicht veränderte Teil des Rohrmetalls, der zuletzt die Bruchbelastung trug, ganz das Aussehen eines durch plötzliche Gewalt zerstörten Materials, d. h. eine kristallinische, unebene, zackige Oberfläche, während der dauernd in Anspruch genommene Teil eine glatte Bruchfläche aufweist. Solche Erfahrungen waren wohl mit Veranlassung, dass die Artillerietechniker in Preußen, als es sich nach dem Kriege 1866 um weitere Beschaffung von Feldrohren handelte, nur ungern auf die Bronze verzichteten. In der Tat wurden auch 1870/71 einige bronzene Feldrohre mitgeführt, nachdem Versuche gezeigt hatten, dass sie bei etwa gleichem Gewicht auch gleiche ballistische Leistungen mit den stählernen zeigten und auch die Gasspannungen derselben Ladung gut ertrugen. In den hartbronzenen Feldrohren, die ziemlich dieselbe Leistungsfähigkeit besitzen wie die stählernen, war das Beste erreicht, was von der Bronze erwartet werden konnte, beim Gussstahl aber gelang es, die ihm gemachten Vorwürfe zu entkräften und Material wie Bau des Rohres fortgesetzt zu verbessern. Mag die Bronze manche Vorzüge haben, z. B. auch von den Zersetzungsprodukten der neuen Pulver weniger angegriffen werden als Stahl, so wird dieser doch namentlich in der Widerstandsfähigkeit gegen höchste Anstrengung, auch der jetzt für Feldgeschütze in Österreich versuchten veredelten Schmiedebronze, überlegen bleiben.

Die mechanische Arbeit, die das Rohrmaterial zum Reißen bringt, ist auf anderthalbmal so groß wie bei der Bronze aus den Produkten von Bruchfestigkeit und Dehnung errechnet worden, und diese Rechnung dürfte sich nach den eingetretenen Verbesserungen nach amerikanischen Versuchen durch den Zusatz von Nickel um 15 Proz. günstiger gestalten. Auch die Erfahrung, dass andere Zusätze, wie z. B. von Wolfram, Chrom, die Eigenschaften des Stahles verbesserten, führten dazu, den Nickelstahl zu Gewehrläufen, dann zu Panzerplatten zu verwenden. Die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit des in seiner höchsten Vollendung als Spezialstahl bezeichneten Kruppschen Fabrikats wurde wie bei anderen Stahlsorten durch äußere Härtung (Harveys Verfahren) zunächst bei Panzerplatten mit günstigem Erfolg versucht, dann aber auch auf Geschützrohre angewendet (Gatlings Verfahren).

Geschichtliches – ältere Zeit bis zum Jahre 1870

Fig. 12. Keil- oder Kammerstück.

Über das Alter der Geschütze sowie über das des Schießpulvers fehlen sichere Angaben. Bis jetzt hat sich nur nachweisen lassen, dass der Gebrauch pulverähnlicher Mischungen zum Forttreiben von Geschossen aus Röhren (Feuerwaffen) nicht über den Anfang des 14. Jahrhunderts hinausgeht. Es ist nachgewiesen, dass 1326 in Florenz metallene Kanonen und schmiedeeiserne Kugeln gefertigt wurden. Die ersten Geschützrohre kleinen Kalibers waren geschmiedete Läufe, die größeren wurden aus schmiedeeisernen Stäben mit darübergetriebenen Reifen wie ein Fass zusammengesetzt; in das eine Ende wurde das Bodenstück, durch welches das Zündloch ging, mit einem Zapfen eingeschraubt. Später wurden die Rohre aus Bronze gegossen. Der Hochmeister des Deutschen Ordens, Konrad von Jungingen, ließ 1401 durch den Stückgießer Fränzel zu Marienburg (Westpreußen) eine Geschützgießerei anlegen, deren zu Nürnberg und Augsburg damals schon bestanden. Die ersten gegossenen Geschütze scheinen vorzugsweise Hinterlader gewesen zu sein. Da das damals noch in Staubform angewendete Pulver sich von der Mündung schwer zu Boden bringen ließ, gab man dem Geschütz eine von oben in das Rohr mit der Pulverladung einzusetzende Kammer, die durch Keile festgehalten wurde, daher Keil- oder Kammerstücke (Fig. 12).

Eiserne Rohre scheinen zuerst in der letzten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Schlesien gegossen worden zu sein, der Herzog von Sagan hatte deren bereits 1470; Karl der Kühne verlor 1476 bei Murten eiserne Geschütze. 1486 wurde zu Mons ein schweres Rohr aus aufgewickelten Eisenstäben (»wie man ein Tau aufwickelt«) gefertigt und an Jakob II. von Schottland verkauft. Es steht jetzt in Edinburgh. Die »tolle Grete« von Gent, die 33.000 Pfd. wog und eine Kammer hatte, die 140 Pfd. Pulver fasste, war in gleicher Weise gefertigt; sie blieb 1452 bei der Belagerung von Oudenaarde stehen. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelte sich bald das Geschützwesen zu einer gewissen künstlerischen Blüte. Der Hang zum Ungeheuerlichen führte zu den bekannten Riesengeschützen (die »faule Grete« des Kurfürsten von Brandenburg 1414, »Taube«, »Ungnade«, der »Hahn«, die »böse Else«, »zwölf Apostel«). Anfang des 16. Jahrhunderts lassen sich gewisse Gruppen, wie Kartaunen und Feldschlangen, unterscheiden. Das Bestreben, Hinterladungsgeschütze zu konstruieren, ist niemals ganz eingeschlafen. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts wurden die Einzelheiten der Rohrkonstruktion etc. für das glatte System festgelegt, und bis Mitte des 19. Jahrhunderts war die Artillerie aller Heere ziemlich gleichmäßig mit Kanonen, Haubitzen und Mörsern ausgestattet.

Eine neue Zeit des Geschützwesens beginnt 1840 mit der vom schwedischen Baron v. Wahrendorff, Besitzer der Eisengießerei zu Aker, ausgeführten Herstellung eines glatten Hinterladers. 1846 wurde Wahrendorff durch den italienischen Artilleriekapitän Cavalli angeregt, sein Rohr mit Zügen zu versehen. Letzterer setzte 1847 diese Versuche, bei denen er Geschosse mit zwei Ailetten und zwei Flügeln verwendete, in Turin fort. Ähnliche Züge wurden 1856 in Frankreich als La Hitte-System bei dessen gezogenen Vorderladern eingeführt. In Russland, Italien, Schweden, Dänemark, Belgien wurde um 1860 dies System angenommen. 1852 wurde das Lancaster-Geschütz, dessen Querschnitt elliptisch und dessen Geschoss ein Ellipsoid war, versucht, das dann im Krimkrieg seine Unbrauchbarkeit dartat. 1860 wurde in England das Armstrong-Geschütz eingeführt. Bald aber behauptete man, es sei unmöglich, einen genügenden Hinterladungsverschluss herzustellen, und ging zum Vorderlader über, nach welchem System unter Anwendung des einfacheren Fraser- und Woolwich-Rohraufbaues alle schweren Marine- und Küstengeschütze gefertigt wurden.

Gleichzeitig mit Armstrong trat Whitworth mit einem Hinterlader von eigenartiger Konstruktion auf. Die Seele seines aus Gussstahl gefertigten Rohres zeigt im Querschnitt ein regelmäßiges Sechsseit mit abgerundeten Ecken und hat den ungewöhnlich starken Drall von zwei Umdrehungen auf die Rohrlänge. Letzterer bei einer Geschosslänge von drei Kalibern verursachte mitunter ein Festklemmen des Geschosses, bez. Springen des Rohres. Dies Geschütz, in Nordamerika eingeführt, wurde bald durch die Parrot-Kanone verdrängt. Auf diese Vorderlader, bei denen die Führung des Geschosses durch einen an dessen Bodenkante befestigten Expansionsring stattfand, folgten Konstruktionen von Rodman u. a., die sich während des Bürgerkrieges nicht bewährten. Andere Verbesserungsvorschläge des Fabrikationsverfahrens und der Rohrkonstruktion, die darauf gerichtet waren, die Wirkung der Geschütze durch Erhöhung der Geschossgeschwindigkeit aus einem möglichst langen, aber leichten Geschütz zu steigern, blieben erfolglos. Später kam Kapitän Kolokolzow, Direktor der Gussstahlfabrik in Obuchow, auf die Idee, schwere Rohre bis zu 90 Kaliber Länge für den Belagerungstrain aus mehreren zusammenschraubbaren Stücken herzustellen. Dies Prinzip, das auch Frankreich versuchte und England bei Rohren der Gebirgsartillerie anwendete, ist dadurch hinfällig geworden, dass auch ohnedem den großen Kalibern der Belagerungsartillerie genügende Beweglichkeit gesichert ist.

In Preußen wurden die Versuche mit Hinterladekanonen 1851 begonnen und dabei das Wahrendorffsche Rohr mit Kolbenverschluss zugrunde gelegt, bald aber ging man zu dem Keilverschluss in verschiedenen Formen über, dem dann später als zweite Hauptverschlussform der Schraubenverschluss an die Seite trat. Die ersten Rohre waren von Gusseisen, das sich bald als unbrauchbar für Hinterlader zeigte, daneben von Bronze, die später vom Stahl fast ganz verdrängt wurde. In den Kriegen 1866 und 1870/71 zeigte sich das 1859 zur Einführung gelangte preußische System den Vorderladern überlegen, jedoch erschien es zweifelhaft, ob dies der Fall sein würde, wenn es sich um die damals gestellte Aufgabe, Panzer zu durchbohren, handelte. Beim Vorderlader konnte man die größte Ladung anwenden, ohne die Haltbarkeit des Rohres zu gefährden, in dem völlig abgeschlossenen Ladungsraum des Hinterladers aber entsteht eine durch die unmessbar hohe Temperatur hervorgebrachte Maximalspannung, die das Rohr leicht zersprengt. Diese ließ sich aber durch Verlangsamung der Pulververbrennung, die man durch das prismatische Pulver erreichte, vom Ladungsraum gegen die Mündung hin verlegen. So erhielt man bei größter Rohrschonung die größte Mündungsgeschwindigkeit, und der Sieg des Hinterladesystems war gesichert.

Österreich hatte zwar in dem unglücklichen Feldzug gegen Frankreich und Sardinien 1859 die Vorzüge gezogener Geschütze erkannt, führte das dem französischen La Hitte ähnliche Lenk-System, das weniger schlotternde Geschossführung hatte, ein, hielt aber trotz der Erfahrungen von 1866 den Vorderlader noch bis nach 1870/71 fest.

Neueste Zeit

Seitdem alle Heere nach den Erfahrungen von 1870/71 zum Hinterlader übergingen, haben die durch die verschiedenen Kriegsschauplätze bedingten Geschützklassen der Feld-, bez. Gebirgs-, der Festungs- und Belagerungs- und der Marineartillerie hauptsächlich durch die Ausbildung des Systems der Schnellfeuergeschütze sowie durch die immer mehr ausgedehnte Verwendung der Panzerungen in den letzten Jahren wesentliche Umgestaltungen erfahren. Diese übten wieder Einfluss auf die Fortentwicklung innerhalb der einzelnen Geschützarten, der Kanonen, Haubitzen und Mörser, die dann vielfach zu Änderungen in den Rohrkalibern führte.

1) Die Kanonen (von großer Seelenlänge mit rasantem Schuss) haben ihre größte Kraftleistung in der Marineartillerie (s. unten: Marinegeschütze) mit der Durchbohrung der stärksten Panzerplatten zu zeigen, und diese suchte man zuerst durch immer größere Steigerung der Kaliber zu erreichen. Als man indessen hiermit bei einer gewissen Grenze (etwa 40 cm) angelangt war und die Nachteile der Anwendung so großer Maschinen sich namentlich für die Schiffsartillerie geltend machten, verfolgte man den bereits nebenher betretenen Weg, die vorhandenen Kaliber bis zu ihrer größten Leistungsfähigkeit auszunutzen. Dies erzielte man hauptsächlich durch Vergrößerung der Seelenlängen, durch die man die Ausnutzung einer stärkeren Ladung der inzwischen bedeutend verbesserten Pulversorten und mithin eine Steigerung der Anfangsgeschwindigkeiten erreichte. Man kam dabei von den früheren Seelenlängen im allgemeinen von 22 bis auf 45 Kaliber und darüber. Da nun die Durchschlagskraft des Geschosses beim Auftreffen auf den Panzer hauptsächlich von der lebendigen Kraft abhängt, so ist die große Steigerung der Leistungsfähigkeit auf diesem Weg erkennbar, wenn Krupp bei Seelenlängen von 40 Kalibern (L/40) Anfangsgeschwindigkeiten von 800 m erreichte, während vorher bei L/35 nur 617 m für ein 51,25 kg schweres Geschoss bei 15 cm-Kanonen erzielt wurden. Dem gut ausgenutzten kleineren Kaliber kommt noch zugute, dass sein Geschoss bei gleicher lebendiger Kraft wegen der für das Eindringen in den Panzer günstigeren Form (kleinere Querschnittsfläche) gegen das des größeren im Vorteil ist. Trotzdem und obwohl es in neuester Zeit gelang, auch Schnellfeuergeschütze von großem Kaliber herzustellen, steigerte man in allen Marinen das Kaliber auf 30,5 cm (s. Tabelle IV, S. 708).

Die in der Marine gebräuchlichen Kanonen von mittlerem Kaliber (10,5–17 cm) haben durch ihre Einrichtung zum Schnellfeuer eine erhöhte Bedeutung für die Schiffsausrüstung als Breitseitgeschütze gewonnen. Die kleinen Kaliber erlangten als Schnellfeuergeschütze zuerst in der Marineartillerie die höchste Wertschätzung dadurch, dass man zur Abwehr der Torpedoboote die Schiffe mit Revolverkanonen ausrüstete, und zwar zeigte sich das Kaliber von 3,7 cm als das geeignetste. Demnächst wurden auch die Kaliber von 4,7, 5,3 und 5,7 cm für ähnliche Zwecke verwendet.

Die Kanonen für den Festungskrieg haben sich in ähnlicher Weise entwickelt. Das Prinzip der Ausnutzung der Kaliber, die Einführung der Schnelllader etc. führten auch hier dahin, dass für die schweren Kanonen, die ihren Standort zu wechseln befähigt sein müssen, wie die Belagerungs- und die Mehrzahl der Festungsgeschütze, das 15 cm-Kaliber als die obere Grenze festzuhalten sei. Solche Geschütze dagegen, wie sie in Landbefestigungen auf festem Standort, in Panzertürmen etc. aufgestellt werden, kann man auch in größeren Kalibern verwenden. In vielen Fällen, in denen man früher das 15 cm-Kaliber für nötig hielt, werden jetzt schon wegen ihrer gesteigerten Wirkung 12 cm-Kanonen ausreichen. Dagegen führte die große Ausdehnung moderner Waffenplätze dahin, zu deren Bekämpfung lange 15 cm-Kanonen von größter Treffähigkeit auf weiteste Entfernung herzustellen. Die kleinen Rohrkaliber von 8–9 cm wurden für den Festungskrieg stets aus der Feldartillerie entnommen; sie wurden zunächst da, wo hauptsächlich eine Kartätschwirkung verlangt wurde, durch die Revolverkanonen (3,7 cm) ersetzt. Wo es sich aber um größere als Kartätschentfernung und nachhaltigere Geschosswirkung handelte, ging man zu den Schnellfeuerkanonen größeren Kalibers (5,3 cm) nach den Konstruktionen von Hotchkiss und Nordenfelt, Canet und Gruson über. Man schützt diese Geschütze in Festungen häufig durch Panzer, und in der Absicht, sie bei improvisierten Befestigungen und zur Verstärkung befestigter Stellungen im Feldkrieg zu gebrauchen, konstruierte man für sie auch fahrbare Panzertürmchen (s. Panzerlafetten).

Die Kanonen für Feldgebrauch, bisher in den Kalibern von 7,5–9 cm und in Rohrlängen von 22–23 Kalibern verwendet, wurden allmählich durch Schnellfeuerkanonen ersetzt. Das Schnellfeuer hat nur Wert, wenn das Rohr nach jedem Schuss ohne weiteres in die alte Lage zurückkehrt, also ein erneutes Richten gar nicht oder nur ein leichtes Nachrichten erfordert, und die hierzu nötigen Einrichtungen, wie Bremsen etc., sind am leichtesten bei den Geschützen anzubringen, die einen festen Standort haben, wie die großen Kaliber, bei denen außerdem schon das eigene Rohrgewicht die Rücklaufsbewegung hemmt. Bei den kleinsten Kalibern war es ebenfalls leicht gelungen, Einrichtungen zu treffen, welche die Rückstoßbewegung des Rohres unschädlich machten; sobald man aber über die Grenze von 6 cm hinausging, zeigte sich die große Schwierigkeit, für Geschütze ohne festen Standort im Kaliber der Feldartillerie eine Lafette herzustellen, bei welcher der Rücklauf nahezu aufgehoben wird (vgl. Lafette). Da man nun die kleineren Kaliber wegen der zu geringen Wirkung des Einzelschusses nicht zum Ersatz der früheren Feldgeschütze geeignet fand und anderseits mit dem größeren Kaliber die Schwierigkeiten in der Lafettenkonstruktion wuchsen, so musste man sich mit einem der kleinsten, bisher in der Feldartillerie gebräuchlichen Kaliber (7,5 cm), bei dem die Wirkung des Einzelschusses noch zureichte, begnügen. Dies konnte man um so eher, als die Leistungsfähigkeit der Feldgeschütze sich durch Einführung von Geschossen mit erhöhter Wirkung, mit verbesserten Zündern etc. gesteigert hatte, und durch Erreichung größerer Anfangsgeschwindigkeiten sowie Feuergeschwindigkeit bei den Schnellfeuerkanonen noch zu erhöhen war (s. Tabelle I u. II, S. 703 u. 707).

Die Eigentümlichkeit des Gebrauchs der Gebirgsgeschütze erfordert, dass ihr Gewicht noch geringer sein muss als das der Feldgeschütze, dass die Schussweiten meist mäßig sein werden, dass dagegen möglichst ausgiebige Geschosswirkung, Schnellfeuer (Streugeschosse) vorteilhaft ist. Als bewegende Kraft werden meist Maultiere (Tragtiere, deren je eins Rohr, Lafette, Munition etc. fortschaffen) verwendet. Durch die Fortschritte der Technik in neuerer Zeit und dadurch, dass das Steilfeuer mit Brisanzgranaten überall in den Vordergrund trat, erkannte man auch die Vorzüge, die leichte Haubitzen für den Gebirgskrieg haben; inzwischen aber kamen die Erfindungen der Maschinengeschütze und -Gewehre, denen im Gebirgskriege in Zukunft häufiger Verwendung in Aussicht steht. So befindet sich denn das System der Gebirgskanonen seit ihrer Einrichtung zum Schnellfeuer überall in einem Übergangsstadium. Früher verwendete man meist die Kaliber der Feldkanonen von 7,5 und 8 cm, gab ihnen indessen zur Erleichterung nur eine Rohrlänge von etwa 1 m und ein Rohrgewicht von etwas über 100 kg; sie erzielten daher auch nur Anfangsgeschwindigkeiten von 250 m. Um größere Leistungsfähigkeit zu gewinnen, zerlegte man die Rohre in zwei Teile und verringerte das Kaliber auf 6,6–6,3 cm. Bei dem englischen Geschütz erreichte man dabei 439 m Anfangsgeschwindigkeit, jeder Teil des Rohres hatte 90 kg Gewicht. Krupp hat Gebirgsgeschütze von 6 cm und solche mit zweiteiligem Rohre von 7,5 cm geliefert; seine Geschütze haben sich in der türkischen Artillerie im türkisch-griechischen Krieg und auch in Ostasien bewährt. In Russland sind Schnellfeuergeschütze des Systems Baranowski von 6,35 cm Kaliber im Gebrauch, womit eine Anfangsgeschwindigkeit von 284 m bei einer Rohrlänge von 1,21 m und Schussweiten von über 4000 m erreicht wurden. Italien hat nach Abessinien Schnellfeuergeschütze von 42 mm Kaliber (Rohrgewicht 87 kg, Rohrlänge etwa 1,5 m, Anfangsgeschwindigkeit 475 m, Schussweite bis 5000 m) gesendet, während Spanien, das zuerst auch ein Schnellfeuergeschütz (System Ordoñez) von 5,7 cm angenommen hatte, solche vom Kaliber des Schnellfeuergeschützes von 7,5 cm, aber mit dem Rohrgewicht von nur 106 kg und einer Anfangsgeschwindigkeit von 275 m Ende der 1890er Jahre nach Cuba schickte. In Frankreich sind Versuche mit einem Schnellfeuergeschütz sehr kleinen Kalibers, das einschließlich 2000 Patronen durch ein Pferd fortgeschafft werden kann, angestellt worden. Nach alledem ist ersichtlich, dass in Zukunft für die Gebirgsartillerie Schnellfeuerkanonen sehr kleinen Kalibers als die zweckmäßigsten zu erachten sind. Aus Österreich-Ungarn, das bisher ein Geschütz von 6,6 cm führte, wird berichtet, dass jetzt ein 7 cm-Geschütz C/99 aus Schmiedebronze mit exzentrischem Schraubenverschluss eingestellt ist.

Die gleichzeitig für Feldgebrauch und zu Belagerungszwecken geeigneten Kanonen hat man erst herzustellen begonnen, als die Kriegserfahrungen einerseits überhaupt eine größere Wirkung des Einzelgeschosses für manche Aufgaben des Feldkrieges als erwünscht und anderseits auch gezeigt hatten, dass letzterer bei der gesteigerten Feuerwirkung aller Waffen oft in den Positionskrieg übergehen werde. Bis dahin besaß nur die russische Feldartillerie in ihrem Batteriegeschütz ein Kaliber von 10,67 cm, das über die sonst üblichen schwersten von 9 cm hinausging; nach dem deutsch-französischen Krieg führte die französische Feldartillerie eine 9,5 cm-Kanone ein, die jedoch bald, als zu schwer, in die Belagerungsartillerie übertrat. Inzwischen erkannte man in allen Artillerien das Bedürfnis an, Geschütze zu schaffen, die, feldmäßig ausgerüstet, den im Feld operierenden Truppen zur Erfüllung gewisser Aufgaben beigegeben, aber auch als leichte Belagerungsgeschütze verwendet werden konnten. Nach längeren Versuchen entschied man sich meist für eine 10,5 oder 12 cm-Kanone, führte solche auch ein und stellte sie dann mit anderen Geschützarten (vgl. unten: Wurfgeschütze) in Formationen ein, die man als Avantgarden-Belagerungstrains, Positionsartillerie, mobile Belagerungsbatteriegruppen oder jetzt schwere Artillerie des Feldheeres bezeichnet.

2) Wurfgeschütze (kurze Kanonen, Haubitzen und Mörser) sind Rohre mit verkürzter Seele, bei denen durch Anwendung verschiedener Ladungen eine mehr oder weniger gekrümmte Flugbahn und dadurch ein Wurf-, bez. Steilfeuer erreicht wird. Zu diesem Zweck werden bei kurzen Kanonen und Haubitzen die der Schießaufgabe entsprechenden Erhöhungswinkel des Rohres und die zugehörigen Ladungen ermittelt, und beide sind im Laufe des Schießens behufs der Korrektur Veränderungen unterworfen. Bei Mörsern wird dagegen der Erhöhungswinkel, wie er der Schießaufgabe entspricht, ein für allemal festgesetzt und, wenn die entsprechende Ladung nicht die richtige war, nur an dieser geändert. Nachdem die ersten Wurfgeschütze des gezogenen Hinterladesystems, die kurze 15 cm-Kanone und der 21 cm-Mörser im deutsch-französischen Krieg erprobt waren, bildete man diese Geschützarten in allen Artillerien weiter aus. Zu weiteren Fortschritten in deren Einrichtung führten zunächst die immer mehr gesteigerte Ausbildung des indirekten Schusses und die wachsende Bedeutung des Wurf-, bez. Steilfeuers, welche die des direkten, rasanten Schusses immer mehr in den Hintergrund drängte. Ein fernerer Grund lag in dem schon unter 1) erörterten Bedürfnis nach leichten Belagerungsgeschützen für den Festungs- wie für besondere Zwecke des Feldkrieges.

In der Tat führte zuerst Russland 1888 einen 15 cm-Feldmörser ein, in den anderen Artillerien erkannte man das Bedürfnis nach einem solchen Geschütz an, entschied sich aber für Haubitzen, die wegen des rasanten Schusses besser neben Kanonen kämpfen, während sie allerdings den Mörsern gegenüber an Geschosswirkung wegen des größeren Kalibers bei gleichem Gewicht zurückstehen. Während man hierbei zunächst den Belagerungskrieg im Auge hatte und 15 cm-Haubitzen in Batterielafetten, z. B. in die mobilen Belagerungsbatteriegruppen Österreichs, die bespannte Fußartillerie Deutschlands einstellte und Frankreich sie mit sechs Pferden schweren Schlages bespannte, um sie auch zum Gebrauch im Felde zu befähigen, ging letzteres 1894 mit der Einführung einer Feldhaubitze, des canon de 120 court, vor. Gleichzeitig brachte es auch zuerst das Rohrrücklaufsystem mit Luftdruckbremse zur Anwendung. Das Stahlrohr wiegt 690 kg, und das Geschütz hat ein Gesamtgewicht von 2365 kg. Das Hauptgeschoss ist ein Schrapnell, 20 kg schwer, mit 630 Hartbleikugeln von 20 g und 280 g Sprengladung. Daneben führt das Geschütz eine 4 Kaliber lange Sprenggranate mit 6 kg Cresylit; Ladungen sind 550, 330 und 220 g Pulver B. C. Die Wirkungsweite ist bis 5500 m gegen 3400 m des russischen Feldmörsers anzunehmen. Dies Geschütz erwies sich für den Gebrauch neben 75 mm-Schnellfeuerkanonen als zu schwer, und hier wie in anderen Artillerien entschied man sich für die leichte Feldhaubitze von 10,5 cm Kaliber. Daneben ging man überall damit vor, die 15 cm-Haubitze als schwere Feldhaubitze auszurüsten und auch die Mörser von 21–22 cm Kaliber in erleichterter Konstruktion herzustellen, um sie in besonderen Fällen der Feldarmee folgen zu lassen. Dagegen rechnet man bei den anderen Geschützen des 21 cm-Kalibers nicht auf einen Platzwechsel; es finden daher in der Festungsartillerie Verwendung: der 21 cm-Bronzemörser, die kurze 21 cm-Kanone auf festem Standort (mit oder ohne Panzerung), die 21 cm-Haubitze (vielfach als Turmhaubitze), auch 28 cm-Haubitzen und Mörser kommen hier vor.

21 cm-Bronzemörser in Belagerungslafette mit Schießrädern

Moderne Feldgeschütze

1) Das deutsche Feldgeschütz 96 ist eine Schnellladekanone, deren Rohr durch einen Keilverschluss geschlossen wird. Behufs Öffnung des Rohres wird nach dem Umlegen der Kurbel der Verschluss mit mäßigem Ruck aus dem Keilloch gezogen. Hierdurch wird nach dem Schuss die Kartuschhülse ausgeworfen, wobei die Auswerfvorrichtung selbsttätig funktioniert. Durch das Schließen des Verschlusses wird die im Verschluss eingelegte Schlagfeder gespannt. Der Keil wird, nachdem er bis zur Begrenzungsplatte in das Rohr geschoben ist, durch die flachgängige Verschlussschraube im Keilloch festgestellt. Ein selbsttätiges Öffnen desselben bei Bewegungen des Geschützes wird durch die Sicherung verhindert, die nur bei geschlossenem Verschluss tätig werden kann. Zu diesem Zwecke wird der Sicherungsbolzen, der auf seinem Kopf die Bezeichnungen »Sicher« und »Feuer« trägt, an diesem etwas herausgezogen und so weit gedreht, bis das Wort »Sicher« leserecht steht, worauf man ihn loslässt. Er schnappt infolge einer Federvorrichtung ein, und es ist dann ein unbeabsichtigtes Losgehen des Schusses unmöglich. Soll gefeuert werden, so wird mit dem Sicherungsbolzen ebenso verfahren, bis das Wort »Feuer« leserecht steht. Der Verschluss enthält somit die Spann-, Abzugs-, Sicherungs- und Auswerfevorrichtung. Eine Abzugsöse dient zum Einhaken der Abzugsschnur.

Das Rohr 96 (Tafel I, Fig. 7) ist ein Stahlmantelrohr von geringerem Kaliber als die frühere Feldkanone und besteht aus dem Kernrohr a, dem Mantel b und dem Verbindungsring c. Das Kernrohr reicht bis an das Keilloch, so dass dieses im Mantel liegt. Der Mantel umgibt den Kartuschraum in dem Kernrohr und reicht über dieses noch bis etwa auf die Mitte der ganzen Rohrlänge. Dort ist der Verbindungsring z. T. auf den Mantel, z. T. auf das Kernrohr geschraubt und stellt so eine feste Verbindung zwischen beiden Teilen her. Das lange Feld A reicht von der Mundfriese E bis an den Mantel, dessen vorderer Teil, das Mantelstück B, den senkrechten Schildzapfen F mit Schildzapfenscheibe G trägt, um den sich das Rohr bei der feineren Seitenrichtung dreht. Rechts oberhalb des Schildzapfens befindet sich der Kornträger J. Das Verschlussstück C (Fig. 7 u. 10) wird von dem hinteren Teil des Mantels gebildet und zeigt die Form eines Vierkants mit abgerundeten Kanten. Quer durch das Verschlussstück geht das Keilloch O. An der Bodenfläche mündet das Ladeloch P.

Der Rohrträger (Fig. 8) verbindet das Rohr mit der Lafette dadurch, dass er den Schildzapfen in einem Lager a aufnimmt und mit seinen Schildzapfen c, c, deren Scheiben b, b zu beiden Seiten des Lagers stehen, in den Schildzapfenpfannen der Lafette ruht. Zur Verbindung des senkrechten Schildzapfens mit dem Rohrträger dient die Schildzapfenschraube H (Fig. 7). Der mittlere Teil f endet hinten oben mit dem Kissen g, das mit einem Ansatz h in die Nute der Klaue am Verschlussstück eingreift und so die Verbindung zwischen Rohr und Rohrträger hinten herstellt. Unter dem Kissen findet sich die gewöhnliche Einrichtung zur Aufnahme des Kopfes der Höhenrichtmaschine (Fig. 12). Über deren Einrichtung s. Lafette. Die Seitenrichtmaschine wird vom hinteren, unteren Teil k (Fig. 8) des Rohrträgers aufgenommen und dient zum Nehmen der feineren Seitenrichtung. Das Greifrad o treibt die Schrauben, die sich in der Schraubenmutter m nach rechts und links bewegen lässt. Der Schaft der letzteren lagert in der Buchse l. Die erste, gröbere Seitenrichtung wird wie bisher durch Rechts- oder Linksschieben des Lafettenschwanzes genommen. Wenn aber das Ziel weder über Visier und Korn, noch von einem erhöhten Standpunkt hinter dem Geschütz zu sehen ist, so bedient man sich der auf dem Rohr zu befestigenden Richtfläche. Für das direkte Richten nach dem Ziel ist das Korn in den Kornträger J (Fig. 7) eingeschraubt, über das in bekannter Weise Höhen- und Seitenrichtung mit dem Aufsatz genommen werden.

Der Verschluss (Fig. 9) ist ein einfacher Keilverschluss. Der Keil A ist mit einem Ausschnitt versehen, der in Verbindung mit dem Ausschnitt im Verschlussstück des Rohres das Ladeloch bildet. Die Stahlplatte B wird in die vordere Keilfläche hineingeschoben und dient dort dem Boden der Kartuschhülse als Anlage. In der Mitte der Stahlplatte befindet sich das Stahlfutter mit dem Loch für die Schlagbolzenspitze. Der Schieber C schließt das Innere des Keils ab. Er wird in den Ausschnitt in der Mitte der Begrenzungsplatte geschoben und begrenzt durch eine Nase die Drehung der Verschlussschraube D nach rechts. Die Verschlussschraube (Fig. 11) hat ein flachgängiges Schraubengewinde b, dessen Gänge alle bis auf den äußersten zur Hälfte fortgeschnitten sind. Das Schließen des Rohres geschieht wie bei anderen Keilverschlüssen. Ein Sicherungsreifen, ebenfalls zur Hälfte abgeschnitten wie die Gänge der Verschlussschraube, ermöglicht nach einer Drehung das Herausziehen der Verschlussschraube aus dem Keil, in dem er sie sonst festhält. Die Kurbel, die zur Handhabung der Verschlussschraube dient, besteht aus dem Kurbelhals e, den Kurbelarmen k, f und der Spannwulst g. Außerdem sind als zugehörig zum Verschluss noch zu erwähnen: der Sicherungsbolzen (Fig. 9 E u. 11 C), das Spannstück, der Schlagbolzen mit Spitze, die Schlagfeder, die Schlagbolzenschraube, das Abzugsstück (Fig. 9 K) und der Auswerfer (Fig. 9 L) mit Verschlussbolzen a.

2) Die leichte Feldhaubitze wurde 1898 neben der Feldkanone 96 eingeführt. Sie ist nicht eigentlich ein Schnellfeuergeschütz. Die Anwendung verschiedener Ladungen und großer Erhöhungswinkel verlangsamen die Bedienung, dennoch hat man dem Geschütz möglichst alle Einrichtungen für schnelles Laden gegeben, um ausnahmsweise auch große Feuergeschwindigkeit erreichen zu können. Rohr-, Verschluss-, Lafetten- und Richteinrichtungen weichen demgemäß von der Feldkanone 96 ab. Das Rohr (Tafel I, Fig. 1–3) besteht aus dem zylindrischen langen Feld C, das nach hinten kegelförmig in das Verschlussstück D übergeht. Die Mundfriese a bildet eine Verstärkung an der Mündung. Seitlich am Rohr befinden sich zwei hohle Schildzapfen b, mit denen das Rohr in Lagern der Lafette ruht. An der rechten Schildzapfenscheibe befindet sich der Kornträger c, auf der unteren Seite des Rohres ist unterhalb der Schildzapfenachse ein Ansatz d zur Befestigung des Zahnbogens angebracht. Dicht hinter der Mundfriese finden sich vier Stifte e für die Richtfläche. Das Verschlussstück D bildet mit seiner hinteren, senkrecht zur Seelenachse stehenden Fläche die Bodenfläche des Rohres. An der unteren Fläche befindet sich der Kloben f, der zwischen seinen Backen den Rohrhalter aufnimmt. An der linken Seitenfläche sind oben und unten Leisten g mit Nuten für den Verschlussrahmen angebracht, an der oberen Leiste ein Ansatz h mit Bohrung für die Halteschraube. An der Bodenfläche rechts oben befindet sich das Aufsatzgehäuse, darunter eine Abschrägung für die Aufsatzstange. Auf der oberen Fläche vor dem Ausschnitt i für das Aufsatzgehäuse E (Fig. 1) ist die Befestigungsschraube zu bemerken An der rechten Fläche in Höhe der vorderen Keillochfläche zeigt sich eine Ausbohrung j für die Handhabung des Schiebers und weiter vorn eine Rast für die Nase der Sperrklinke. Ferner sind der Ausschnitt für die Leitwellmutter k, weiter vorn die Bohrung l für die Abzugswelle, endlich hinten links das schwalbenschwanzförmige Lager m für den Richtbogen angebracht.

Das Innere des Rohres zeigt (Fig. 1 u. 3), dass man Länge und Durchmesser der Seele für Steilfeuer angeordnet hat (s. Tabelle 1). Die Züge des Rohres sind in das von einem Mantel B umgebene Seelenrohr A eingeschnitten. Ihre Anzahl muss so groß sein, dass das Geschoss sicher geführt wird, sie beträgt 32; der Drall ist 4–8 Grad, er muss so stark sein, dass das Geschoss auf dem kurzen Wege mit Sicherheit in Umdrehung versetzt wird. Der gezogene Teil n geht mit dem vorderen Übergangskegel o, in den die Züge auslaufen, in den hinteren glatten Ladungsraum p über. Das Keilloch r hat einen dem Verschluss entsprechenden Querschnitt, und seine vordere Fläche q steht senkrecht zur Seelenachse. Rechts findet sich eine Vertiefung s für die Drehwulst des Auswerfers, oben und unten schließen sich Ausfräsungen an. Links ist die Nute s1 für den Führungsbolzen der Ladeklappe und eine Vertiefung in derselben zu bemerken. Die obere Keillochfläche zeigt die halbzylindrische Aussparung für die Leitwelle mit dem Einschnitt für den Verriegelungsbund und weiter vorn ein Lager für die Arme der Abzugswelle zum Zwischenstück. Die obere und untere Keillochfläche haben an der rechten Seite Ausschnitte für die Anschlagleisten des Keils; an beiden Flächen befindet sich je eine Führungsleiste s2 zur Führung der hinteren Kante des Verschlusses. An beiden Flächen befinden sich Schmutzrinnen. Die hintere Keillochfläche, gleichlaufend mit den Längsflächen des Keils, dient letzterem als Anlagefläche, nimmt also den Stoß beim Schießen auf. In der Bodenfläche des Rohres befindet sich das Ladeloch t, links von diesem ist das Verschlussstück ausgeschnitten, so dass die Kartusche von der Seite eingebracht werden kann. Zum leichten und unverletzten Einbringen der Munition ist das Ladeloch an der Bodenfläche stark abgerundet. Der (Flachkeil-)Verschluss (Fig. 4 u. 5) ist ein Leitwellverschluss, dessen Öffnen folgendermaßen erfolgt: die Kurbel Q der Leitwelle P wird um 190° links herumgedreht, wodurch zunächst der schraubenförmige Teil des Riegels die Aussparung der oberen Keillochfläche verlässt und eine seiner Steigung entsprechend geringe Verschiebung des Verschlusses zur Lockerung desselben bewirkt. Da derselbe an der zur Seelenachse etwas schräg gestellten hinteren Keillochfläche entlang gleitet, so tritt die vordere etwas vom Boden der Kartuschhülse zurück. Nach dieser Lockerung geschieht die vollständige Lösung durch das steile Leitwellgewinde, und das Öffnen ist wesentlich erleichtert. Solange bei Beginn der Kurbeldrehung der Riegel noch in die Keillochfläche eingreift, gleitet eine sich links an den halbzylindrischen Anschlagsbund der Leitwelle anschließende Aussenkung wirkungslos unter der Leitwellmutter entlang. Sobald aber der Riegel ganz aus der Keillochfläche heraustritt, stößt die vordere Wand der Aussenkung, die als eine Fortsetzung des steilen Leitwellgewindes anzusehen ist, gegen den vorderen Zahn der Leitwellmutter. Alsdann stehen der letzteren die Gewindegänge der Leitwelle gegenüber, und wird die Verschlusskurbel weiter gedreht, so tritt das steile Leitwellgewinde in die Mutter ein. Die Bewegung der Welle überträgt sich bei ihrem Fortschreiten durch den in der Ausdrehung des Keils gleitenden Teil des Riegels auf den Verschluss, und dieser gelangt infolge der Steilheit des Gewindes schnell in die Ladestellung.

Die einzelnen Teile des Verschlusses, der, wie bei allen Schnellfeuergeschützen, die Spann-, Abzugs-, Sicherungs- und Auswerfvorrichtung enthält, sind hauptsächlich: Keil A mit Stahlfutter a2, das Abzugsstück D11 (Fig. 1), das Zwischenstück G, Sicherungsklinke K, Sicherungsriegel, Feder zur Sicherung, Auswerfer M mit Schieber N, Ladeklappe O mit Verbindungsbolzen, Führungsbolzen zur Ladeklappe, Leitwelle P mit Griffhebel Q, Sperrklinke Q1, Federbolzen mit Sperrfeder, Leitwellmutter mit Halte- und Sicherungsschraube. Der Keil hat auf seiner oberen und unteren Fläche einen mit der hinteren Keillochfläche gleichlaufenden Absatz a derart, dass der Keil vorn schwächer ist als hinten. Mit diesen Absätzen gleitet er an den Führungsleisten im Keilloch entlang. Am oberen und unteren Rande der vorderen Keilfläche befinden sich die Bahnen b für den Auswerfer, links durch die schrägen Anschlagflächen a1, rechts durch die Anschlagleiste begrenzt. An der rechten Seite ein senkrechter Ausschnitt c zum Einführen des Schiebers. Die rechte Keilfläche überragt die vordere und obere mit der Anschlagleiste d. An dieser ist die Deckplatte a3 befestigt, die den Schieber gabelartig umfasst und seine Ausbohrung im Keilloch nach unten abschließt. An dem kreisförmigen Ausschnitt f für die Leitwelle P ist ein Markenstrich für das Einsetzen und Herausnehmen derselben angebracht. Darunter findet sich ein rechteckiger Ausschnitt g, der in das Lager für das Zwischenstück führt. Dieses Lager durchbricht die vordere Keilfläche in dem Ausschnitt zum Einführen des Schiebers und setzt sich im Innern des Keils fort. Die mit zwei Nuten versehene Bohrung h für den Zapfen der Sicherungsklinke hat an ihrem Ende eine ringförmige Erweiterung. Das Lager i für den Sicherungsriegel hat an einem Ende eine Bohrung für die Feder und den Zapfen des Sicherungsriegels. Oberhalb dieses Lagers ist das Wort »Sicher« eingeschlagen. Unterhalb desselben geht bis an die hintere Keilfläche eine längliche Bahn k für die Nase der Sperrklinke. Von der oberen Keilfläche aus führt von rechts die Bohrung l für die Welle zum Zwischenstück nach dem Lager für letzteres; im oberen Teil der Bohrung befindet sich eine Nute mit ringförmiger Erweiterung für die Nase der Welle. Weiter rückwärts ist ein halbzylindrischer Ausschnitt für die Leitwelle, links mit einer Bohrung für den Zapfen derselben und rechts mit den beiden Vertiefungen für den Verriegelungsbund und den Endbund der Leitwelle. Die zwei Rinnen o links vom Leitwellenlager gestatten, den Verschluss an der Leitwellenmutter vorbei in das Keilloch einzuführen; rechts hinten ein Markenstrich für die Stellung des Keils zum Herausnehmen des Schiebers. An der linken Seite ist der Keil kreisförmig ausgeschnitten, so dass der Ausschnitt im Verein mit der gelenkartig befestigten Ladeklappe O mit Führungsbolzen O2 das Ladeloch bildet. Von der hinteren Keilfläche aus geht die Bohrung für den Schlagbolzen in Richtung der Seelenachse durch den Keil, neben der Bohrung findet sich ein Markenstrich für richtige Einführung des Bolzens. Das in den Keil geschraubte Stahlfutter vergleicht sich mit seiner vorderen Fläche mit derjenigen des Keils. Der Schlagbolzen 98 mit Spitze 96 hat einen vorderen stärkeren und einen hinteren schwächeren Teil. Die Sicherungsklinke soll in Sicherstellung eine Bewegung des Zwischenstücks und des Griffhebels verhindern. Das Sichern durch Lesbarmachung des Wortes »Sicher« geschieht ähnlich wie bei Feldkanonen, ebenso funktioniert der Auswerfer 98 M wie dort. Die Leitwelle P ist im oberen Teil des Keils gelagert. Ihr Endzapfen ruht in einer Bohrung im Keil. An dem walzenförmigen Teile befindet sich ein Gewinde von drei Schraubengängen, mit der sich die Leitwelle in der Leitwellmutter bewegt. Auf den rechten Zapfen der Welle ist der im rechten Winkel dazu stehende Griffhebel mit seiner Nabe aufgepresst. Die Leitwellmutter ist von oben schwalbenschwanzförmig in das Verschlussstück eingelassen. Die Sperrklinke ist um den Federbolzen drehbar. Außerdem gehören zum Rohr die Richtvorrichtungen: Aufsatz, Korn, Richtbogen und Richtfläche, endlich der Zahnbogen mit Zubehör. Richtmaschine Fig. 6, s. Richtmaschine. Über Richtmaschinen und Lafetten 96, bez. 98 s. Lafette.

Die ballistischen Verhältnisse der deutschen Feldgeschütze würden sich bei der Kanone 96 wegen des geringeren Kalibers (7,7 gegen 8,8 cm) ungünstiger gestalten als die der früheren, wenn nicht das Ladungsverhältnis etwa dasselbe und die Querschnittsbelastung noch etwas günstiger geworden wäre, immerhin ist die Anfangsgeschwindigkeit um 23 m erhöht worden (s. Tabelle 1). Das Geschütz wird mithin den früheren in Bezug auf Rasanz, Streuung, Treffwahrscheinlichkeit etc. auf kleineren Entfernungen erheblich, auf den Hauptgefechtsentfernungen etwas überlegen sein. Die Gesamtschussweite und Feuergeschwindigkeit wurden erhöht. Die Fahrbarkeit der Feldkanone 96 stellt sich günstiger als bei der früheren, weil der Hauptfaktor, das Gesamtgewicht, nur 2125 kg gegen 2375 kg beträgt. Bei der Feldhaubitze ist zunächst ihre Befähigung zum Bogenschuss, als dieser Geschützart den Flachbahnkanonen gegenüber eigentümlich, hervorzuheben. Um die je nach Entfernung und Lage des Zieles hinter der Deckung notwendige verschiedene Krümmung der Flugbahn hervorzubringen, werden sieben kleine Ladungen, von denen die kleinste jedoch erst auf 2100 m einen für den Bogenschuss hinreichend großen Fallwinkel (28°) ergibt, mitgeführt. Nimmt man dagegen die kleinen zur Gebrauchsladung für den rasanten Schuss zusammen, so erreicht man damit Fallwinkel, die von 17–45° wachsen. Bei einem Geschossgewicht von 16 kg und der Ladung von 0,5 kg würde sich aus dem 12 Kaliber langen Rohr eine Anfangsgeschwindigkeit von 250–300 m ergeben. Zeigt nun zwar die Haubitze, dass sie den Fallwinkel von 17–20°, den die Flugbahnen der Feldkanonen erst auf 3700–4000 m ergeben, schon etwa auf der halben Entfernung hat, so ist sie doch noch zu einem rasanten Schuss befähigt und kann ähnliche Verwendung wie die Kanone finden. Besonders berufen wird sie aber sein, alle Arten von Zielen dicht hinter Deckungen zu treffen, sowie gedeckte Ziele, wie Untertreträume etc., mittels der Geschossbahnen mit steilem Fallwinkel durch Sprenggranaten zu zerstören.

Schwere 15 cm Feldhaubitze in schwerer Feldhaubitzlafette

Wie Deutschland in der Ausrüstung der Feldtruppen mit Artillerie durch Einstellung von leichten Feldhaubitzen neben die Feldkanonen sowie durch Zuteilung von schweren Feldhaubitzen und Mörsern zur schweren Artillerie des Feldheeres zu einem gewissen Abschluss gelangt ist, so bemühten sich auch die anderen Heere in gleicher Weise. In Österreich-Ungarn hat man sich noch nicht entschieden, ob für Schnellfeuerfeldkanonen Stahl oder veredelte Schmiedebronze gewählt werden soll, und augenblicklich sind Batterien mit letzterem Werkstoff und Ehrhardtsche Rohrrücklaufgeschütze in Versuch genommen. Dagegen stellte man 14 Batteriedivisionen von 10,5 cm- (bronzenen) Feldhaubitzen (zu 3 Batterien) ein. Frankreich sandte neue Batterien von 75 mm-Schnellfeuerkanonen nach China und stellte eine 10,5 cm-Feldhaubitze ein; das Streben geht offenbar auf Erleichterung des Materials hin, wie aus Tabelle II ersichtlich; außerdem sind auch Batterien von Rohrrücklaufgeschützen bei Ehrhardt bestellt.

England bewaffnete 1899 zunächst reitende Batterien mit Schnellfeuergeschützen und sandte dann neben Feldgeschützen auch 3 Haubitzbatterien nach Südafrika. Inzwischen war aus einem Wettbewerb der Staats- und großen Privatfabriken das Muster von Vickers siegreich hervorgegangen. Später wurden 18 Ehrhardtsche Batterien nach Südafrika gesandt. Eine Feldhaubitze von 127 mm-Kaliber wurde eingeführt, über die folgende Angaben bekannt wurden: das Stahlmantelringrohr hat 6,5 Grad Drall und wiegt 483 kg. Es hat einen Schraubenverschluss mit Liderung, weil man auf die Einrichtung zum Schnellfeuer, also auch auf die Metallhülse bei den Kartuschen, verzichtet hat. Das Gesamtgewicht beträgt 2285 kg, das Geschossgewicht 22,7 kg. Geschosse sind: Granaten mit Az. (Aufschlagzünder) und Pulver, bez. Lydditfüllung, Bodenkammerschrapnells mit Dz. (Doppelzünder, 288 Kugeln zu 28,4 g und 84 Kugeln zu 9 g) und Kartätschen (433 Kugeln zu 32 g). Die Ladung besteht in zusammengesetzten Kartuschen von 107–323 g Cordit, wobei Teilkartuschen von 72 g verwendet werden. Schussweiten: mit Dz. bis 3100 m, größte Schussweite mit Az. 4500 m. Außer dieser 13 cm-Haubitze hat man hier noch eine 14 cm-(137 mm) Haubitze für den Belagerungstrain und eine von 15 cm (152 mm) für die Festungen konstruiert. Bisher ist die Bewaffnung der Feldartillerie mit 15 Pfündern und für die reitende Artillerie mit 12 Pfündern, beide mit Rücklaufhemmung nachträglich versehen, beibehalten worden, denn man beabsichtigt, ein 7,6 cm-Rohrrücklaufgeschütz mit Anfangsgeschwindigkeit von 520 m mit Flüssigkeitsbremse und vier flachen Federn zum Vorholen einzuführen. Die Achssitze dienen hier aufgerichtet als Schutzschilde.

In Russland sollte ein 7,6 cm-Schnellfeuergeschütz (System Engelhardt) eingeführt werden, dessen Geschoss von 6,8 kg Gewicht eine Anfangsgeschwindigkeit von 600 m erreicht und eine Feuergeschwindigkeit von 16 Schuss in der Minute gestattet. Das Rohr wiegt nur 376 kg, und das Gesamtgewicht mit der mit 36 Schuss ausgerüsteten Protze beträgt 1720 kg. Aus den Versuchen (auch mit System Ehrhardt) ging das neue Geschütz der Feldartillerie, die dreizöllige Schnellfeuerkanone M/1900 (Putilow), hervor. Es ist ein Rohrrücklaufgeschütz mit Flüssigkeitsbremse und Kautschukpuffern zum Vorholen. Die Mündungsgeschwindigkeit wird auf 610 m, das Geschossgewicht auf 6,15 kg, das Rohrgewicht auf 360 kg, das Gewicht des aufgeprotzten Geschützes auf 1720 kg angegeben. Anzahl der Kugeln im Schrapnell 300, Schusszahl in der Protze 36.

In Italien ist aus dem Wettbewerb der Staatsfabriken mit Mustern von Krupp, Canet u. a. das 7,5 cm-Rohr der Fabrik von Turin (wegen großer Treffgenauigkeit) als bestes hervorgegangen, während man sich für Verschluss und Lafette der Fabrik von Neapel entschied. Zunächst sollten die leichten Feldgeschütze durch neue ersetzt werden, später die schweren unter gleichzeitiger Einführung einer neu zu konstruierenden Feldhaubitze. Außerdem werden 32 Batterien Gebirgsgeschütze aufgestellt.

Die Türkei hat zunächst 27 Batterien mit 162 Schnellfeuergeschützen von 7,5 cm Kaliber ausgerüstet; später wurden mehr bestellt, jetzt sollen Kruppsche Rohrrücklaufgeschütze geliefert werden. Ebenso hat Japan bereits 400 derartige Geschütze teils von Krupp bezogen, teils in der eignen Fabrik (Osaka) selbst gefertigt. Hier wurde bereits eine 12 cm-, in Argentinien eine 10 cm-Haubitze eingestellt. Spanien führte ein Rohr von 7,5 cm Kaliber mit Bodenkammerschrapnell von 6,5 kg Gewicht ein. Man rechnet auf eine Anfangsgeschwindigkeit von 600 m und ein Gesamtgewicht von über 1800 kg. Bei der Lafette sind Komplikationen möglichst vermieden, weil man sie nur für nötig hält, wenn man den Wert des Schnellfeuers für Artillerie überschätzt. Das neueste Muster wurde von Nordamerika, wo man die Mittel zu einer Neubewaffnung der Feldartillerie (500.000 Dollar) längst bereit gestellt hatte, eingeführt. Das 89,20 Zoll (2,27 m) lange Rohr hat ein Kaliber von 3 Zoll (7,62 cm), sein Gewicht beträgt 865 Pfd. (393 kg). Rohr und Lafette wiegen 2165 Pfd. (977 kg), Protze und Munition 1752 Pfd. (795 kg), Gesamtgewicht also 3917 Pfd. (1772 kg). Von den 45 Geschossen wiegt jedes 15 Pfd. (6,8 kg), und die Anfangsgeschwindigkeit wird auf 1725 Fuß (526,1 m) angegeben. Endlich sind, abgesehen von den Großstaaten, zu Versuchen mit Rohrrücklaufgeschützen, bez. Einführung derselben übergegangen: die Schweiz, Norwegen, Dänemark etc.

3) Rohrrücklaufgeschütze. Die ein Geschoss durch den Schuss aus dem Rohr treibende Kraft äußert sich in gleicher Weise in entgegengesetzter Richtung auf die Waffe, bei Handfeuerwaffen also auf den Schützen durch den Rückstoß (s. d.). Dieser wirkt bei Geschützen auf das Schießgerüst, und daraus ergibt sich bei Rohren in Räderlafetten der Rücklauf. Bei diesen schleift der Lafettenschwanz auf dem Erdboden, und man hat sich stets bemüht, auch die Räder zu hemmen, um das Geschütz durch Bremsen, Lafettensporn, Hemmkeile etc. möglichst bald aufzuhalten und in seine alte Feuerstellung zu bringen. Im Festungs- und Seekrieg hatte man schon längst Lafetten benutzt, die meist dadurch, dass die Unterlafette auf einem gemauerten Pivot drehbar festgestellt war und eine das Rohr aufnehmende Oberlafette auf nach vorn abfallenden Laufschienen durch die eigene Schwere nach dem Schuss auf Rollen oder Rädern in die frühere Feuerstellung zurücklief, den großen Vorteil einer leichteren und daher schnelleren Bedienung zeigten. Während die Technik bei den Handfeuerwaffen sich bestrebte, zu möglichster Feuerschnelligkeit zu gelangen und auf diesem Wege bis zu automatischen Waffen fortschritt, suchte die Artillerietechnik dasselbe Ziel dadurch zu erreichen, dass man bei den Feldgeschützen alle Forderungen für schnelles Laden erfüllte, wie z. B. bei der Feldkanone 96. Nordenfelt erklärte aber, dass die Kruppschen Geschütze keine Schnellfeuergeschütze seien, dass der Rücklauf nicht ermäßigt, sondern aufgehoben werden müsse. Letzteres hatte er zwar durchgeführt, aber das angestrebte Geschossgewicht und geringe Gesamtgewicht (1650 kg) nicht erreicht, während das Kruppsche Geschütz gegen das frühere Geschütz keine Minderung der Einzelwirkung und der Beweglichkeit zeigte. So kam es, dass man zu den Rohrrücklaufgeschützen überging, bei denen das Rohr durch den Rückstoß in einen oberen Teil (Wiege) der festgestellten Lafette zurückgeschleudert wird.

In allen Staaten wurden Versuche mit den Systemen Krupp und Ehrhardt (Düsseldorf) und Schneider-Canet angestellt. Meist hat man sich für diese entschieden, weil eine Feuergeschwindigkeit von 20–30 Schuss in der Minute niemals bei Anwendung selbst der Federspornlafetten zu erreichen ist. Hierin liegt der Hauptvorzug der Rohrrücklaufgeschütze, denn, wenn auch ein Teil der Rückstoßkraft durch den Rohrrücklauf aufgezehrt und der Rücklauf des Geschützes etwas ermäßigt wird, so wird anderseits auch der Druck des Lafettenschwanzes auf den Erdboden geringer und begünstigt jenen. Man ging daher darauf aus, Lafettenrücklaufgeschütze herzustellen, indem man die ganze Lafette zurücklaufen ließ, wobei ein in der Erde sich eingrabender gefederter Sporn als aufhaltendes Widerlager dient. Er ermöglicht gleichzeitig das Zusammendrücken einer Vorholfeder, die das Geschütz nach beendetem Rücklauf wieder in die Schussstellung bringt. Daneben entwickelten sich dann die Rohrrücklaufgeschütze, bei denen man erreichen wollte, dass das Geschütz beim Schuss unbeweglich sei, es war dies aber nur unter gleichzeitiger Anwendung des Federsporns möglich. Auch in Deutschland wurden Vergleichsversuche zwischen den Systemen von Krupp und Ehrhardt angestellt und, nachdem jetzt wohl in allen Heeren ein Rohrrücklaufgeschütz mit Schutzschilden als Zukunftsfeldgeschütz betrachtet wird, zunächst eine Aptierung der Feldkanone 96, die sich hierzu geeignet erwiesen hat, vorgenommen. Denselben Weg schienen Italien, das mitten in der Herstellung eines neuen Feldartilleriematerials (75 A) von der neuen Frage überrascht wurde, und Russland betreten zu wollen. Die russische Artillerie in der Nähe der westlichen Grenze und in Asien ist jetzt zum großen Teil mit neuen Geschützen bewaffnet. Man hat sich wohl entschlossen, den Übelstand des durch die Schutzschilde veranlassten großen Geschützgewichts dadurch auszugleichen, dass man z. T. auf Deckung durch Anbringung leichterer, bez. schmalerer Schutzschilde oder ganz durch Abnehmen dieser verzichtet. Italien hat sich, unter möglichster Beibehaltung des Materials 75 A, ebenfalls für den Rohrrücklauf entschieden. Die Überlegenheit anderen gegenüber beruht bei den Rohrrücklaufgeschützen darin, dass man ihre größte Leistungsfähigkeit durch schnelle Abgabe vieler Schüsse hintereinander, ohne ein Nachrichten nötig zu machen, ausnutzen kann. Ferner ermöglichen sie ein vollständiges Feststellen der Lafette, ohne die Räder zu hemmen, gewähren also schnelle Schussbereitschaft und sind für notwendige Anbringung von Schutzschilden geeignet; außer schneller Schussbereitschaft erhält man auch korrekte Bedienung gesichert, weil der richtende Mann auf seinem Sitz wie der für Schussbereitschaft sorgende geschützt sind und in voller Ruhe die Bedienung verrichten können. Wenn also die Konstruktion einen festen Stand sichert, müssen die Treffleistungen dieser besser als die anderer Geschütze sein.

a) Das Schnellfeuerfeldgeschütz (Krupp 1901, Tafel III, Fig. 2) hat langen Rohrrücklauf (1,3 m), es wiegt 920 kg, mit den zu Stahlschilden umzuklappenden Achssitzen 967 kg, das aufgeprotzte Geschütz 1750 kg, Schussgeschwindigkeit 24 in der Minute. Die Wiege ist ein langer Kasten von quadratischem Querschnitt, dessen obere, als Gleitbahn dienende Deckwand die senkrechten Seitenwände überragt, damit die drei Führungsklauen des Rohres um die so entstehenden Leisten greifen können. Im Innern liegt der Bremszylinder mit der Vorholfeder, eine einfache Schraubenfeder, die mit einer gewissen Vorspannung auf den Bremszylinder geschoben ist und außerordentliche Spannkraft hat (sie besteht aus Draht von gewisser Querschnittform). Sie wird mit dem vorderen Ende vom Bremszylinder mitgenommen, dadurch aufs Höchstmaß gespannt und führt bei der Entspannung das Rohr in die Schussstellung zurück. Der Spannweg ist gleich dem des Rohrrücklaufs. Die Wiege ruht mit einem unten angesetzten Pivot, das zur seitlichen Schwenkung um 2° nach rechts und links dient, im Wiegenträger. Die Kolbenstange, an welcher der mit Rinnen zum Durchgang der Flüssigkeit versehene Kolben sitzt, ist unbeweglich und in der Vorderwand der Wiege befestigt, der Bremszylinder, mit dem hinteren Ende des Rohres fest verbunden, geht beim Rohrrücklauf mit diesem zurück. Links an der Wiege sind die Visiereinrichtungen angebracht und entsprechend ein Sitz für den Richtkanonier, der auch abfeuert. An der Unterlafette sitzt der umklappbare Sporn, hierdurch ist bei verhältnismäßig schwerer Lafette und langem Rohrrücklauf ein nahezu unbewegliches Stehenbleiben des Geschützes beim Schuss zu erreichen. Die Beseitigung des Seilzugvorbringers durch Anwendung nur einer, der Vorholfeder, bedeutet einen großen Fortschritt, aber auch die Flüssigkeitsbremse, die vielfach bemängelt wurde, soll durch eine Reibungsbremse ersetzt werden. Das Prinzip besteht darin, dass mehrere am Geschützrohr befestigte flache Stäbe beim Rücklauf mitgenommen und durch ein Reibungskissen gezogen werden. Dabei ist eine Einrichtung getroffen, dass die Anpressung der Reibungsplatten gegen die durchlaufenden Stäbe selbsttätig geregelt wird, je nachdem es sich um Rück- oder Vorlauf handelt.

Französisches 75 mm Rohrrücklaufgeschütz C./1898/1900 von Schneider Canet

b) Die in Frankreich eingeführte 7,5 cm-Feldkanone M/97 (Konstruktion in der Hauptsache vom Oberst Dèport) wurde von anderen Konstrukteuren verbessert, namentlich ist Schneider-Canet mit einem M/98/00 aufgetreten. Charakteristisch bei den französischen Geschützen ist die hydropneumatische Schussbremse (s. d.), wie sie auf Tafel III (Fig. 5) abgebildet ist. Auch bei den französischen Geschützen ist die Unbeweglichkeit beim Schuss durch langen Rücklauf (1,1 m), Anbringung eines starren Sporns am Lafettenschwanz und Konstruktion der Fahrbremse derart, dass sie durch unterhalb derselben gerippte Hemmschuhe sich, wenn bei Einnahme der Feuerstellung sie unter die Räder gelegt wurde, in den Boden verankern und so die Lafette gegen seitliche Verschiebung sichern, erreicht worden. Die Verzögerung, die hierdurch sowie durch das Eingraben des Sporns bei der Feuereröffnung entstand, wurde neuerdings durch Erfindung des Hauptmanns Ravon gemindert. Ebenso hat man dem Bedenken, dass das Nehmen der feinen Seitenrichtung wegen schwerer Drehung der Oberlafette auf der Achse, Verschmutzung etc. schwierig war, durch Abänderung so Rechnung getragen, dass kleine Abweichungen in der Richtung ohne weitere Änderungen in der Lage des Rohres ausführbar sind. Dieses hat keine Visiereinrichtung, daher ist die Visierlinie von der Höhenlage des Rohres unabhängig. Für die Seitenrichtung ist die Oberlafette mittels einer Muffe auf der Achse verschiebbar. Die Höhenrichtung wird mittels des an der Wiege angebrachten Gradbogens, der an der Unterlafette kugelsegmentartige Führung hat, nach der Entfernung eingestellt. Die Visiereinrichtung befindet sich an der Unterlafette auf einem aufrechtstehenden Arm, seitlich und in der Senkrechten drehbar als Fernrohrvisier, damit verbunden ein Richtkreis, außerdem Libelle zum Messen des Geländewinkels. Der Richtkanonier sorgt mit Hilfe des Ladekanoniers für die grobe, zuletzt allein für die feine Seitenrichtung, ermittelt den Geländewinkel und reguliert, wenn nötig, die unterdessen von einem dritten Kanonier durch den Gradbogen genommene Höhenrichtung. Letzterem liegt außerdem die Bedienung des Verschlusses und das Abfeuern ob. Man will durch diese Richtmethode erreichen, dass die Visierlinien auf irgendeinen Punkt des Horizonts gerichtet bleiben kann, auch bei dem häufigen Wechsel von Entfernung und Seitenrichtung, und man auch beweglichen Zielen durch Streuverfahren zu folgen vermag. Die Protze enthält 24 Schuss, ebenso die des Munitionswagens, dessen Hinterwagen 72 Schuss aufnimmt.

c) Die französische 10,5 cm- Haubitze stimmt in ihrer Einrichtung im allgemeinen mit der der 7,5 cm-Kanone überein, nur ist hier die Unabhängigkeit des Richtens von dem Lademodus noch größer als dort. Das Rohr ist, weil hauptsächlich Sprenggranaten verschossen werden, aus Spezialstahl gefertigt, damit es den Rohrkrepierern widersteht. Der Bremszylinder ist rechts, der aus zwei konzentrischen Zylindern bestehende Luftbehälter links angebracht. Die Luft hat eine Anfangsspannung von 12 kg. Die Wiege umgibt die Achse und kann sich über den Lafettenkörper bei Anwendung des Sporns erheben. Man hat nur eine Schutz-(Fahr-)bremse, keine Schussbremse. Die Höhenrichtung wird mittels des unterhalb der Wiege liegenden Zahnbogens genommen, der in der gewöhnlichen Weise mit einer Schraube ohne Ende, deren Bewegung durch ein Kurbelrad bewirkt wird, in Verbindung steht. Die Visierung ist ähnlich wie bei den 9,5 cm-Feldkanonen, nur der Träger (Support) des Winkelinstruments ist hier anders eingerichtet, indem dieses auf einem Sektor die Gradeinteilung angibt, während ein anderer die Einteilung nach der Schussweite zeigt. Bemerkenswert ist noch die Einrichtung zwischen Luftbehälter und Bremse, durch die man das Rohr aus großem Erhöhungswinkel für das Schnellfeuer in horizontale Lage bringen kann. Außer Sprenggranaten führt die Haubitze auch gewöhnliche Granaten und Schrapnells (vgl. Tabelle II).

Mitrailleusen, Revolverkanonen, Maschinengewehre. Die Idee, möglichst viel Geschosse in kürzester Zeit aus einer Waffe gegen den Feind zu schleudern, ist nicht neu; im 18. Jahrhundert kam sie bei den Amüsetten zur Anwendung, im Kriege 1870/71 bei den Mitrailleusen. Beide bewährten sich nicht, aber man erkannte den Wert des Schnellfeuers zunächst für die Festungsverteidigung und die Marine; so entstanden viele Systeme. Während die Schnellfeuerkanonen kleinen Kalibers nur einen Lauf haben (Tafel IV, Fig. 4) und in der Größe des Kalibers unbeschränkt sind, haben Revolverkanonen (Hotchkiss, Tafel IV, Fig. 3, und Gatling) mehrere Läufe, deren Kaliber meist bis 3,7 oder 4,7 cm geht und die Anwendung von Artilleriegeschossen zulässt. Hier sind die Läufe beweglich, der Lademechanismus fest, bei Nordenfelt (Tafel IV, Fig. 2) die Läufe fest, der Lademechanismus bewegt sich vor und zurück, bei anderen (de Reffye, Montigny) werden Ladeplatten mit so viel Patronen, wie Läufe da sind, eingesetzt. Diese Waffen sollen dienen: wie das Infanteriefeuer zur Bestreichung des nahen, bez. weiteren Vorfeldes, der Verbindungen, zu Flankierungen und zur Grabenbestreichung, endlich zum ambulanten Gebrauch im Vorfeld, in den Zwischenräumen der Forts, Erhöhung der Sturmfreiheit von Behelfsbefestigungen etc. Die vorgenannten Geschütze (schon 1889 erhielten die festen Plätze Österreichs eine 8 mm-Maxim-Mitrailleuse, die 600 Schuss in der Minute abgab) bildeten den Übergang zu den Maschinengewehren, die durch den Rückstoß der Pulvergase selbsttätig den Verschluss öffnen, die Patronen zuführen, laden, schließen und abfeuern. Die Patronen sind auf einem Gurt befestigt, der quer zur Längenachse des Laufs fortgeschoben wird. Letzterer muss von Zeit zu Zeit gekühlt werden oder von einem mit Wasser gefüllten Kühlmantel (Kupferkasten) umgeben sein. Diesen Übelstand bemüht man sich abzuschaffen, aber es hat lange gedauert, bis man auch andere Mängel beseitigte und dadurch erst eine kriegsbrauchbare Waffe herstellte. Die meisten Heere führen Maschinengewehrabteilungen ein, Deutschland für jedes Armeekorps eine zu vier 8 mm-Gewehren in RäderLafetten (4spännig). Leichtere Gewehre (Amerika hat in die Marine ein Coltgewehr von 16 kg eingeführt) bis zu 30 kg Gewicht sind mithin von Reitern, Radfahrern, Tragtieren etc. leicht fortzuschaffen und Infanterie und Kavallerie beizugeben. Schwerere sind meist von zwei Mann leicht zu tragen; vielfach kommen Panzerschilde in Anwendung. Über die Feuergeschwindigkeit dieser verschiedenen Geschütze (Kartätschgeschütze) wird angegeben, dass sie bei den größeren Kalibern etwas geringer sei, bei den Revolverkanonen 40–60, bei der zehnläufigen Gatlingkanone und der Nordenfelt-Mitrailleuse 1200, bei Palmkrantz und Winborg 850, bei Gardener- und Maxim-Mitrailleuse bis 700 Schuss in der Minute betrage. Die leichten Schnellfeuerkanonen (5 cm) verwendet man vielfach in Panzertürmchen; sie haben dort dieselben Aufgaben im Vorfeld, bei Behelfsbefestigungen etc. zu erfüllen wie die Mitrailleusen etc. Das Hauptgeschoss ist die Kartätsche, außerdem die Granate mit Az.

Marinegeschütze zerfallen in Schiffs- und Küstengeschütze. A. Schiffsgeschütze (s. Tabelle III u. IV) bestehen aus den Panzergeschützen von größtem Kaliber, der mittleren Artillerie und den kleinen Kalibern bis herab zu den Revolverkanonen und Maschinengewehren. Die Panzerartillerie, bei der man in der deutschen Marine die Schnelladeeinrichtung bis zum 28 cm (Krupp bis zum 30,5) Kaliber durchgeführt hat, geht in der Ausrüstung der großen Schlachtschiffe meist nicht über die 30,5 cm-Kanone hinaus (s. Tabelle IV). Frankreich, Italien, England und Amerika haben die 30,5 cm-Kanone angenommen. Die mittlere Artillerie besteht aus 15 bis 20 Kanonen von 15–47 cm Kaliber, für Schiffe 2. und 3. Klasse genügen 12 und 10,5 cm-Kanonen (Tafel III, Fig. 1). Daneben wird jedes Schiff nach Größe und Umständen mit Revolverkanonen, Maschinengewehren (bis 20 Stück), Torpedorohren etc. ausgerüstet, die Torpedoboote erhalten 5 cm-Schnelladekanonen L/40, die Divisionsboote 5 Stück, die Flusskanonenboote je eine 5 cm- und 8,8 cm-Schnellfeuerkanone. Außerdem verfügt die Marine noch über die 8,7 cm-Kanone in Gelenklafette und 6 und 8 cm-Kanonen, beide in Boots- und Landungslafetten. Nachdem man das Steilfeuer schon längst bei der Küstenverteidigung benutzt hatte, würdigte man es neuerdings auch für die Schiffsarmierung. Schon vor längerer Zeit war die Grusonsche Fabrik mit gepanzerten Ständen für Haubitzen und Mörsern hervorgetreten, jetzt zeigte auf der Ausstellung 1900 Schneider-Canet 24 und 10 cm-Haubitzen (L/10). Die Rohrgewichte waren 4985, bez. 1068 kg, die Geschosse wogen 150, bez. 40 kg, die Anfangsgeschwindigkeit betrug 300, bez. 260 m. Da diese Geschütze bezüglich der Treffsicherheit den Flachbahnkanonen gegenüber schon ungünstig stehen, wird man sie mittelschiffs aufstellen, damit die Schwankungen des Geschützstandes jene nicht noch beeinflussen.

In ihrer Rohr- und Verschlusskonstruktion, den ballistischen Verhältnissen etc. gleichen die Marinegeschütze denen der Landartillerie, nur kommen hier größere Kaliber vor. Das 28 cm-Rohr L/35 ist 12,6 m lang und verwendet ein Geschoss von 345 kg, das mit 99 kg Ladung rauchschwachen Pulvers eine lebendige Kraft von 12.500 mt erhält und fast meterstarke Panzerplatten durchschlägt. Das Rohrgewicht beträgt etwa 27–28.000 kg; die 30,5 cm-Kanone (s. Tabelle IV) durchbricht über meterstarke Platten. Die Lafettierung der Marinegeschütze ist eine äußerst mannigfaltige, je nach der Verwendung und dem Aufstellungsort der Geschütze. Außer den schon erwähnten kommen unter anderem folgende Lafetten vor: Pivotlafetten für 30,5 cm-, 26 cm-Kanonen und 26 cm-Ringkanonen, 24 cm-, 21 cm-Kanonen (Tafel IV, Fig. 1); Turmlafetten für 26 cm-Kanonen, 26 cm- und 21 cm-Ringkanonen; Drehscheibenlafetten für 21 cm-Kanonen und 21 cm-Ringkanonen; Rahmenlafetten für 26 cm-Kanonen und 26 cm- und 21 cm-Ringkanonen, für 24 cm-Kanonen und 21 cm-Ringkanonen, für 17 cm-Ringkanonen (auch für Pfortenwechsel), für 15 cm-Kanonen (diese auch in Halbrahmenlafette); Mittelpivotlafette für 15 cm-Kanonen (auch für 15 cm-Schnelladekanonen); Radlafetten für 15 cm-Mantelkanonen und 12,5 cm-Ringkanonen. Seit einigen Jahren erfolgt der Bau der Schiffslafetten nach dem Wiegensystem und müssen neue Rohre dem angepasst, ältere entsprechend abgeändert werden.

B. Küstengeschütze kommen in ihrer Einrichtung der Rohre meist mit den Schiffsgeschützen überein. Länder, deren Küste ganz oder zumeist vom Meer umspült und durch starke Flotten auf den Kampf zur See vorbereitet sind, müssen ungeheure Summen auf die Küstenbefestigung verwenden, zumal hier der Feind viel schneller als vor Landfestungen erscheinen kann. Geschütze von 110 Tonnen (40,6 cm Kaliber) wurden der Verteidigung von New York und San Francisco überwiesen, und viele Marinen stellten die Schnellfeuerkanonen zuerst in die Küstenartillerie wegen ihrer schnell beweglichen Ziele ein. Deutschland, das sein Streben auf die Verstärkung der Flotte richtet, muss in deren Artillerieausrüstung die modernsten Geschütze einstellen. So kommt es, dass die älteren Rohrkonstruktionen sich in der Küstenartillerie befinden und in den kleineren Kalibern sich viele aus der Landartillerie ausgeschiedene vorfinden. Speziell für die Küstenartillerie bestimmt sind aber: die 21 cm-Ringkanone L/22 in MinimalschartenLafette für Panzerbatterien, die 28 cm-Ringkanone L/22 für Panzerdrehturm, in Minimalschartenlafette, dasselbe Rohr in Drehturmlafette und 15 cm-Ringrohre L/23 in ebensolcher Lafette, die lange 24 cm-Ringkanone in Küstenlafette (Tafel IV, Fig. 5), endlich die 28 cm-Haubitze L/12 in der Mittelpivotlafette.

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Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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