Kartätsche

Kartätsche

Kartätsche, Artilleriegeschoss, das aus einer mit Kugeln gefüllten, zylindrischen Blechbüchse, die an den Enden mit Treibscheiben geschlossen ist, besteht. Anzahl und Gewicht der Kugeln richten sich nach dem Kaliber. Schon bei den ersten Geschützen erzeugte man die Wirkung der Kartätsche dadurch, dass man Metallstückchen, Nägel etc. in das Rohr lud und als »Hagel« gegen den Feind schoss. Vom 16. Jahrhundert ab vervollkommnete man die Kartätsche, indem man die Kugeln in einem Beutel auf einen Holzspiegel, der in der Mitte eine Spille trug, lagerte; im 17. Jahrhundert gelangte man dann von dieser Beutel- zur Büchsenkartätsche. Letztere versah man dann, um schnelles Feuer zu ermöglichen, wohl mit einem Spiegel, an dem die Kartusche angebunden wurde. Bei Einführung gezogener Geschütze musste man wegen Schonung der Züge für Büchse, Kugeln etc. statt des bisherigen Eisens Zink verwenden. Mit der Vervollkommnung des Schrapnells verlor die Kartätsche immer mehr an Bedeutung und wurde in der Feldartillerie gar nicht mehr oder in geringer Zahl mitgeführt.

Die Abbildung zeigt eine Büchsenkartätsche der Preußischen Artillerie von 1814, hier bestehend aus der Kartätsche, in einem schwarz lackierten Blechzylinder, und dem Kartuschbeutel mit der Pulverladung. Diese Patronenmunition wird mit der Kartusche zuerst ins Rohr gestoßen.

Bibliographie

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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