Bespannung

Bespannung

Bespannung der Artillerie. Um dieselbe zu bestimmen, muss man nicht bloß die Kraft des Pferdes und die zu bewegende Last kennen, sondern auch auf allerhand Umstände, wie sehr schlechte Wege, Verlust von Pferden im Gefecht oder auf andere Art, Schnelligkeit der Bewegung, und Verteilung der Kräfte der Pferde auf die Last, Rücksicht nehmen. Man rechnet daher, das Gewicht des Wagens inbegriffen, im Allgemeinen bei der Artillerie 5, höchtens 6 Zentner auf ein Pferd. Die Pferde werden zu zwei und zwei hintereinander gespannt; allerdings würden sie besser ziehen können, wenn z. B. 4 neben einander gespännt würden, allein man berücksichtigt hier die engen Wege. Die Stränge, woran die Pferde ziehen, dürfen weder zu lang, noch zu kurz sein; erstere entfernen die Pferd zu sehr von der Last, befördern das Untertreten, verlängern die Kolonnen etc.; letztere hindern die Pferde frei auszutreten, und ihre Kraft gehörig anzuwenden, und sind bei Hindernissen das Geländes oft sehr nachteilig.

Die stärksten Pferde werden zunächst der Last an die Deichsel gespannt, und heißen Stangenpferde; die nachfolgenden der Stärke nimmt man vorne, und nennt sie Vorderpferde; die schwächsten kommen in die Mitte und heißen Mittelpferde. Die Geschütz- und Munitionswagen sind mit stehenden Artilleristen, die übrigen Fahrzeuge aber mit Trainsoldaten besetzt. Von den Feldgeschützen werden in der preußischen Armee die 12pfündigen Kanonen und 10pfündigen Haubitzen mit 8 Pferden, die übrigen mit 6 Pferden bespannt; ebenso mit 6 Pferden alle Munitions-, Vorrats-, Handwerkswagen, und die Feldschmieden der Handwerks-Kolonnen; mit 4 Pferden alle übrigen Trainwagen der Laboratorien, und anderen Kolonnen, sowie die Feldschmieden der Batterien. Für die Belagerungsgeschütze wird gewöhnlich Vorspann ausgeschrieben. Man rechnet daher auf

Geschütze und Wagen Mann Pferde
eine 12pfündige Kanone in der Lafette 4 12
eine 12pfündige Vorrats-Lafette 3 8
eine 24pfündige Kanone auf Sattelwagen 5 16
eine 24pfündige Lafette ohne Rohr 4 10
eine 10pfündige Haubitze in der Lafette 4 8
eine 10pfündige Haubitzen-Lafette 3 6
zwei 10pfündige Mörser auf einem Sattelwagen 3 8
ein 10pfündiger Mörser-Sattelwagen zum Vorrat 2 4
ein 50pfündiger Mörser auf dem Sattelwagen 4 10
Steinmörser desgleichen 4 10
Vorrats-Sattelwagen für dieselben 3 8
Hebezeugwagen 3 6
Zu allen übrigen Fahrzeugen mit zwölf Zentnern beladen 2 4

Bei Landungsgeschützen besteht die Bespannung meist aus Matrosen, weil an Bord der Kriegsschiffe keine Pferde mitgeführt werden.

Bibliographie

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

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