Brücke

Brücke

Die zum Kriegsgebrauch dienenden Brücken sind entweder bloß für schmale und tiefe Flüsse oder Kanäle bestimmt, in welchem Fall sie bald Kolonnenbrücken, (wenn sie nämlich auf dazu bestimmten Wagen der Armee nachgefahren werden) bald auch Lauf- oder Notbrücken (Feldbrücken) heißen, weil sie dann bloß in der Eile, und aus den gerade vorgefundenen Materialien verfertigt sind. Oder aber sie dienen zum Übergang der Truppen über breite Flüsse, Moräste und Festungsgräben, und teilen sich in stehende und tragbare. Unter den ersteren werden, nebst den Pfahl-, Bock-, Morastbrücken etc. auch zugleich die Schiffbrücken mit begriffen, welche der Armee ebenfalls nicht folgen können, sondern auf dem Fluss, wo sie einmal stehen, bleiben müssen; tragbar hingegen werden allein die Pontonbrücken aller Art und die Kolonnenbrücken genannt, weil ihre ganze Einrichtung darauf abzielt, dass sie bei allen Märschen der Truppen mitgehen, um ihnen den Übergang über jeden größeren oder kleineren Fluss zu bereiten.

1) Die Lauf- oder Notbrücken. Es ist leicht, über Bäche und Wassergräben zu setzen, die nur 8 bis 12 Ellen breit sind, weil man ohne Schwierigkeiten Balken oder Baumstämme findet wird, die stark genug und so lang sind, dass sie hier von einem Ufer zum anderen reichen. Man legt ihrer, nach Beschaffenheit der Stärke, in der Geleisweite der Wagen 3 bis 5, und dann auf beiden Seiten noch so viel, wie nötig ist, um die verlangte Breite der Brücke zu erhalten. Bei der Stärke der Balken rechnet man auf 2 Fuß Spannweite 1 Zoll Dicke; man wird daher zu einer 8 Ellen breiten Brücke, bei 12 Ellen Länge, 5 Balken von 12 Zoll Stärke, oder 6 von 9 Zoll oder 8 von 7 Zoll nötig haben. Die Balken werden auf den Ufern durch vorgeschlagene Pfähle gut befestigt, und müssen auf Latten oder Brettern ruhen, damit nicht einer mehr als der andere in die Erde hineingedrückt werde. Quer über diese Balken werden dann starke Bretter, Pfosten oder Knüppel etc. gelegt, und zur Befestigung derselben auf beiden Seiten andere starke Hölzer angebracht, welche man an den unteren Balken anrödelt, oder mit eisernen Klammern befestigt. Wenn sonst keine Hindernisse im Wege stehen, müssen diese Brücken so breit sein, dass die Infanterie in Zügen hinüber marschieren kann. Sollte ein Graben oder Kanal 16 und mehr Schritte breit sein, so dass kein Balken hinüber langt, oder bei der großen Spannweite nicht Stärke genug hätte, so kommt es auf die Tiefe des Wassers, und die Größe der Last an, welche hinüber gebracht werden soll. Hier wird man sich bald einiger in das Wasser gefahrener starken Wagen, bald eines starken Fischer- oder anderen nicht allzu kleinen Kahns bedienen können, worauf man die Streckbalken legt. Der Mauerböcke sich zu bedienen, ist immer gefährlich, weil die nur angenagelten Füße derselben leicht vom Druck auseinander gehen können, wodurch zwangsläufig die Brücke zerbrechen müsste.

2) Die Kolonnenbrücken, werden auf Wagen mitgeführt, um sie da zu gebrauchen, wo es der Mühe nicht lohnen würde, eine Pontonbrücke zu schlagen. Sie müssen aber von der Beschaffenheit sein, dass auch das schwerste Geschütz sie passieren kann. Sie bestehen daher aus einer hinlänglichen Anzahl 28 Fuß langer Balken, 14 Fuß langer Dielen, und einigen starken Brückenböcken mit 5 Beinen, welche auseinander genommen sind, und beim Gebrauch zusammengesetzt werden; alles zusammen auf 2 oder 3 Wagen geladen, die dann auf dem Marsch an der Spitze der Kolonne fahren. Die Entfernung dieser Böcke bei der Anwendung richtet sich nach der Stärke der Streckbalken; ist der Grund ein weicher Sand, so schiebt man unter die Beine des Bockes ein Brett, um das Eindringen zu verhüten; sonst verfährt man beim Bau dieser Bockbrücken wie bei der vorigen Art. – Weil das Zusammensetzen der Böcke doch immer einigen Aufenthalt verursacht, so könnte man sich statt derselben der zum Transport dienenden Wagen selbst bedienen, wenn sie wie die Wagen der hölzernen Pontons eingerichtet sind, nur dass man an beiden Seiten der Küpfstöcke zwei starke Tragebäume anbringt, welche man durch eine Säule, die unter der Mitte derselben befestigt wird, unterstützen kann. Die Wagen werden in das Wasser gefahren, und wie die Böcke gebraucht; doch würde ihre Anwendung bei hohen Ufern einige Schwierigkeiten haben.

Eine andere Art leichter Brücke für die Infanterie, sind die Seilbrücken. Zwei starke Taue werden an zwei starke Pfähle befestigt, in der Entfernung von einander, welche der bestimmten Breite der Brücke gleich ist. Diese Taue werden auf dem jenseitigen Ufer um zwei andere starke Pfähle oder Bäume herum, dann aber wieder zurückgezogen, so dass sie sich in der Mitte kreuzen, und an den beiden ersten Pfählen befestigt werden. Damit sie nicht auseinander weichen können, werden sie durch andere etwas schwächere Seile an mehreren Orten verbunden, so dass daraus eine Art Netz entsteht, über welches man dann 1 Zoll starke Bretter legt. Diese Brücken sind zwar sehr leicht, aber nur bei einer Breite von höchstens 8 Klaftern anzuwenden. Wenn kein Kahn vorhanden ist, müssen Schwimmer die Seile zum jenseitigen Ufer bringen.

3) Die Schiffbrücken werden oft im Krieg nötig, wenn man entweder keine Pontons bei sich hat, oder wenn man mehrere Brücken haben muss, um die Gemeinschaft verschiedener Korps zu erhalten, oder wenn der Fluss zu groß und zu reißend ist, als dass man, wegen der beim Wind zu hoch gehenden Wellen, sich der Pontons bedienen könnte. Auch wenn eine Brücke auf längere Zeit stehen bleiben soll, sind die Schiffbrücken vorteilhafter. Hierzu sind fast alle Arten von Flussfahrzeugen anwendbar; nur sucht man die am Bord stärksten und dauerhaftesten, auch in der Tiefe einander ziemlich gleichen Schiffe aus; hat eins derselben einen höheren Bord, so senkt man es durch hineingeworfen Steine so weit, wie nötig ist, ein. Obgleich alle Arten der zum Brückenbau tauglichen Fahrzeuge tragbar genug sind, um die größten übergehenden Lasten für sich allein zu tragen, so dass man sie bis auf 24 Fuß im Lichten von einander stellen könnte, so erlaubt doch die Schwäche der Balken gewöhnlich keine so großen Abstand von einander. Wenn z. B. die zu erhaltenden Balken, bei 36 Fuß Länge, 16 bis 18 Zoll im Durchmesser hätten, so würde man die 9 Fuß breiten Fahrzeuge mit ihren Mitten 26,5 Fuß auseinander setzen, d. h. ihnen einen Abstand von 17,5 Fuß im Lichten geben können; größere und breitere Schiffe können ebenfalls nicht weiter mit ihren Mitten auseinander gesetzt werden, weil sonst die Länge der Balken nicht hinreichen würde. – Nach Beschaffenheit der mehr oder weniger flachen Ufer eines Flusses, muss man auch an Vorratsschiffe denken, damit man nicht bei einem etwaigen Anschwellen des Wassers in Verlegenheit kommt; aus gleicher Ursache darf man auch nicht bei etwaigen Sandbänken im Fluss, wo man sogenannte Landbrücken macht, auf weniger Schiffe rechnen, sondern man muss die ausfallenden doch in Reserve haben.

Unter den zum Schlagen einer Brücke herbeigeschafften Schiffen, werden nur selten alle von der gehörigen Stärke im Bord sein, dass sie von den übergehenden Lasten nicht auseinander gedrängt werden, welches immer der Fall ist, wenn die Seitenwände zu viel Neigung auswärts haben. Um diesem zuvorzukommen, werden Gerüste in die Schiffe gesetzt, damit die Last nicht von den Seitenwänden, sondern vom Boden getragen wird. Zu diesem Zweck legt man auf die Mitte des Bodens, der Länge nach, einen 8 Zoll hohen, 10 bis 11 Zoll breiten Balken; in diesen Balken zapft man 3 Säulen, von der Höhe des Bords, 2 bis 3 Zoll tief ein, und befestigt auf denselben mit eisernen Klammern einen anderen Balken von 9 Zoll Breite und 7 Zoll Höhe; dies gibt einen Rahmen, den man auf allen Schiffen anbringt, deren Bord nicht stark genug zu sein scheint; um das Hin- und Herschieben der Säulen zu vermeiden, werden noch zwischen ihnen Streben eingezapft.

Bei hohem Ufer muss das Einschneiden der Auffahrt von der Brücke schon vor dem Anfang des Baus der Brücke geschehen, worauf das Brett, welches den 5 ersten oder Landbalken zur Unterlage dient, parallel mit dem Stromstrich, auf das Ufer gelegt wird; die Landbalken kommen entweder auf ein Schiff, oder auf einen Bock zu liegen, je nachdem das Wasser nahe dem Ufer mehr oder weniger tief ist. Überall, wo das Wasser nicht tief genug ist, das Schiff mit seiner Last zu tragen, bedient man sich der Böcke, welches man dann eine Landbrücke nennt, weil sonst, wenn die Schiffe mit ihrem Boden den Grund berühren, dieselben Schaden leiden würden. Die Streckbalken, deren in keinem Fall mehr als 5 erforderlich sind, (bei den oben angegebenen Dimensionen) werden so gelegt, dass die mittleren 5 einen Raum von 5,5 Fuß Breite einnehmen. Hat man nun z. B. 13 Fuß lange Bretter, so werden die beiden äußersten Streckbalken von diesen 3 mittleren auf jeder Seite 3,5 Fuß entfernt sein müssen; diese Entfernung muss aber überhaupt immer so eingerichtet werden, dass die zur Decke bestimmten Dielen auf jeder Seite noch 4 bis 5 Zoll über die Balken hinausragen.

Das erste Schiff wird, nach der Entfernung desselben vom Ufer, vermittels zweier Spann- oder Ankertaue, hinten und vorn an 2 starke in das Ufer eingeschlagene Pfähle oder Anker befestigt; alle anderen Schiffe werden durch einen Anker gegen den Strom gehalten, dessen Entfernung vom Schiff desto größer sein muss, je reißender der Strom, und je leichter er Anschwellungen ausgesetzt ist. Damit aber die Brücke auch gegen den Wind gesichert ist, welcher etwa dem Strom entgegen weht, so bekommt jedes Schiff auch unterhalb einen Anker. Während das Schiff verankert wird, belegt man es mit den Streckbalken, welche sowohl unter sich, als auch am Bord des Schiffes, oder an dem Gerüst, mit eisernen Klammern befestigt werden. Nachdem auch die Dielen übergelegt sind, bringt man über denselben, zu beiden Seiten der Brücke, noch Rödelbalken an, damit die Bretter sich nicht verschieben können, und die Brücke dadurch noch mehr Festigkeit erhält; jeder dieser Rödelbalken wird an dem unter ihm befindlichen Streckbalken drei Mal mit starken Rödelleinen fest gebunden, und dann durch den Rödel stark zusammen gewürgt. Von einem Schiff zum anderen wird noch außerdem ein Spanntau gezogen; das Scheertau ist aber bei stehenden Brücken, wenn der Fluss sehr breit ist, oder wenn die Brücke wegen durchgehender Schiffe aufgemacht werden soll, nicht anzuwenden.

Dies letztere geschieht oft bei Belagerungen oder bei Kommunikationsbrücken, die ein Zeit lang liegen bleiben, wenn die mit Kriegsbedürfnissen beladenen Schiffe die Brücke passieren müssen; oder auch wenn der Feind starkes Holzwerk, Brandschiffe, oder andere Feuermaschinen abschickt, um die Brücke zu sprengen. Um hierzu die Brücke zu öffnen, werden besondere Durchlassmaschinen verfertigt, welche aus 5 oder mehreren zusammen befestigten Schiffen bestehen, die aber mit den übrigen Schiffen der Brücke nur dergestalt verbunden werden, dass man sie ohne Aufenthalt und Schwierigkeit wieder davon trennen kann.

4) Pontonbrücken, s. d. Artikel.

5) Prahmenbrücken. Es können Fälle vorkommen, wo eine Armee, ohne gerade an Brückengeräten Mangel zu leiden, doch durch das Lokale des Landes, worin sie Krieg führt, verhindert wird, dieselben mit sich zu führen; oder sie kann durch Unfälle dieselben verloren, auch sie bereits angewendet haben, während der Feind sich schon aller vorhandenen Flussfahrzeuge bemächtigt hat. Es bleibt daher nichts übrig, als aus dem vorgefundenen Schiffbauholz, das man an allen schiffbaren Flüssen in hinreichender Menge antreffen wird, leichte Prahmen zu erbauen, und diese zum Brückenbau zu gebrauchen. Um nun Belagerungsgeschütz über die von dergleichen Prahmen erbauten Brücken gehen zu lassen, ohne dass man eben gezwungen ist, sie allzu nahe an einander zu stellen, wird erfordert, dass das Vermögen eines Prahms sich auf 14.000 Pfund erstrecke. Wenn man nun die Länge desselben zu 50 bis 51 Fuß annimmt, die Breite zu 7 Fuß 3 Zoll, die Anlage des Vorder- und Hinterteils zu 2,5 Fuß, der Seitenwände aber zu 5 bis 6 Zoll, so muss die Tiefe eines solchen Prahms 14,5 Zoll betragen, die aber der Wellen wegen auf 2 Fuß 2 Zoll erhöht wird. Der Bau der Prahmbrücken geschieht dann so, wie bei den Schiffbrücken.

6) Floßbrücken. Nicht nur die bei den Prahmbrücken angegebenen Gründe, sondern auch besonders der Vorteil, dass eine Floßbrücke, selbst vom stärksten feindlichen Feuer, nicht so leicht in den Grund gebohrt werden kann, so wie der leichte Bau derselben, können oft zu ihrem Gebrauch raten. Nur haben die Floßbrücken den Nachteil, dass man sich ihrer in schnellen Gewässern nicht ohne Furcht bedienen darf, weil sie dem Strom eine zu große Breite darbieten, woran er seine volle Kraft äußern kann. Da indessen die Geschwindigkeit des Wassers in allen Flüssen nicht an allen Orten gleich groß ist, so muss man für die Floßbrücken solche Stellen aussuchen, wo der Strom nicht allzu schnell ist.

Wenn die zu den Flößen zu gebrauchenden Baumstämme in ihrem mittleren Durchmesser 12 Zoll stark und 48 Fuß lang sind, so wird ein Floß von 20 Stämmen, nach Abzug seines eigenen Gewichts, (einschließlich der darauf liegenden Balken und Bretter) ein Vermögen von 21.500 Pfund haben; daher kann über eine Floßbrücke von solchen einzelnen Flößen, die 5 Fuß 7 Zoll im Lichten von einander abstehen, ohne Gefahr der Übergang des 12pfündigen Feldgeschützes bewerkstelligt werden, wobei die Flöße 10 Zoll tief ins Wasser eingedrückt werden. Um der hierbei nicht zu vermeidenden Unbequemlichkeit auszuweichen, dass das Wasser auf die Brücke schlägt, wenn schweres Feldgeschütz dieselbe passiert, so verbindet man immer 2 und 2 solche 23 Fuß 5 Zoll breite Flöße zu einem Ganzen, welche sodann aus 40 Stämmen bestehen, 46 Fuß 10 Zoll breit sind, und nach Abzug ihreseigenen Gewichts noch 45.800 Pfund Vermögen der Tragbarkeit haben. Hiernach würde dasselbe von der Last von 15.000 Pfund nicht viel über 7 Zoll tief ins Wasser eingedrückt werden, so dass man selbst Belagerungsgeschütz über ein Floßbrücke von doppelten Flößen, die nur 5 Fuß von einander abstehen, gehen lassen kann; ein 24pfünder wiegt mit der Sattelprotze und 12 Pferden etwa 20.000 Pfund, wodurch die Brücke nie über 9 Zoll eintauchen wird.

Während die Flöße eingefahren und verankert werden, legt man die Streckbalken darüber; der Kopf eines jeden Streckbalkens schneidet mit der einen Seite des Floßes ab, reicht über dasselbe und den Zwischenraum weg, und liegt noch 2 Fuß 3 Zoll neben dem Streckbalken des folgenden Floßes; bei den doppelten Flößen leidet dies jedoch eine Abänderung, wenn die Streckbalken dazu nicht lang genug sind. Der Bau der Flöße selbst ist bekannt genug; ihre Verankerung geschieht entweder durch gute Anker, deren Taue unterhalb und oberhalb der Brücke, in den Zwischenräumen, an den Balken, welche zwei Flöße zusammenhalten, befestigt werden, oder durch Schricken, welches starke spitze Pfähle sind, die durch ein in einen Sparren geschnittenes Loch in den Grund gestoßen werden. Sechs bis acht Schricken auf jeder Seite sind hinreichend, ein doppeltes Floß gegen Strom und Wind zu halten.

7) Tonnenbrücken. Obgleich diese allen übrigen Brücken wegen ihres Schwankens weit nachstehen, so kann sich doch der Fall ereignen, dass in der Nähe einer Stadt keine Fahrzeuge, auch keine Baumstämme für Flöße zu bekommen wären, und dass man dadurch veranlasst würde, die in dem Ort befindlichn Fässer und Tonnen herbeibringen zu lassen, und sie zum Brückenbau anzuwenden. Hat man Fässer von 2,5 Ellen Länge, 3 Fuß Weite am Spundloch und 2 Fuß 6 Zoll am Boden, und stellt sie 2 Fuß 1 Zoll auseinander, so kann man schon 6pfündige Kanonen über eine solche Brücke passieren lassen.

Beim Bau der Brücke selbst werden die Zapfenlöcher fest verstopft, und neben dem Spundloch, nach den Enden des Fasses zu, zwei eiserne Haspen eingeschlagen, deren Spitzen inwendig umgebogen werden, hierauf verstopft man auch das Spundloch. Von den oben angegebenen Fässern legt man hierauf 3 der Länge nach hintereinander, so dass die beiden äußersten Enden dieser Fässer 9 Ellen 14 Zoll von einander entfernt sind. Auf die Spundlöcher wird ein Lagerbalken gelegt, das Spundloch des mittleren Fasses gerade in der Mitte des Balkens, welcher nun an die Haspen fest angebunden wird. In Ermangelung der eisernen Haspen kann man auch einen Rödel in das Spundloch stecken, und mittels einer starken Leine den Lagerbalken an das Fass befestigen, wobei der Rödel an den Wänden des Fasses anliegen wird; hierbei ist aber die Unbequemlichkeit, dass die Fässer beim Übergang nie ganz eintauchen dürfen, weil sie sich sonst mit Wasser füllen würden.

Wenn der Lagerbalken von 9,5 Ellen Länge, 8 Zoll Höhe und 6 Zoll Breite, an den Fässern befestigt ist, so wird über zwei solche Fassreihen, auf jedem Ende, ein Streckbalken von 20 Ellen gelegt, so dass die Mitten der beiden Fassreihen 18 Ellen 8 Zoll von einander stehen; die Streckbalken kommen in einer Entfernung von 7 Ellen von einander zu liegen. Der Raum zwischen beiden Fassreihen wird nun auf den Streckbalken in 6 gleiche Teile geteilt; die hiernach gemachten Punkte bezeichnen die Stellen, wo nachher die übrigen Fassreihen zu liegen kommen. Sind nun die Streckbalken mit Bindeleinen oder eisernen Klammern gut an die Lagerbalken befestigt, so ist das erste Glied der Brücke fertig, und wird ins Wasser geschoben; hiernach werden unter die oben bemerkten Punkte der Streckbalken noch 5 Reihen Fässer, 3 in einer Reihe, befestigt, so dass ein jedes Glied der Brücke aus 21 Fässern besteht, wonach die Fassreihen selbst 37 Zoll im Lichten von einander abstehen. Auf dieselbe Art wird mit allen übrigen Gliedern der Brücke verfahren. Die verschiedenen Brückenglieder werden durch Balken mit einander verbunden, welche neben die Streckbalken zu liegen kommen, und sowohl mit diesen, als mit den Lagerbalken gut befestigt werden; hierauf legt man die Bretter darüber. Jedes Brückenglied wird nach Beschaffenheit der Umstände mit 2 bis 3 Ankern gegen den Strom und mit 2 Ankern gegen den Wind befestigt; die Ankertaue werden um die Streckbalken geschlungen.

8) Die sogenannten Sturmbrücken, oder Kastenbrücken, deren man sich früher zum Angriff der Festungen, beim Übergang über den Wassergraben, bediente, sind jetzt nicht mehr im Gebrauch, weil eine einzige Kugel die ganze Brücke unbrauchbar machen könnte; nur in Fällen, wo ein Detachement leichter Truppen zu irgend einem schnellen Unternehmen, über ein stilles Wasser und ohne Geschütz, setzen soll, wären sie noch anzuwenden, wenn man sie gerade bei sich hat.

Eine andere Art Sturmbrücken besteht in einer fliegenden Brücke, an deren Bord ein langes Viereck von Balken und Brettern durch eiserne bewegliche Haspen befestigt ist. Dieses Viereck wird während des Übersetzens aufgezogen, und schützt dann die Truppe gegen feindliche Flintenkugeln; beim Anlanden aber am jenseitigen Ufer, dient es als Brücke, so dass die Manschaft in Front herübermarschieren kann. So gibt es auch dergleichen doppelte Sturmbrücken, welche an jeder Seite ein solches Viereck zum Aufziehen haben.

9) Kommunikationsbrücken werden oft bei Belagerungen und Postierungen erfordert, und es kommt dann gewöhnlich mehr auf ihre Dauer, als auf die schnelle Erbauung derselben an. Sie zerfallen in vier besondere Arten, nämlich 3 Arten von Pfahlbrücken, und die Schanzkorbbrücken. Die Bockbrücken gehören nur in gewisser Rücksicht hier her, weil sie nur in solchen Gewässern zu brauchen sind, die weder Tiefe noch einen schnellen Strom haben; auch sind sie schon oben bei den Kolonnenbrücken erwähnt worden.

Die Verschiedenheit der Pfahlbrücken richtet sich nach der Verschiedenheit des Grundes, welchen der Fluss hat. Bei der ersten Art werden die Pfähle mit Rammen wie gewöhnlich eingerammt, welches aber Zeit erfordert, und einen ziemlich guten und festen Grund voraussetzt. Gewöhnlich gibt man den Jochen 16 Fuß Spannweite, und für jedes Joch 4 Pfähle, welche 12 bis 14 Zoll im Durchmesser haben; ihre Höhe richtet sich nach dem höchsten Wasserstand, so dass sie noch wenigstens 5 Fuß darüber hinwegstehen, nachdem sie im sandigen Boden 8 bis 10 Fuß, im festen 5 Fuß tief eingerammt sind. Die Streckbalken müssen wenigstens 10 Zoll hoch sein. Die Pfähle werden immer zwei und zwei hinter einander auf jeder Seite eingerammt; ihre Entfernung von einander beträgt 10 Zoll; auf den äußeren Seiten der Brücke gibt man ihnen Streben, um das Schwanken der Brücke zu vermindern. Je zwei Pfähle erhalten auf der inneren Seite, in der Höhe von 2 Fuß über der höchsten Wasserlinie, durch 4 bis 5 Zoll tiefe Einschnitte, 8 Zoll hohe Querhölzer, auf welchen die Lagerbalken ruhen, welche 18,5 Fuß lang, 10 Zoll breit und 12 Zoll hoch sind; über die Lagerbalken kommen abermals dergleichen Querhölzer, welche auf der äußeren Seite der Pfähle eingeschnitten sind; alles wird mit eisernen Klammern gut befestigt. Auf die Lagerbalken legt man in der Breite der Brücke 5 Streckbalken, von denen die 3 mittleren eine Breite von 6 Fuß einnehmen,die beiden äußersten aber dicht an den Pfählen liegen; sie werden auf dem Wechsel entweder neben einander gelegt, oder besser eingeschnitten und in einander gefugt; alles wird ebenfalls mit eisernen Klammern befestigt. Zur Decke der Brücke nimmt man starke Bohlen, welche an beiden Seiten durch Rödelbalken gehalten werden, die durch Klammern mit den Streckbalken zusammenhängen. Eine Seitenlehne an der Brücke ist unentbehrlich, so macht man vor jedem Joch durch eingerammte starke Pfähle einen Eisbrecher.

Bei reißenden Flüssen, besonders in gebirgigen Gegenden, die deswegen, und auch wegen ihrer Tiefe, keine Bockbrücken erlauben, welche aber einen so felsigen Grund haben, dass darin weder Anker halten würden, noch Pfähle eingerammt werden können, bedient man sich folgender Art von Pfahlbrücken, welche man auch gebrauchen kann, wenn man bei gutem Grund weder Zeit noch Gelegenheit hat, Pfähle einzurammen. Jedes Joch dieser Brücke besteht aus einer Art von Bock, dessen Füße in einen starken, mit Steinen beschwerten hölzernen Kasten eingezapft werden. Der Kasten bildet ein verschobenes Viereck, dessen Spitze gegen den Strom zu liegen kommt. Auf seinem Boden liegt ein Kreuz, von 15 Zoll hohen und 18 Zoll breiten Holzstücken; die Länge dieses Kreuzes beträgt so viel wie die Breite der Brücke; die Breite des Kreuzes ist davon die Hälfte. An den beiden Enden des Kreuzes, welche die Breite der Brücke bestimmt, sind 12 Zoll starke Säulen oder Ständer in einwärts gezogener Richtung, eingezapft; sie werden durch Streben, welche ebenfalls, nach der Mitte des Kreuzes zu, eingezapft sind, noch mehr befestigt; oben auf die Ständer kommt der 12 Zoll hohe Lagerbalken, in welchen 5 Einschnitte für die Streckbalken, in der bei der vorigen Brückenart gegebenen Entfernung, gemacht sind. Alles wird gut eingezapft und mit eisernen Klammern befestigt, und so ist ein Joch der Brücke fertig. Diesen Jochen gibt man gewöhnlich 16 Fuß Spannweite, und versenkt sie, nachdem die Kasten mit Steinen angefüllt sind, in der gehörigen Richtung und Entfernung. Die Vollendung dieser Brücke ist wie bei der vorigen Art, nur dass die Streckbalken hier so lang sind, dass ihr Wechsel immer nur erst auf den dritten Bock kommt.

Die dritte Art von Pfahlbrücken hat mit der vorigen viel Ähnlichkeit, und wird bei Morästen, Torfmooren und solchen Gewässern angewendet, welche Treibsand auf ihrem Grund haben. Hier ist es nur nötig, den Böcken einen breiten Grund zu geben, dass sie nicht einsinken, sondern nur auf eine gewisse Tiefe eindringen. Man hat hier zweierlei Arten von Böcken:

1) Der einfache Bock. Hierzu legt man 2 Balken, so viel Fuß lang, wie die Brücke breit sein soll, in der Entfernung von 3 Fuß nebeneinander, und verbindet sie durch zwei andere Balken, deren Entfernung die Hälfte der Länge der beiden ersten Balken beträgt. Diese 4 Balken sind 14 Zoll hoch und 16 Zoll breit. In die Mitte der Querbalken werden Zapfenlöcher für die Ständer, in die vier Ecken der beiden Seitenbalken aber Zapfenlöcher für die Streben eingeschnitten, so dass jeder Ständer zwei Streben erhält. Sodann wird das Gerippe der 4 Balken unten mit starken Brettern beschlagen, und allenfalls noch mit Steinen beschwert, um das Sinken zu befördern. Oben auf die Ständer wird der Lagerbalken eingezapft, der jedoch auf beiden Seiten um ein Viertel der ganzen Breite der Brücke, über die Ständer hinwegreichen wird; die Einschnitte in den Lagerbalken für die 3 mittleren Streckbalken kommen aber zwischen den beiden Ständern zu liegen. Nach dieser Art hat also jedes Joch nur 1 Gerippe.

2) Der doppelte Bock, wo immer zwei Joche ein Gerippe haben. Die beiden Seitenbalken werden hier in der Entfernung, welche die Spannweite der Joche haben soll, also 16 Fuß, auseinander gelegt und wie vorher durch Querbalken verbunden, und mit Brettern beschlagen. Der Ständer wird da eingezapft, wo die Querbalken den Seitenbalken treffen, und erhält eine Strebe, die am Ende des Seitenbalkens eingezapft ist.

Die Schanzkorbbrücken werden nur angewandt, um Gewässer zu überbrücken, die keinen Strom haben, und wenn man keine Zeit hat, um Pfähle einzurammen usw. Nachdem die Schanzkörbe von 6 Fuß Durchmesser, und so hoch, wie die Tiefe des Wassers beträgt, geflochten sind, stellt man immer 3 und 3 neben einander, welche die Joche bilden, und gibt ihnen 12 Fuß Spannweite. In die Mitte eines jeden Schanzkorbes wird ein Pfahl, 4 Zoll stark, mit einem Handschlägel eingeschlagen, und an den Wänden des Schanzkorbes mit Weiden befestigt, damit er beim Füllen derselben seine senkrechte Richtung erhalte. Die Schanzkörbe stehen 1 Fuß weit von einander, und werden nun mit Erde und Steinen gefüllt. Auf die eingeschlagenen Pfähle kommt ein 5 Zoll hohes und 6 Zoll breites Kreuz, was durch ein in seiner Mitte befindliches Loch auf den Pfahl gesteckt wird; seine Schenkel sind 6 Fuß 6 Zoll lang, und in denselben sind 2 Einschnitte, 6 Zoll breit, gemacht, die 2 Fuß von einander, jeder 1 Fuß von der Mitte des Schenkels, entfernt sind; in diese Einschnitte werden die Lagerbalken gelegt, 6 Zoll breit, 8 Zoll hoch, 16 Fuß lang; die Streckbalken werden auf die Lagerbalken so gelegt, dass der mittelste auf den Pfahl des mittelsten Schanzkorbes zu liegen kommt, alle 5 aber in gleicher Entfernung eine Breite von 14 Fuß einnehmen. Das Belegen der Streckbalken usw. geschieht wie gewöhnlich. Will man die Brücke so breit haben, dass 2 Wagen einander ausweichen können, so braucht man nur statt 3, 6 Schanzkörbe neben einander stellen. Wenn die Brücke nur von Infanterie und leichtem Feldgeschütz passiert werden soll, so braucht man nur Schanzkörbe von 3 Fuß Weite zu nehmen.

10) Fliegende Brücken. Diese sind nichts anderes, als 2 überbrückte Kähne, die sich an einem mit oberwärts in den Fluss geworfenen Ankern hinüber und herüber bewegen, und bieten allenthalben viel Bequemlichkeit zum Übersetzen von Truppen und Geschütz dar, wo es an Materialien fehlt, irgend eine andere Brücke zu schlagen, oder wo die Flüsse sehr breit und reißend sind. Beim Überbrücken der Kähne selbst hat man alles das zu beachten, was oben bei den Schiffbrücken angeführt ist, und hierher gehört; an beiden Enden der Kähne muss in denselben noch Raum genug vorhanden sein, damit die Pontonniere die zur Bewegung der Brücke nötige Arbeit verrichten können. Über der Brücke selbst werden Masten oder Säulen errichtet, welche das Gerüst für das Ankertau tragen. Diese Masten werden in die schon in den Kähnen befestigte Mastspur eingesetzt, und durch einen Laufbalken verbunden, an welchem sich das Ankertau hin und her bewegt; nur für fliegende Brücken, welche längere Zeit gebraucht werden sollen, ist es nötig, 2 Laufrollen zu errichten, und das Tau durch eine Katze oder eichenen Klotz zwischen denselben sich bewegen zu lassen.

An beiden Ufern werden Landbrücken gebaut, welche so weit in den Strom hineinreichen müssen, dass die Brücke auch bei der schwersten Ladung Wassertiefe genug hat. Der Anker wird flussaufwärts in der Mitte des Stroms ausgeworfen; seine Schwere richtet sich nach der Schnelligkeit des Stromes und nach der Größe der Brücke; das durch den Ring des Ankers gezogene Tau, welches bis zu den Masten der Brücke reicht, heißt das Giertau. Auf mittleren Flüssen von 150 Fuß Breite ist ein Anker, von 300 bis 350 Pfund Schwere hinreichend; breitere Flüsse aber, wie der Rhein, die Donau, usw. erfordern 3 Anker, welche nebeneinander liegen, und zwar so, dass die Länge ihrer Taue, bis an den Punkt, wo sie sich mit dem Giertau vereinigen, gleich ist; der mittlere Anker wiegt dann 500 Pfund, die beiden anderen jeder 300 Pfund. Sollte der Strom nicht in der Mitte des Flusses sein, sondern sich nach einem Ufer hinneigen, so müssen die Anker in einer verhältnismäßigen Entfernung seitwärts des Stromstriches ausgeworfen werden, weil sonst die Brücke sich nicht nach beiden Seiten mit gleicher Geschwindigkeit bewegen würde. Die Länge des Giertaus richtet sich nach der Schnelligkeit des Stroms, so dass es um so länger sein muss, je reißender der Fluss ist, weil sonst die Kraft, mit der die Brücke gegen das Ufer geworfen wird, zu groß sein würde. Bei einem langsameren Strom kann das Giertau so kurz gemacht werden, dass es nur 5/9 der Breite des Flusses beträgt. Damit das Giertau nicht im Wasser schleppe, werden Kähne darunter gehängt, welche es auf hölzernen Gabeln tragen. Hätte der Strom nicht Geschwindigkeit genug, der fliegenden Brücke einen schnellen Gang zu verschaffen, so hat man dazu 2 Mittel, 1) die sogenannten Flügel, 2) der Schütt oder das Schutzbrett.

Der Flügel besteht aus 2 eichenen, mit starken Querlatten zusammen verbundenen Dielen, 14 Fuß lang, 12 bis 13 Zoll breit, 2 Zoll stark, die mit Schraubenbolzen an die Spitze des Schiffes befestigt werden. Sobald die Brücke das Ufer verlässt, wird der dem Strom entgegen gekehrte Flügel ins Wasser gelassen, der dann dem Strom eine 28 Quadrat-Fuß große Fläche darbietet, auf welche dieser mit der ganzen Kraft eines senkrechten Stoßes wirken kann. Damit der Flügel nicht vom Druck des Wassers umgebogen werde, ist ein 4 Zoll starker Klotz darunter befestigt, der sich an den Bord des Schiffes stützt.

Das Schutzbrett ist noch wirksamer als die Flügel, und wird zwischen den beiden Schiffen mittels einer Walze ins Wasser gelassen. Es läuft zwischen 4 Balken im hinteren Zwischenraum der beiden Schiffe, und ist 4 Fuß hoch. Dem Wasser wird dadurch der Weg zwischen den beiden Schiffen fast ganz versperrt; es stützt sich an das Schütt und beschleunigt die Bewegung der fliegenden Brücke. In Ermangelung der Schiffe kann man auch dergleichen Brücken von Pontons errichten, wenn diese nicht hinreichen die ganze Breite des Flusses zu überbrücken.

Es bleibt nun noch übrig, etwas über die Sprengung der feindlichen Brücken zu sagen. Bei allen Schiff-, Ponton- und dergleichen Brücken ist es hinreichend, große Bäume, Holzstöße, oder mit Steinen beschwerte Fahrzeuge durch den Strom gegen sie antreiben zu lassen; man bedient sich aber auch der Feuerkähne und Sprengmaschinen, um seinen Zweck desto sicherer zu erreichen; gegen Pfahl- oder andere feste Brücken von Holz bedient man sich jedoch der beiden letzteren immer.

Schickt man große Flöße gegen die feindliche Brücke ab, so nimmt man dazu sehr starke Baumstämme, verstärkt ihre Verbindung außer den gewöhnlichen Weiden noch durch Querlatten, und schlingt eine große eiserne Kette quer über alle Stämme. Dies wird den feindlichen Arbeitern eine rasche Zerstörung des Floßes fast unmöglich machen; um sie aber noch außerdem von demselben ganz zurückzuscheuchen, kann man eine Anzahl gefüllter Bomben darauf legen, deren Bränder so eingerichtet sind, dass sie nach und nach zu verschiedenen Zeiten ausbrennen.

Große Schiffe mit Steinen oder Erde beladen, kann der Feind leicht durch eingehauene Löcher versenken; besser ist es, sie durch eingebohrte Löcher mit Wasser anzufüllen, so dass sie nur etwa 14 bis 16 Zoll Bord behalten; sie werden dann nicht so leicht von feindlichen Kugeln getroffen, oder überhaupt versenkt werden können.

Fest verschlossene und verpichte Tonnen, mit einer Schwemmung von Brettern versehen, und mit Pulver angefüllt, dienen dem selben Zweck, ohne zu großen Aufwand an Zeit und Geld zu erfordern; ihre Ladung wird bei ihrer Ankunft an der Brücke durch eine genau abgemessen Lunte, oder durch eine Schlagfeder, mit einer hervorstehenden Stange, angezündet.

Eine Menge kleiner Fahrzeuge, durch Ketten mit einander verbunden, und durch hineingelassenes Wasser beschwert, tut ebenfalls gute Dienste. Der Bord darf nur 1 Fuß aus dem Wasser ragen, und wird durch eine Anzahl leerer Fässer schwimmend erhalten.

Auf großen Flüssen, wie dem Rhein oder der Donau, kann man sich der gewöhnlichen Feuerschiffe bedienen, wie sie zur See gebräuchlich sind; auf kleinen Gewässern hingegen ist es hinreichend, kleine Fahrzeuge mit Pulver, geschmolzenem Zeug, Stroh, Kienholz und anderen feuerfangenden Materialien angefüllt, brennend mit dem Strom zur feindlichen Brücke hin treiben zu lassen.

Am wirksamsten sind Sprengmaschinen, oder schwimmende Minen, wodurch sogar steinerne Brücken vernichtet werden können. Die einfachste Art dieser Minen ist, wenn man in ein Fahrzeug, dessen Größe sich nach der Größe und Festigkeit der Brücke richtet, ein längliches Viereck von gebrannten Steinen aufgemauert, dessen oberer Teil die Gestalt eines flachen Daches erhält. Das Mauerwerk ist überall 2 Fuß stark, inwendig mit Pulver gefüllt, und wird durch eine richtig abgemessene Lunte, oder besser durch eine Schlagfeder angezündet. Im ersteren Fall wird das Fahrzeug durch einen quer über gut befestigten starken Balken an der Brücke festgehalten; im anderen Fall stellt man ein zur Schlagfeder gehörige Stange senkrecht auf, oder bringt auch mehrere dergleichen an; sobald diese Stange anstößt, wird die Feder eines Flintenschlosses abgedrückt, und die Mine mittels einer Stoppine entzündet.

Man kann sich auch eines großen wasserdichten Kastens bedienen, der mit Bomben gefüllt ist, und noch außerdem einen mit eisernen Bändern beschlagenen Kasten, mit Pulver angefüllt, enthält; vorne wird der äußere Kasten so spitz gemacht, um das Wasser besser zu durchschneiden, und bekommt hinten ein Steuerbrett, um ihn in gehöriger Richtung mitten im Strom zu halten. In den Deckel des Pulverkastens sind Löcher eingeschnitten, um ihm das Feuer mitteilen zu können; über dem großen Kasten stehen zwei Stangen empor, durch deren Berührung zwei Flintenschlösser abgedrückt werden; der Rand des Kastens steht nur 6 Zoll über dem Wasser hervor, jedoch richtet sich diese Höhe nach der Art der Brücke, da er z. B. gegen Floßbrücken fast ganz mit dem Wasser gleich sein muss.

Bei der Anwendung aller dieser Maschinen, muss man jedoch mehrere hinter einander abgehen lassen, damit der Feind außer Stand gesetzt wird, sie alle auf einmal aufhalten zu können; auch kann man einige Kanonenfahrzeuge, oder eine schwimmende Batterie hinterher schicken, um durch deren Feuer zugleich die zur Sicherheit der Brücke dienenden Posten anzugreifen, und so seine Absicht desto gewisser zu erreichen. Es versteht sich aber, dass man vorher genaue Nachrichten von der Beschaffenheit und Lage der Brücke, und von den feindlichen Sicherheitsanstalten, eingezogen hat. Die Länge aller Sprengmaschinen darf nicht die Entfernung zweier Schiffe oder Pontons, oder die Spannweite der Bogen und Joche übersteigen, weil sie sonst leicht durch den Strom quer vor die Brücke geführt werden könnten, und dann durch die Gewalt des Wassers umgewendet, und daher versenkt werden würden. Auch muss man von dem Fall und von der Tiefe des Flusses unterrichtet sein, und ob sich der Strom stark zum Ufer wendet. Hat der Feind Barrikaden vor der Brücke, so muss man diese erst durch vorangeschickt Flöße zu öffnen suchen, ehe man die Sprengmaschinen abschickt. – Von den Sicherheitsmaßregeln gegen alle diese Anstalten s. Pontonbrücke.

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

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