Sturm

Sturm

Sturm, im Militärwesen der Abschluss eines jeden vollständig durchgeführten Angriffs. Er bezweckt das Vertreiben des Gegners aus seiner Stellung und die Besitznahme dieser letzteren selbst. Liegen nicht außergewöhnliche Verhältnisse vor, z. B. völlige Überraschung des Feindes, Dunkelheit, starker Nebel, so hat heutzutage der Sturm nur Aussicht auf Erfolg, wenn der Angreifer vorher die infanteristische und artilleristische Feuerüberlegenheit gewonnen hat. Die deutsche Infanterie führte den Sturm derart aus, dass nach dem Aufpflanzen des Seitengewehrs das Gewehr an die rechte Seite genommen und in den Sturmschritt übergegangen wurde; die Tamboure schlugen den Sturmmarsch. Auf angemessene Entfernung vom Feind erfolgte der Übergang in den vollen Lauf, wobei die Spielleute unausgesetzt schlugen und bliesen. Unmittelbar vor dem Einbruch fällten die dem Feind zunächst befindlichen Mannschaften das Gewehr und alles stürzte sich unter andauerndem Hurrarufen zum Handgemenge auf den Feind. War der Gegner geworfen, so wurde sofort das Verfolgungsfeuer aufgenommen. S. auch Festungskrieg.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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