Besatzung

Besatzung

Besatzung, Truppe zur Abwehr feindlicher Angriffe auf Befestigungen. Feldbefestigungen erhalten eine Ausdehnung, die in angemessenem Verhältnis zu der für die Besatzung verfügbaren Truppen steht. Soll der Feind nur aufgehalten werden, so genügt ein Mann auf 1 m Feuerlinie, will man einen Entscheidungskampf annehmen, so braucht man eine Rotte Infanterie auf 1 m. Außerdem sind Artillerie, Pioniere etc. nötig und eine Reserve von etwa ein Viertel der Gesamtstärke. Die Kriegsbesatzung der Festungen muss stets eine starke sein, weil man es, abgesehen von kleinen, als Sperrpunkte wichtigen Plätzen, deren Besatzung sich nach den örtlichen Verhältnissen richtet, nur mit politisch und strategisch wichtigen, großen Waffenplätzen zu tun hat.

Während man früher zur Besatzung der Festungen minderwertige Truppen wählte (Preußen 1806, Frankreich 1870), verwendet man später größtenteils Linientruppen, geschlossene Divisionen, Brigaden etc. Eine Festung mit solcher, zu weitausgreifenden Unternehmungen befähigten Besatzung beherrschte ganze Geländeteile, bzw. einen Kriegsschauplatz. Auch die Festungsartillerie musste verstärkt werden, da die gezogenen Geschütze sorgfältige Bedienung verlangten, und da die Wirkung schwerer Geschütze im Festungskrieg eine immer entscheidendere geworden war. Die Besatzung von Metz betrug im Frieden fast 6 Bataillone; rechnet man für das Geschütz durchschnittlich 6 Mann und für jedes Kampfgeschütz eine doppelte Bedienung, so war es nötig, jene Besatzung auf mindestens 9–10.000 Mann zu erhöhen und hierzu die erforderlichen Landwehrbataillone heranzuziehen. Bei minder bedeutenden Festungen konnte man die Besatzung auf 5–6000 Mann Fußartillerie, 15–20.000 Mann Infanterie veranschlagen; dazu kamen, wenn nicht geschlossene Truppenverbände die bezüglichen Dienste leisteten, ein bis zwei Kavallerieregimenter, ein bis zwei Pionierbataillone und ein bis zwei Ausfallbatterien. Vgl. Festungskrieg.

Besatzung, das Funktionspersonal von Landfahrzeugen und Flugzeugen, auschließlich der Passagiere. Im Seewesen die Gesamtheit aller an Bord eines Schiffes befindlichen Personen; vgl. Bemannung.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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