Kontreskarpe

Kontreskarpe

Kontreskarpe (Contrescarpe, Kontereskarpe, franz. contre-escarpe, spr. kongtreskarp), ist eigentlich die äußerer Abdachung des Grabens, sowohl bei Schanzen als bei Festungswerken, Fig. 74 u s; jedoch nennt man so auch alle diejenigen Werke zusammengenommen, welche auf der Fläche, die an den äußeren Grabenrand grenzt, liegen, u s h’ c’ d’. Gewöhnlich läuft die Kontreskarpe mit dem Umriss der Festung parallel, und ist bei trockenen Gräben mit einer Bekleidungsmauer versehen, die neun bis zwölf Fuß hoch, oben drei Fuß dick ist, und ein Sechstel ihrer Höhe zur Böschung hat, da sie keine Brustwehr trägt, auch nicht den feindlichen Kanonenschüssen ausgesetzt ist. Bei nassen Gräben ist die Bekleidungsmauer der Kontreskarpe überflüssig, und man findet sie nur noch an den alten Festungen der Spanischen oder Italienischen Manier. Öfters liegen unter der Kontreskarpe krenelierte Galerien zur Verteidigung des Grabens.

Querschnitt von Wall und Graben: a Eskarpengitter mit geraden Spitzen, b Kontereskarpengitter mit gebogenen Spitzen.

Querschnitt von Wall und Graben: a Eskarpengitter mit geraden Spitzen, b Kontereskarpengitter mit gebogenen Spitzen.

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

Glossar militärischer Begriffe