Werk

Werk, begreift in der Befestigungswissenschaft jede zur Verteidigung oder zum Angriff aufgeführte Verschanzung, sie sei nun von Erde aufgeworfen, oder gemauert, oder von Holz erbaut. Gewöhnlich nennt man aber die im Feld aufgeführten Verschanzungen, schlechthin Schanzen, die bei den Festungen, und auf längere Zeit errichteten Verschanzungen aber Werke.

Die Schanzen werden teils nach der Anzahl ihrer ausspringenden Winkel benannt, teils aber bekommen sie noch folgende Namen: 1) Flesche, 2) Redan, 3) Redoute, 4) Kreuzredoute, 5) Sternschanzen mehrerlei Art, 6) Kremailleren, 7) Sägewerke, 8) Traversen. Nach ihrer Anlage sind die Schanzen ferner entweder geschlossene, oder an der Kehle offene. Nach ihrer Bestimmung sind sie 1) Feldschanzen, 2) verschanzte Lager, 3) Brückenschanzen, 4) Bergschanzen, 5) Geschützverschanzungen, 6) Verschanzungen einzelner Posten, als Häuser, Kirchen, Kirchhöfe, Dörfer, Städte, Brücken, Furten, Dämme, Ufer eines Flusses, Küste des Meeres, Wachthäuser etc.; 7) Verschanzungen zum förmlichen Angriff befestigter Orte, als Trancheen, Zirkumvallationslinien, Kontravallationslinien.

Die auf längere Zeit errichteten Schanzen oder Festungswerke zerfallen in

  1. Hauptwerke, dahin gehören: Hauptwall, Bastionen, Kurtinen, Bollwerkstürme, Glacis und bedeckter Weg.
  2. Außenwerke, liegen im Hauptgraben: a) Faussebraye, b) Graben-Tenaillen, c) Ravelins, d) Zangenwerke, e) Kontregarden.
  3. Äußere Werke, liegen ebenfalls im Hauptgraben, aber verteidigen ihre Front durch sich selbst: a) die einfache Schere, b) die doppelte Schere, c) die verstärkte Schere, d) das Hornwerk, e) das Kronenwerk, f) das doppelte Kronenwerk, g) gekrönte Werke, h) Flügel, i) Schwalbenschwanz, k) Pfaffenmütze, l) geschultertes Hornwerk.
  4. Vorwärts gelegene Werke oder Vorwerke: a) Vorgraben, b) der doppelte bedeckte Weg, c) Lünetten, d) Fleschen, e) Türme, f) Blockhäuser.
  5. Detachierte Werke, als Redouten, Fleschen, Lünetten, Hornwerke, Kronwerke, Montalembertsche Türme.
  6. Retirierte Werke, welche im Innern eines anderen Werks liegen, als a) Kavaliers, b) Abschnitte, c) Coupuren, d) Reduits, e) Redouten, f) Kaponnieren, g) Kasematten, h) krenelierte Galerien, i) Gewölbe, k) Tambours, l) Blockhäuser, m) Rückenwehren, n) Bonnets, o) Traversen.
  7. Zitadellen.
  8. Forts.
  9. Brückenköpfe.
  10. Posten

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

Glossar militärischer Begriffe