Hamburg

Segelschiffe im Hansa-Hafen in Hamburg

Hamburg, am Hanseatenweg der NaturFreunde und der Via Baltica gelegen, ist wahrscheinlich aus einer von Karl dem Großen um 808 auf der Anhöhe zwischen Elbe und Alster gegen die Slawen errichteten Befestigung entstanden, die nach der umliegenden Waldung (Hamme) Hammaburg hieß; früher mag hier wohl ein sächsischer Opferplatz gewesen sein, an dessen Stelle Karl 811 eine Kirche gründete. Diese wurde fortan der Ausgangspunkt für die Christianisierung und Kultivierung auch der weiteren Umgebung; Nordalbingien und Jütland, die dänischen Inseln und selbst Schweden und Norwegen wurden von Hamburg aus der christlich-germanischen Kultur gewonnen. 831 wurde Hamburg zum Bistum, 834 zum Erzbistum erhoben, das dem heiligen Ansgar (s. d.) verliehen wurde. Nachdem die Stadt, die Domkirche und das von Ansgar gegründete Kloster 845 von den dänischen Normannen unter König Horik eingeäschert worden waren, wurde 847 das Erzbistum Hamburg mit dem Bistum Bremen vereinigt und der Sitz desselben nach Bremen verlegt; das bedeutete in gewissem Sinn ein Zurückweichen der Kulturarbeit nach Westen. Wieder aufgebaut, wurde die Stadt bis zu den Zeiten Heinrichs I. noch mehrmals von Verwüstungszügen der Dänen und Slawen heimgesucht. Bei der Erhebung der Slawen nach Ottos II. Tode (983) fiel sie wieder in deren Gewalt und wurde ihnen erst 987 wieder abgenommen. Erzbischof Unwan (1013–29) gründete an Stelle des Klosters ein Domkapitel, und Alebrand (Bezelin, 1035–43) erbaute 1037 den Dom aus Quadern und einen Palast an der Elbe (die Wideburg), die 1072 von den Wenden zerstört wurde. Mit Holstein erwarb Graf Adolf I. von Schauenburg 1110 Hamburg; unter ihm wurde der Dom erneuert. Graf Adolf III. gründete 1188 neben der bisherigen Altstadt (Petrikirchspiel) die Neustadt (Nikolaikirchspiel) und wirkte Hamburg gegen eine bedeutende Geldunterstützung zu einem Kreuzzug bei Kaiser Heinrich VI. 7. Mai 1189 wesentliche Freiheiten aus, namentlich das Weichbildrecht, eigene Gerichtsbarkeit, Zollfreiheit und das Recht der Fischerei auf der Elbe bis zum Meer. Die Regierung der Stadt lag seit 1190 in der Hand eines Rates. Gilden oder Zünfte der Handwerker, den kaufmännischen Organisationen entsprechend, hatten sich bereits gebildet. Nachdem sich die Stadt 1201 Waldemar von Schleswig nach dessen Sieg über den Grafen von Holstein ergeben, stand sie unter der Herrschaft des dänischen Statthalters. 1223 erfolgte die endgültige Verlegung des erzbischöflichen Sitzes nach Bremen, doch behielt Hamburg sein Domkapitel. Nach der Gefangennahme König Waldemars durch Heinrich von Schwerin 1223 geriet Hamburg 1225 wieder in die Gewalt der Grafen von Schauenburg, die sich nun immer mehr in Hamburg festsetzten und 1231 oberhalb der Stadt ein befestigtes Schloss anlegten.

Alsterarkaden in Hamburg

Nach 1300 zählte Hamburg die für eine damalige Stadt stattliche Zahl von 7000 Einwohnern, und neben Viehzucht und Fischerei mehrte sich allmählich die Handelstätigkeit. 1241 schloss es mit Lübeck einen Vertrag (vgl. Hanse), wonach keine Stadt den aus der anderen Verwiesenen Schutz gewähren durfte und beide sich zur Vertilgung der Räuber und Friedensbrecher vereinigten, und dieser Vertrag wurde 1255 zu einem Schutz- und Trutzbündnis sowie zu einer Vereinbarung über eine gemeinsame Münze erweitert; 1259 wurde auch mit Bremen ein freundschaftliches Verhältnis angeknüpft. 1270 gaben sich die Bürger eine neue Stadtverfassung. Zwar stand noch immer an der Spitze der Stadt der schauenburgische Vogt; aber 1292 erhielt sie volle Selbständigkeit in inneren Angelegenheiten und vergrößerte bald durch den Ankauf Eppendorfs, des Billwärders und des Amtes Ritzebüttel ihr Gebiet. Bereits 1302 verzichteten die Grafen auch auf jede Zollerhebung in der Stadt. Wiederholt musste die Stadt zur Sicherung ihrer Schiffahrt Seeräuber bekriegen: der berüchtigte Klaus Störtebeker wurde 1401 gefangen genommen, die ostfriesischen Häuptlinge, welche die Elbe blockierten, wurden 1402 auf der Sandbank bei Helgoland völlig geschlagen. 1420 eroberte Hamburg im Verein mit Lübeck die Vierlande. Im Innern erstarkten auch in Hamburg die in Zünften oder Ämtern organisierten Handwerker und erhoben sich gegen die patrizischen Großkaufleute, die bis dahin allein im Rat vertreten waren; sie erzwangen 1410 die Einsetzung der Achtundvierziger und den zwischen diesen Vertretern der Bürgerschaft und dem Senat abgeschlossenen sogen. ersten Rezess; doch stellte erst ein neuer Rezess von 1458 die Ruhe vorläufig her, bis 1483 ein Böttcher, Heinrich von Lo, einen Aufstand erregte, der wieder durch einen Rezess beendigt wurde. Nachdem Hamburg 1461 dem Erben der Schauenburger, König Christian I. von Dänemark, gehuldigt, wurde es 1510 von Maximilian I. zur Reichsstadt erklärt, was nach langen Verhandlungen 1618 auch durch das Reichskammergericht anerkannt wurde.

Brooksbrücke in Hamburg

Die Reformation fand schon 1521 Eingang; nachdem Bugenhagen Kirchen- und Schulwesen geordnet hatte, ward durch den langen Rezess vom 19. Febr. 1529 die Reformation endgültig eingeführt, eine Kirchenordnung erlassen und dem Rat mit den drei Kollegien der Oberalten, der Achtundvierziger (seit 1685 Sechziger) und der Hundertvierundvierziger (seit 1685 Hundertundachtziger) das Regiment der Stadt übertragen. Die gemeine Bürgerschaft zerfiel in die erbgesessene Bürgerschaft (Grundeigentümer) und die Älterleute (Werkmeister der Ämter). 1536 trat Hamburg dem Schmalkaldischen Bund bei, musste aber 1547 nach Besiegung des Bundes 60.000 Gulden zahlen und Abbitte tun. Während die religiöse Unduldsamkeit die Mennoniten und andere sektierende Protestanten aus Hamburg vertrieb, die nun auf holsteinischem Boden Altona gründeten, flüchteten in der zweiten Hälfte des 16. und im Anfang des 17. Jahrhunderts zahlreiche Niederländer, besonders aus Antwerpen, und Juden aus Spanien und Portugal nach Hamburg und brachten nebst Geldmitteln wertvolle Handelsverbindungen und Übung im Geld- und Wechselgeschäft mit. In Antwerpen hatten aber auch die englischen sogen. Merchant Adventurers ihren Stapel gehabt: auch sie verlegten ihn 1567 nach Hamburg, wo bald eine englische Kolonie entstand, die den Handel außerordentlich belebte. Bis zur Zeit der Kontinentalsperre und darüber hinaus hat in Hamburg der englische Einfluss vorgeherrscht, und manche Einrichtung des Verkehrslebens ist englischen Vorbildern nachgebildet oder wenigstens davon beeinflusst worden. Schon 1603 erhielt Hamburg ein Wechselrecht. Mit Innerdeutschland, namentlich mit Lüneburg, Braunschweig, Leipzig und Breslau, stand Hamburg seit Ende des 16. Jahrhunderts in regelmäßigem Postverkehr, 1615 zog die Turn und Taxissche Post ein, und bald legten alle Nachbarstaaten in Hamburg Posten an; auch ward 1615 die Neustadt mit in die Umwallung der Stadt gezogen und 1619 die Bank gegründet. Obwohl Hamburg während des Dreißigjährigen Krieges direkt nicht zu leiden hatte, wurde sein Handel durch die Verödung seines deutschen Hinterlandes doch schwer geschädigt und ging teilweise an die Holländer über. Die gedrückte Lage vieler Bürger veranlasste eine Auflehnung gegen den Rat, der die Staatslasten nicht verminderte; zwei Häupter der Bürgerschaft, Schnitger und Jastram, suchten bei Dänemark Hilfe, und die Dänen erschienen 1685 vor der Stadt, die Erbhuldigung verlangend. Sie wurden zurückgewiesen und Schnitger und Jastram hingerichtet. Infolge der Umtriebe der calvinistischen Geistlichkeit brach 1693 ein offener Aufstand aus, in dem die niedere Klasse (Mayerianer nach ihrem Führer Mayer, Hauptpfarrer zu St. Jakobi, genannt) den Sieg davontrug. Doch eine kaiserliche Kommission verwies Mayer aus der Stadt und brachte 1699 einen neuen Rezess zustande; aber die Mayerianer riefen ihren Anführer zurück und setzten 1708 den Rat ab. Durch Eingreifen kaiserlicher Kommissare kam endlich der große Hauptrezess von 1712 zustande, der ein dauerndes Einverständnis zwischen Rat und Bürgerschaft herstellte. Friedrich IV. von Dänemark hatte die günstige Gelegenheit für sich benutzen wollen und war 1712 vor die Stadt gerückt, ließ sich jedoch mit 246.000 Reichstalern abfinden.

Dovenfleet in Hamburg

Der Handel blühte nun von neuem auf; besonders erlangte der Getreidehandel während des Siebenjährigen Krieges große Bedeutung. Aber die Nachwehen des Krieges (der Friede zwischen Preußen und Schweden wurde 22. Mai 1762 zu Hamburg abgeschlossen) und die Spekulationswut führten dazu, dass 1763 fast 100 der angesehensten Häuser Bankrott machten. Der Gottorpsche Vertrag von 1768 sicherte endlich Hamburgs Unabhängigkeit für immer gegen dänische Angriffe, und 1770 erhielt die Stadt auch Sitz und Stimme auf dem Reichstag. Besonderen Vorteil brachte Hamburg der nordamerikanische Befreiungskrieg, insofern während desselben die kriegführenden Mächte allen neutralen Schiffen die freie Fahrt nach ihren Kolonien erlaubten. Infolge der französischen Revolution wurde Hamburg von Emigranten überschwemmt, die viel Geld mitbrachten und auf die Verfeinerung der äußeren Sitten einwirkten. Die Eroberung Hollands durch die Franzosen (1795) brachte schließlich fast den ganzen holländischen Handel nach Hamburg. Durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 erhielt die Stadt das Domgebiet; der Dom wurde abgebrochen. Nachdem die Stadt 1801 vorübergehend von den Dänen besetzt worden, rückten 1806 die Franzosen erst in das Amt Ritzebüttel, 19. Nov. auch in Hamburg selbst ein, worauf die Engländer die Elbe blockierten. Hierdurch und durch die Kontinentalsperre wurde Hamburgs Schiffahrt und Handel stark geschädigt; nur durch einen genial betriebenen Schmuggel war die Einfuhr englischer Kolonialwaren noch möglich. Um den Handel ganz zu beherrschen, verleibte Napoleon Hamburg mit Nordwestdeutschland 13. Dez. 1810 dem französischen Kaiserreich ein, machte es zur Hauptstadt des Departements der Elbmündung und erklärte es für eine der bonnes villes de l’Empire. Als 1813 die Franzosen 12. März die Stadt räumten und der russische General Tettenborn 18. März einzog, wurde er mit Begeisterung empfangen, aber von dem bedächtigen Senat so wenig unterstützt, dass er sie Ende Mai wieder räumte. Davout, der am 30. Mai Hamburg wieder besetzte, behandelte die Stadt als Rebellin, legte ihr 48 Mill. Mk. Banko Kontribution auf und konfiszierte, da sie nicht bezahlt werden konnten, alle Kassen sowie die Geldvorräte der Bank (7,5 Mill.); die angesehensten Bürger wurden verbannt oder verhaftet, die Befestigungen erneuert und erweitert, wobei die Einwohner selbst mitarbeiten mussten, und bei Beginn des Winters 20.000 ärmere Bewohner aus der Stadt getrieben. Die lange, hartnäckige Verteidigung Davouts gegen die Verbündeten unter Bennigsen legte der Bürgerschaft noch schwere Leiden auf. Erst im Mai 1814 übergab Davout die Stadt, deren Verluste 1813, die geraubten Bankgelder ungerechnet, auf 57 Mill. und von 1806–14 insgesamt auf 140 Mill. geschätzt wurden. Die halbe Million Frank Renten, welche die französische Regierung 1818 Hamburg überließ, bildete nur eine geringe Entschädigung; die Einwohnerzahl war von 100.000 auf 55.000 gesunken.

Jungfernstieg in Hamburg

Durch die Bundesakte vom 8. Juni 1815 trat Hamburg als souveräner Staat dem Deutschen Bund bei und bildete mit Bremen, Lübeck und Frankfurt a. M. die Kurie der Freien Städte. In der langen Friedenszeit hoben sich Schiffahrt und Handel, noch immer durch die Zollverhältnisse in Deutschland vielfach gehemmt, langsam. Einen schweren Schlag erhielt der wachsende Wohlstand durch die furchtbare Feuersbrunst, die 5.–8. Mai 1842 in 75 Straßen 4219 Gebäude, darunter 3 Kirchen und mehrere andere öffentliche Gebäude, in Asche legte und 20.000 Menschen obdachlos machte; der Gesamtverlust belief sich auf 40 Mill. Mk. Banko. Nicht bloß aus Deutschland, sondern auch aus fernen Weltteilen trafen großartige Unterstützungen, im ganzen 2,5 Mill. Taler, ein, und durch eine Staatsanleihe von 34 Mill. Mk. Banko ward der sofortige Wiederaufbau der Stadt ermöglicht. Die Maßregeln der zur Leitung desselben eingesetzten Rats- und Bürgerdeputation verstärkten den Wunsch nach einer gründlichen Reform der Staatsverfassung; doch konnte die hierzu eingesetzte Deputation den Senat zu ausreichenden Zugeständnissen nicht bewegen. Nach der Februarrevolution von 1848 kam es daher auch in Hamburg 3. März, 27. Mai und 9. Juni zu Unruhen, und es bildeten sich mehrere demokratische Vereine, die am 7. Sept. den Senat zur Berufung einer konstituierenden Versammlung nötigten. Durch allgemeines Stimmrecht gewählt, trat 14. Dez. 1848 diese Konstituante, 192 Mitglieder stark, zusammen und begann im Februar 1849 die Beratung des schweizerischen und amerikanischen Mustern nachgebildeten Verfassungsentwurfs, der demgemäß eine demokratische Gestalt erhielt. Hiergegen erklärten sich der Senat und die bisherige erbgesessene Bürgerschaft und forderten, als die Konstituante 11. Juli die neue Verfassung dennoch annahm, ihre Revision. Die Konstituante lehnte sie ab, vertagte sich aber 31. Aug. und wurde im Juni 1850 aufgelöst. Die demokratische Partei hatte zwar die Reichsverfassung von 1849 anerkannt, erklärte sich indes gegen die preußische Union, für die Senat und Bürgerschaft entschieden eintraten. Diese Haltung der Demokratie schwächte ihren Einfluss, und so konnten Senat und Bürgerschaft 27. Sept. 1849 eine Kommission, den Neunerausschuss, einsetzen, der den Verfassungsentwurf der Konstituante umarbeitete, die Lebenslänglichkeit des Senats, die Teilung der Gewalt zwischen diesem und der Bürgerschaft festsetzte und die Umwandlung der letzteren in eine Volksvertretung bestimmte. Im Mai 1850 wurde der revidierte Entwurf von den Sechzigern, den Hundertachtzigern und 23. Mai auch von der Bürgerschaft zwar genehmigt, doch erst nach langem Streit und wiederholter Umarbeitung des Verfassungsentwurfs wurde er 1859 von den bis dahin widerstrebenden Oberalten und von der Bürgerschaft anerkannt. Die aus allgemeinen direkten Wahlen hervorgegangene neue Bürgerschaft stimmte 28. Sept. 1860 der neuen Verfassung zu, worauf sie 1. Jan. 1861 in Kraft trat (s. oben).

Holländischer Brook in Hamburg

In der deutschen Krisis von 1866 nahm der Senat trotz der geringen Sympathien, die Preußen bei der demokratischen Bürgerschaft genoss, rasch für Preußen Partei, erklärte schon 29. Juni seinen Austritt aus dem Deutschen Bund und ließ sein Kontingent zur preußischen Mainarmee stoßen. Hamburg trat darauf als Freistaat in den Norddeutschen Bund ein und schloss 23. Juli 1867 mit Preußen eine Militärkonvention. Es blieb mit einem Teil seines Gebiets (außer den Vierlanden mit Bergedorf, das nach einem Vertrag mit Lübeck 1. Jan. 1868 in den Alleinbesitz von Hamburg überging) Freihafen und zahlte ein Zollaversum. Als 1879 die neue Zoll- und Wirtschaftspolitik des Deutschen Reiches einsetzte, wurde nicht nur die Aufforderung des Reichskanzlers, in den Zollverein einzutreten, sondern auch der Eintritt in Verhandlungen darüber abgelehnt. Nachdem aber 19. Mai 1880 Altona in den Zollverein aufgenommen und 14. Juni die Zollgrenze von Bergedorf vor die Elbmündung verlegt worden war, ließ sich der Hamburger Senat 28. März in Verhandlungen mit der Reichsregierung ein und schloss mit dieser 25. Mai 1881 einen Vertrag, demzufolge Hamburg 1888 in den Zollverein eintreten, aber ein Freihafengebiet behalten und für die Kosten der neuen Hafen- und Speicheranlagen einen Beitrag von 40 Mill. vom Reich erhalten solle. Diesen Vertrag genehmigte die Bürgerschaft 15. Juni 1881. Nach den Plänen zu den neuen Hafen- und Speicheranlagen war der in das Freihafengebiet mit einbezogene Große Grasbrook in der Altstadt mit mehr als 500 alten Häusern zunächst abzubrechen. Alsdann konnte 1884 mit dem Bau der Hafenarme, Kais und Speicher begonnen werden. Schon 15. Okt. 1888 wurde der Zollanschluss vollzogen und 17. Okt. der freie Verkehr eröffnet. Die Gesamtkosten der fortwährend erweiterten Anlagen beliefgen sich 1905 auf mehr als 200 Mill. Mk. Dazu wurde 1890 noch die Anlage eines großen Not- und Winterhafens in Cuxhaven (Kosten 7,6 Mill. Mk.) beschlossen. Wenige Monate nach dem 50jährigen Gedenktag des großen Brandes brach 16. Aug. 1892 die Cholera in Hamburg aus und verbreitete sich bald über die ganze Stadt, soweit die Wasserleitung reichte, die damals noch mit unfiltriertem Elbwasser gespeist wurde. Insgesamt erkrankten 16.956 Personen an der Cholera, von denen 8605 starben. Handel und Verkehr erlitten schwere Einbußen, und die Bekämpfung der Seuche selbst erforderte bedeutende Opfer; doch erlosch sie Ende Oktober. Die durch ihr heftiges Auftreten hervorgerufene Aufregung hatte eine Reihe von sanitären Reformen zur Folge; am wichtigsten war die Vollendung der Sandfiltrationsanlagen der Wasserkunst (im Mai 1893) sowie die Abänderung des Baupolizeigesetzes.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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