Quader

Quadermauerwerk des Castel Nuovo in Neapel, mit Granattreffer und konzentrischen Schäden durch Granatsplitter

Quader, größerer, parallelepipedischer Baustein, dessen sichtbare Flächen mehr oder minder fein bearbeitet, oft auch profiliert werden, während die Stoß- und Lagerflächen nur eben und des Verbandes wegen genau senk- und waagerecht sein müssen. Die Quadern sind meistens natürliche, aus Brüchen gewonnene Werksteine, doch werden auch künstliche Quadern, z. B. aus Zementmörtel, gefertigt. Das aus Quadern hergestellte Mauerwerk (Quaderwerk) hat meist regelmäßigen Verband, wobei kürzere, aber tiefer eingreifende Stücke (Binder) mit längeren, aber weniger tief eingreifenden Stücken (Läufern) abwechseln. Um die Quadern genau in Waage und Lot zu bringen und um beim Versetzen die Kanten der Quadern nicht zu beschädigen, werden Bleiplatten in die Lagerfuge gelegt. Die Fugen bleiben im übrigen trocken, oder sie werden mit dünnem Kalkmörtel ausgegossen. Seltener gibt man vollständiges Mörtelbett. Bei stärker beanspruchtem Quaderwerk (z. B. bei Brückenpfeilern) werden die Steine überdies noch durch Klammern oder Dübel verbunden.

Das oben abgebildete Quadermauerwerk am Castel Nuovo in Neapel zeigt einen Granattreffer und konzentrische Schäden durch Granatsplitter. Der Beschuss kann von See aus erfolgt sein, denn die betroffene Kurtine des Castel Nuovo liegt dem Hafen von Neapel gegenüber.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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