Zufuhr

Zufuhr

Zufuhr (Nachschub), eine Menge Wagen, Konvoi, welche der Armee Lebensmittel, Armatur, Montierungsstücke, Munition zuführen. Von der Bedeckung derselben, s. Eskorte.

Wenn man den Auftrag hat, eine Zufuhr aufzuheben oder zu ruinieren, so nähert man sich ihr durch heimliche Märsche, und lässt sie durch verkleidete Leute beobachten; in einem zweckmäßigen Ort der Gegend, welche der Konvoi passieren muss, legt man sich in Hinterhalt. Ist unser Detachement schwächer als die Eskorte, so muss der Angriff mit der größten Geschwindigkeit geschehen, damit Alles in Verwirrung kommt, und der Feind muss geschlagen sein, ehe er zusammenkommen und die Vorteile seiner Übermacht genießen kann. Wenn ungefähr die Hälfte des Konvois ein Defilé passiert hat, greift man an, und sperrt das Defilé durch einige Wagen, damit die Bedeckung einander nicht zu Hilfe kommen kann. Zwei Abteilungen unseres Detachements gehen auf die Bedeckung los, und eine auf die Wagen; diese lässt so viele wie möglich wegfahren; vorzüglich muss man sich nach den Wagen vom größten Wert erkundigen, indem man dem ersten Gefangenen die Pistole auf die Brust setzt. Was man nicht wegbringen kann, ruiniert man; die Pferde sticht man tot, die Wagen werden verbrannt; ist Pulver dabei, so legt man Stroh unter den Wagen, breitet rings herum noch einige aus, und zündet dann dieses an, indem man sich wegbegibt.

Ist man sehr schwach, und kann man keinen wirklichen Angriff ohne entdeckt zu werden ausführen, so ist es doch vielleicht noch irgendwo möglich, an die Wagen zu kommen, einen Teil zu ruinieren, ehe die Bedeckung sich sammelt, die Pferde zu töten, oder die Zugstränge abzuhauen, und sie mitzunehmen, oder auch einen Teil der Wagen wegzuführen. Dies ist besonders möglich, wenn vielleicht in der Nähe eine Brücke ist, über die man den Rückweg nimmt, und die man vorher schon so eingerichtet hat, dass dem Feind durch Abwerfen einiger Bohlen das Verfolgen unmöglich wird.

Hat man ein stärkeres Detachement als die Bedeckung ist, so geht man bloß auf diese los, und schlägt sie teilweise. Zuerst fällt man auf die Mitte; ist diese über den Haufen geworfen, und der Konvoi getrennt, so wird man mit den übrigen bald fertig sein. – Fährt der Konvoi auf, und wird er von Infanterie hinter die Wege postiert, oder von abgesessener Kavallerie gedeckt, so sitzt unsere Kavallerie ab, und greift zu Fuß an; hat man Geschütze, so beschießt man die Wagenburg so lange, bis sie in Unordnung kommt. S. auch Konvoi.

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

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