Russische Pawlowski Grenadiere der Napoleonischen Kriege, 1805–1814

Testbericht der 1:72 Figuren von Italeri

Russische Pawlowski Grenadiere der Napoleonischen Kriege, 1805–1814, 1:72 Figuren Italeri 6006

Die Figuren der Italeri Serie wirken wie Zinnfiguren, da sie in einem angenehmen Silbergrau gegossen sind. Aufgrund der hellen Farbgebung erkennt man die Details sehr gut. Wer mit unbemalten Soldaten spielt, kann diese Figuren beliebig mischen und zu gemeinsamen Einheiten formieren.

Die Pawlowschen Grenadiere von Italeri werden dem Anspruch an ein Garde-Regiment gerecht. Die Figuren sind detailvoll gestaltet, richtig proportioniert und in historisch brauchbaren Posen dargestellt.

Inhalt

50 Figuren in 15 Posen – 23 mm entsprechen 166 cm Körpergröße

Bewertung

Große Detailfülle. Rabatten, Aufschläge, Bandeliere, Knöpfe, Mützenbleche und Metallbeschläge an Waffen und Ausrüstung sind deutlich zu erkennen. Der Maler wird seine Freude daran haben. Markante Gesichter lassen sich schön bemalen. Die Grenadiermützen preußischen Typs sind bisher einmalig in diesem Maßstab, sie können für Umbauten preußischer, hessischer und braunschweigischer Grenadiere des 18. Jahrhunderts verwendet werden.

Brauchbare, historische Posen. Die Garde-Grenadiere strahlen Ruhe und Gelassenheit aus. Der Offizier und sein Feldwebel sind besonders gut gelungen. Hohe Gussqualität, abgesehen vom marschierenden und stürmenden Grenadier, die von Gussfehlern entstellt sind. Beide Figuren müssen mit dem Skalpell in die richtige Form geschnitzt werden. Nach dem Bemalen sind die Fehler nicht mehr so deutlich.

Den Figuren fehlt die typische, über der linken Schulter getragene Mantelrolle! Der Shinel war bei russischen Soldaten derart beliebt, dass die Männer ihre engen Uniformjacken am liebsten abgelegt und nur noch im Mantel gedient hätten. Bei warmem Wetter wurde der Mantel zusammengerollt über der Schulter getragen, und diente dann als Schutz vor Säbelhieben. Die Mantelrolle darf an russischen Infanteristen demnach nicht fehlen.

Die Schultergurte des russischen Tornisters waren mit einem horizontalen Brustgurt verbunden, der den Figuren jedoch fehlt. 1806 fiel der Zopf weg, die Figuren tragen ihn aber noch, weshalb diese Grenadiere streng genommen nur für die Feldzüge von 1805 und 1806 geeignet sind. Die Trommel ist viel zu klein, und der Pfeifer hält sein Instrument irrtümlich zur linken Seite. Der Fähnrich fehlt, allerdings kann der Unteroffizier problemlos zum Fahnenträger umgebaut werden.

Der stehend feuernde Grenadier zielt in den Himmel. Diese Haltung kann korrigiert werden, indem man die Grundplatte vorne abhobelt und das Gewehr dadurch in die Horizontale absenkt. Der Schütze lehnt sich dann leicht nach vorne, was aber durchaus realistisch aussieht.

Historische Verwendung

  • Linien-Grenadiere 1805
  • Pawlowski Grenadiere 1805-1812
  • Leib-Garde Pawlowski Regiment 1813-1814
  • Wenn die Grenadiermütze durch den Kiver M.1812 (Russische Grenadier, ESCI) ersetzt wird, eignen sich die Figuren auch als russische Musketiere, Grenadiere und Jäger der übrigen Regimenter. Allerdings werden auch in diesen Einheiten Mantelrollen über der Schulter getragen, die den Figuren fehlen.

Italeri hat mit den Pawlowski Grenadieren ein interessantes historisches Thema begonnen. Sammler und Wargamer dürfen gespannt sein, ob weitere russische Figuren der Feldzüge von 1812 und 1813 folgen werden, z. B. Dragoner oder reitende Artilleristen mit der bürstenartigen Raupe auf dem Reiterhelm.

Fragen und Antworten

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Russisches Grenadier-Regiment Pawlowski