Waterloo: Netherlands Correspondence

Volume 1 – Letters and Reports from Manuscript Sources

Waterloo: Netherlands Correspondence, John Franklin.
Waterloo: Netherlands Correspondence

This highly detailed new book is the first of two concerned with the role of the Netherlands troops during the Waterloo campaign, and forms part of an exciting new series on the events of Juni 1815. Drawn exclusively from contemporary manuscript sources, the book contains a wealth of previously unpublished material written by officers and men who served with the Netherlands contingent within the Allied army commanded by the Duke of Wellington, all of which has been professionally translated into English. The details contained within the letters and reports provide significant new information on many of the most critical moments in the campaign, including communications with the Duke of Wellington and his staff on the 15th June, following confirmation of the French advance; the role of the Netherlands troops during the early stages of the fighting at Les Quatre Bras, and the part played by the 3rd Netherlands Division during the attack by the Garde Impériale at the climax of the battle of Waterloo. The extraordinary text is supplemented by colour maps and ten pages of full colour illustrations by Gerry Embleton, making the book an essential addition to every Napoleonic collection.

Inhalt

  • Titel: Waterloo: Netherlands Correspondence
    Volume 1 – Letters and Reports from Manuscript Sources
  • Epoche: Waterloo-Feldzug von 1815
  • Typ: Militärgeschichte
  • Autor: John Franklin
  • Illustrator: Gerry Embleton
  • Format: 176 Seiten mit 4 farbigen Landkarten und 10 Farbtafeln
  • Sprache: Englisch
  • Verlag: 1815 Limited, Dorchester, Dorset
  • ISBN: 978-0-9563393-2-4
  • Publiziert: 2010

Kapitel

  • General Staff
    • Generalmajor Jean Victor de Constant Rebecque (General-Quartiermeister)
    • Major Otto van Limburg Stirum (aide-de-camp des Prinzen von Oranien)
    • Generalmajor Godert van der Capellen (Staatssekretär der Südlichen Provinzen)
    • Generalmajor Willem van Reede (Militärbeauftragter im britischen Hauptquartier)
    • Generalmajor Willem van Panhuys (Militärbeauftragter im preuß. Hauptquartier)
    • Major Johannes Basslé (Militärpolizei in Charleroi)
    • Hauptmann Alexander de Ceva (Adjutant)
    • Hauptmann Adolphe de Pestre (Adjutant)
    • Major Cornelis Bausch (Adjutant des Generaladjutanten)
    • Hauptmann Jean-Baptiste Osten (Assistent im Artillerie-Stab)
    • Premierleutnant Sent Klijnsma (Pionier-Bataillon)
  • 2nd Netherlands Infantry Division
    • Oberst Baron Pieter Hendrik van Zuijlen van Nyevelt (Stabschef)
    • Major Friedrich von Gagern (Assistent im Divisionsstab)
    • Generalmajor Willem van Bijlandt (Kommandeur, 1. Brigade)
    • Oberstleutnant Willem Gronebosch (Kommandeur, 27. holl. Jägerbataillon)
    • Oberstleutnant Jan Westenberg (Kommandeur, 5. holl. Landwehrbataillon)
    • Hauptmann Franz Mollinger (5. holländisches Landwehrbataillon)
    • Premierleutnant Josias Barre (5. holländisches Landwehrbataillon)
    • Oberst Karl Bernhard von Sachsen-Weimar (Kommandeur, 2. Brigade)
    • Major Cornelis van Opstall (Artilleriechef, 2. Division)
    • Hauptmann Adriaan Bijleveld (Batteriechef, holländische reitende Artillerie)
    • Sekondleutnant Wijnand Koopman (holländische reitende Artillerie)
    • Premierleutnant Carel van der Wall (belgische Fußartillerie)
  • 3rd Netherlands Infantry Division
    • Generalleutnant David Chassé (Kommandeur der 3. Division)
    • Oberstleutnant Carl van Delen (Stabschef der 3. Division)
    • Rittmeister Frederik van Omphal (6. holländisches Husarenregiment)
    • Oberst Hendrik Detmers (Kommandeur, 1. Brigade)
    • Sekondleutnant Hendrik Holle (6. holländisches Landwehrbataillon)
    • Soldat Adriaan Munter (4. Landwehrbataillon)
    • Hauptmann Gerard Rochell (Jägerkompanie, 19. Landwehrbataillon)
    • Corporal Arie Ruysch (2. holländisches Infanteriebataillon)
    • Premierleutnant Willem van Bentinck (belgische Fußartillerie)
    • Premierleutnant Isaac Kikkert (Chef des Artillerietrains der Fußartillerie)
  • Netherlands Cavalry Division
    • Oberstleutnant Willem van Heerdt (Stab, 1. niederl. leichte Kavalleriebrigade)
    • Premierleutnant Caspar Morbotter (1. niederländische leichte Kavalleriebrigade)
    • Brevet-Sergeant Cornelis Storm de Grave (8. belgisches Husarenregiment)
    • Brevet-Major Elias van Balveren (6. holländisches Husarenregiment)
    • Hauptmann Abraham Petter (Chef einer Halbbatterie, holländ. reitende Artillerie)
    • Hauptmann Adrianus Gey (Chef einer Halbbatterie, holländische reitende Artillerie)
    • Sekondleutnant Willem van Wassenaar (Halbbatterie Gey)
  • Index

Die niederländischen Truppen haben sich 1815 im Waterloo-Feldzug gegen Napoleon tapfer geschlagen und hohe Verluste hingenommen, ihr Anteil an den Schlachten bei Les Quatre Bras und Waterloo ist in der Fachliteratur jedoch häufig missverstanden und zu wenig gewürdigt worden. Lange Zeit wurde beispielsweise angenommen, General Bylandts 1. Brigade der 2. Niederländischen Infanterie-Division habe ihre exponierte Position vor dem Zentrum der Alliierten beibehalten und sei durch das Feuer der großen französischen Batterie dezimiert worden. Oberst Baron Pieter Hendrik van Zuijlen van Nyevelt, Stabschef der 2. Infanterie-Division, teilt hingegen in seinem Bericht vom 25. Oktober 1815 an den General-Quartiermeister Jean Victor de Constant Rebecque mit, dass die Brigade Bijlandt mittags hinter den schützenden Hohlweg zurückgenommen wurde, wo sie das Feuer der britischen Artillerie nicht behinderte und vor dem feindlichen Artilleriefeuer besser gedeckt war. Napoleon hatte den Einsatz seiner großen Batterie von 80 Geschützen gegen Wellingtons Zentrum für 13:00 Uhr befohlen, verschiedene Quellen sprechen davon, dass er zwischen 12:00 und 13:30 Uhr begann. John Franklin versucht mit dem vorliegenden Buch der niederländischen Korrespondenz Waterloo diese und viele andere Fragen zu klären.

In der Korrespondenz finden sich Hinweise, dass die niederländische Artillerie nicht mit britischen Geschützen ausgestattet war, wie lange Zeit angenommen wurde, sondern vorhandene Stücke französischer Bauart weiter verwendete. Die Korrespondenz dokumentiert außerdem das gespannte Verhältnis Wellingtons mit seinen niederländischen Truppenkommandeuren. Die niederländischen Landwehrbataillone und manche der regulären Einheiten galten als wenig zuverlässig, da sie sich seit dem Pariser Frieden von 1814 überwiegend aus kampfunerfahrenen Rekruten ergänzt hatten. Andere, wie das 2. Nassauische Infanterie-Regiment, oder Oberst Karl Bernhard von Sachsen-Weimar, hatten bis Ende des Jahres 1813 noch für Frankreich gefochten, Generalleutnant Chassé sogar bis Oktober 1814; sie würden sich nun im Kampf gegen Napoleon beweisen müssen.

Gerry Embleton hat der niederländischen Korrespondenz interessante Szenen entnommen und diese eindrucksvoll illustriert. Dioramenbauer, Figurenmaler und Wargamer finden hier viele Anregungen, auch wenn das Buch nicht als Uniformkunde gedacht ist. Die zehn Farbtafeln sind, wohl aus Kostengründen, in der Heftmitte zusammengefasst. Dies hat immerhin den Vorteil, dass der Leser alle Illustrationen schnell findet. Nachteilig ist hingegen, dass der Zusammenhang zwischen der gewählten Szene und der dazu passenden Korrespondenz fehlt. Der Leser könnte geneigt sein, die Bilder nachträglich mit entsprechenden Seitenzahlen zu versehen.

Die Umgebungskarten von Braine l’Alleud an der rechten Flanke, und vom Weiler Smohain an der linken Flanke der Alliierten Schlachtlinie verdeutlichen, dass das Schloss Hougoumont eigentlich im Zentrum der Stellung lag, nicht am rechten Flügel wie häufig behauptet wird. Napoleon hätte den Stützpunkt Hougoumont mit geringen Kräften isolieren, und den rechten Flügel der Alliierten über Braine l’Alleud umfassen können, statt sich mit übertriebener Selbstsicherheit auf die für ihn taktisch ungünstige und gut verteidigte Anhöhe im Zentrum zu konzentrieren. Dass er es unterließ, erlaubte Wellington, die 3. Niederländische Division unter Generalleutnant Chassé rechtzeitig von Braine l’Alleud ins Zentrum zu verlegen, wo sie gegen 19:30 Uhr den Angriff der Alten Garde vereitelte. Chassé, als »General Bajonett« bekannt, ließ zunächst die Flanke der feindlichen Angriffskolonne unter Kartätschenfeuer nehmen und, als dies die Grenadiere nicht stoppte, Detmers 1. Brigade zum Bajonettangriff vorgehen. Die Alte Garde musste angesichts der erdrückenden Übermacht weichen, und der weithin hörbare Ruf „La garde recule!“ riss andere Truppenteile mit in die allgemeine Flucht.

John Franklins Buch bietet Experten wie Einsteigern detailreiche und authentische Augenzeugenberichte des Waterloo-Feldzuges, die in ihrer Summe einen guten Eindruck der Ereignisse bei Quatre-Bras und Waterloo vermitteln. Vom Blickpunkt der niederländischen Offiziere und Mannschaften zeigt sich hier ein anderes Bild der Kampagne, als es der Leser vielleicht aus britischer oder preußischer Sicht kennt.

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