Schwedischer General der Infanterie Adam Ludwig Graf Lewenhaupt
Adam Ludwig Graf Lewenhaupt (Löwenhaupt), schwedischer Feldherr, geb. 1659 im Feldlager vor Kopenhagen, gest. 23. Febr. 1719 in Moskau, focht, nachdem er in Schweden und Deutschland eine gründliche Universitätsbildung genossen, 1685–86 unter Nils Bjelke (s. Bjelke 4) in Ungarn gegen die Türken, 1691–97 auf holländischer Seite gegen die Franzosen. Seit 1700 Oberst im Heer Karls XII., blieb er, als dieser 1702 nach Polen zog, in den Ostseeprovinzen und besiegte die Russen bei Schagarin (1703), Jakobstadt (1704) und Gemauerthof (1705). Seit 1706 General der Infanterie und Gouverneur von Riga, zog er im Sommer 1708 auf Befehl Karls XII. nach Sewerien, konnte sich aber erst Anfang November, nach einer empfindlichen Niederlage durch die Russen bei Lesnaja (9. Okt.), mit dem König in der Ukraine vereinigen. Nach der Schlacht bei Poltawa, deren Verlust teilweise seiner Feindschaft mit Rehnsköld beigemessen wird, suchte er den Rest der Armee zu retten, musste aber 11. Juli 1709 am Dnepr kapitulieren und starb in russischer Gefangenschaft, kurz nach seiner Ernennung zum Reichsrat. Seine Selbstbiographie erschien 1757 (deutsch in Schlözers »Schwedischer Biographie«, Bd. 1). Vgl. Hallendorf, Karl XII. och L. år 1708 (Ups. 1902).
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909