Don

Don (v. lat. dominus, »Herr«), 1) in Spanien ursprünglich Titel der Könige und Prinzen sowie des hohen Adels, wurde dann für dem Staat geleistete Dienste verliehen und ist jetzt Prädikat aller Personen der gebildeten Klassen. In Italien kam der Titel Don ursprünglich nur dem Papst, später auch den Bischöfen und Äbten zu; schließlich verblieb er den Mönchen, und gegenwärtig führen ihn noch alle Priester. Die weibliche Form ist span. Doña, ital. Donna. Vgl. Dom.

Don (der Tanais der Alten, 2) von den Tataren Tuna oder Duna genannt), russischer Strom, entspringt aus dem im Gouvernement Tula, Kreis Jepifan, 176 m ü. M. gelegenen Iwanowskoje Osero (Johannissee), fließt zunächst in nordsüdlicher Richtung, wendet sich dann nach Südosten, um sich beim Flecken Dubowka auf 75 km der Wolga zu nähern, schlägt dann aber wieder südwestliche Richtung ein und strömt in einem ca. 340 km² bedeckenden Delta in das Asowsche Meer. Die gesamte Flusslänge beträgt infolge der zahlreichen Krümmungen 2134 km. Die Breite schwankt zwischen 65 und 570 m, die Tiefe zwischen 2,5 und 15 m. Der Don durchfließt die Gouvernements Tula, Rjasan, Tambow, Woronesch und das Gebiet der Donischen Kosaken und bewässert mit seinen Nebenflüssen ein Areal von 430,259 km² (7814 mi²). Seine vornehmsten Nebenflüsse sind: von links Wjasowka, Sosna, Woronesch, Ikorez, Bitjug, Osseredá, Choper, Medwjediza, Ilowlja, Sal und Manytsch. Von rechts empfängt der Don den Tschir und den schiffbaren Donez. Unter den das Delta bildenden Armen sind die wichtigsten die Kalantscha und die Kutjurma. Die Ufer des Don sind auf der rechten Seite bergig, auf der linken Seite flach und von Wiesen bedeckt. Dasselbe gilt auch von den meisten Nebenflüssen. In seinem Oberlauf ist der Don durch den Kanal von Jepifan, der in die Upa, einen Nebenfluss der in die Wolga fließenden Oka, führt, mit dem Stromsystem der Wolga verbunden. Eine Kanalverbindung an der Stelle der größten Annäherung beider Flüsse ist oft projektiert, aber bisher nicht ausgeführt worden. Dagegen wurde schon 1862 eine Bahnverbindung an dieser Stelle (zwischen Donskaja und Zarizyn) hergestellt. Die wirtschaftliche Bedeutung des Don wird durch das geringe Gefälle und die starke Versandung sehr beeinträchtigt und war noch vor 50 Jahren wesentlich größer als jetzt. Die Schiffahrtsperiode dauert im Unterlauf 256 bis 271 Tage. In den letzten Jahren erreichte der Güterumsatz ungefähr 18–20 Mill. Pud, wobei Getreide die Hauptrolle spielt. Auf dem Don verkehren etwa 1400 Frachtfahrzeuge und 25 Dampfer. Passagierdampfer verkehren nur von Rostow aufwärts bis Kalatsch (dreimal wöchentlich). Unterhalb von Rostow, der wichtigsten Handelsstadt im Dongebiet, sind Schiffsverkehr und Handelstätigkeit weit lebhafter. Sehr bedeutend ist der Fischfang, namentlich im Unterlauf. Gesalzene Fische und Kaviar aus dem Don werden über ganz Russland vertrieben.

Don, 3) Fluss in Aberdeenshire (Schottland), entspringt in den Cairngormbergen in 600 m Höhe und mündet nach einem Laufe von 131 km nördlich der Stadt Aberdeen in die Nordsee. Er ist nicht schiffbar.

Don (auch Dun), 4) Fluss in Yorkshire (England), entspringt in der Penninischen Kette am Holme Moß, fließt an Sheffield und Doncaster vorbei und mündet nach 90 km langem Lauf bei Goole in die Ouse, die zum Humber geht.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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