Templer, Tempelritter

Templer, 1:32 Figuren Timpo

Tempelherren (Templer, Tempelritter, Tempelbrüder, Milites templi, Templarii), geistlicher Ritterorden, entstand zur Zeit der Kreuzzüge in Palästina. 1119 traten die französischen Ritter Hugo von Payens (Hugues de Payns), Gottfried von Saint-Omer (Godefridus de Sancto Andemardo, Geoffroi oder Godefroy de Saint-Omer), Rollant, Gottfried Bisot, Paien von Montdidier und Archenbaud von St. Amand zu einer Gesellschaft zusammen, um zur Ehre der Mutter Gottes Mönchtum und Rittertum miteinander zu verbinden, am Grab des Heilands sich dem keuschen und andächtigen Leben sowie der tapfern Beschirmung des Heiligen Landes und der Geleitung der Pilger durch die gefährlichen und unsicheren Gegenden zu widmen.

Sie erhielten vom König Balduin II. einen Teil seiner auf dem Platz des ehemaligen Salomonischen Tempels erbauten Residenz (daher Tempelherren oder Templer) und zur Beherbergung armer Pilger von den Kanonikern des Heiligen Grabes mehrere Gebäude in der Nähe. Ihre Kleidung bestand in einem weißen leinenen Mantel mit einem achteckigen blutroten Kreuz und in einem weißen leinenen Gürtel; ihr Ordenssiegel zeigte den Tempel, später zwei Reiter (einen Templer und einen hilflosen Pilger) auf einem Pferde.

Figuren

  • Eudes de Saint-Amand (Odo von St. Amand), 8. Großmeister, 15 mm Legio Heroica CRU02
  • Templariusze, Permes Kartonowa Armia KA23
  • Templer mit Streitaxt, 1:20 Papo
  • Tempelritter mit Banner, 1:32 King & Country MK008
  • Tempelritter, 1:32 Timpo
  • Templer mit Schwert und Kruzifix, 1:32 King & Country MK003
  • Tempelritter mit Schwert und Schild, 1:32 King & Country MK009
  • Tempelritter, sein Schwert ziehend, 1:32 King & Country MK019
  • Templer Armbrustschütze, ladend, 1:32 King & Country MK012
  • Templer Armbrustschütze, schießend, 1:32 King & Country MK013
  • Tempelritter, 1:72 Italeri 6125
  • Kreuzritter, 1:72 Figuren Italeri 6009
  • Deutschordensritter, 1:72 Figuren Italeri 6019
  • Tempelritter, Bannerträger, Hornist, 15 mm Legio Heroica CRU06
  • Tempelritter im Surcot, beritten, 15 mm Legio Heroica CRU07
  • Ordensritter, abgesessen, 1:72 Strelets M015
  • Sergeanten der christlichen Orden, 1:72 Strelets 088
  • Sergeanten der christlichen Orden im Surcot, 15 mm Legio Heroica CRU10
  • Infanterie der christlichen Orden, 1:72 Strelets M012
  • Infanterie der christlichen Orden, 15 mm Legio Heroica
  • Armbrustschützen der christlichen Orden, 15 mm Legio Heroica CRU18

Papst Honorius II. erteilte dem Orden 1127 die Bestätigung, Bernhard von Clairvaux entwarf 1128 in Troyes die erste Ordensregel. Erst bei der Revision der Satzungen Mitte des 13. Jahrhunderts wurden die Ordensmitglieder förmlich in Ritter, Priester und dienende Brüder (Waffenknechte und Hausleute) eingeteilt. An der Spitze des Ordens stand der Großmeister (magister Templariorum) mit fürstlichem Rang, unter ihm die Großprioren, dann die Baillis, Prioren und Komture. Der Großmeister hatte zur Seite das Generalkapitel oder an dessen Stelle den Konvent in Jerusalem und durfte nur mit dessen Zustimmung über Krieg und Frieden, Käufe und Veräußerungen etc. beschließen. Der Orden der Tempelherren entsprach am meisten dem Ideal des Rittertums und genoss die Gunst der Großen, weshalb er sich rasch vermehrte und durch Schenkungen großen Besitz und Vorrechte erwarb; um 1260 zählte er an 20.000 Ritter und besaß 9000 Komtureien, Balleien, Tempelhöfe. Unter den Nachfolgern Hugos von Payens in der Großmeisterwürde sind hervorzuheben: Bernhard von Tremelay (gest. 1153 bei der Eroberung von Askalon), Odo de Saint-Amand (gest. 1179), Wilhelm von Beaujeu, unter dem Akka (Akkon), das letzte Bollwerk der Christen in Palästina, 18. Mai 1291 in die Hände der Muslimin fiel, und Gaudini, unter dem sich der Orden nach Zypern zurückzog.

Schon im 13. Jahrhundert waren Klagen über Hochmut, Treulosigkeit und Ausschweifungen der Tempelherren laut geworden; bibere templariter (saufen wie ein Templer) wurde fast sprichwörtlich gebraucht. Ohne Rücksicht auf allgemeine Interessen verfolgten sie aus Habgier und Herrschaftssucht eine Sonderpolitik. Oft standen sie mit den Muslimen im geheimen Bund und traten dem Kaiser Friedrich II. auf seinem Kreuzzuge (1228-29) feindlich entgegen; mit den Johannitern lebten sie in oft blutigem Streit, und von den Bischöfen wurden sie, weil deren Aufsicht seit 1162 vom Papst entzogen, ohnedies gehasst. Dazu waren die Fürsten schon lange auf die Macht des Ordens eifersüchtig. Dieser gab auch dem Neid und der Missgunst auf neue Nahrung, als er, allerdings auf Befehl Clemens’ V., 1306 unter dem Großmeister Jakob von Molay nach Frankreich übersiedelte, um sich anscheinend müßigem Wohlleben zu ergeben. Hiermit gab er sich in die Gewalt Philipps IV. von Frankreich, der nach den Schätzen der Tempelherren lüstern und wegen ihrer Haltung in seinem Streit mit Bonifatius VIII. erbittert war. Er erhob gegen die Tempelherren die Anklage wegen Verleugnung Christi, Verehrung des Götzenbildes Baphomet (s. d.), Verspottung des Abendmahls, unnatürlicher Wollust etc., Beschuldigungen, die durch frivole Äußerungen mancher Templer und frühere Anklagen von Päpsten (so 1208 von Innozenz III.) unterstützt werden, aber sich nicht beweisen lassen. Namentlich ist die Behauptung von einer ketzerischen Geheimlehre der Tempelherren, wonach sie an einen Doppelgott, den wahren himmlischen und den anderen, der die Freuden der Welt erteile, geglaubt und letzteren im Bild eines aus edlem Metall geformten Menschenkopfes verehrt hätten, völlig unbegründet. Am 13. Oktober 1307 wurden die Tempelherren in Frankreich mit ihrem Großmeister verhaftet; gleichzeitig begann die Einziehung ihrer Güter. Von den Rittern durch die Folter erpresste Geständnisse wurden als Beweise der Strafbarkeit aller Mitglieder angesehen.

Die Reichsversammlung in Tours und Papst Clemens V. erklärten die Anklage gegen die Tempelherren für begründet; letzterer befahl 12. August 1308 das gerichtliche Einschreiten gegen sie. Am 12. Mai 1310 ließ Philipp 54 Ritter verbrennen. Das Konzil von Bienne (16. Oktober 1311 bis 6. Mai 1312) weigerte sich, ein Urteil zu fällen, aber Clemens V. hob den Orden durch eine Bulle vom 22. März 1312 auf. Der Großmeister Molay wurde mit mehreren Rittern auf einer Insel der Seine in Paris am 11. März 1314 auf des Königs Befehl verbrannt. Die Gäter der Tempelherren wurden in Frankreich, in Kastilien und einem Teil von England von der Krone eingezogen, in Aragonien und Portugal aber dem Orden von Calatrava, in Deutschland den Johannitern und Deutschen Rittern überwiesen. In Portugal bestand der Orden unter dem Namen Christusorden, in Schottland unter dem Namen Ritter von der Distel fort.

In der Mitte des 18. Jahrhunderts bemühten sich die Jesuiten, das auftauchende Freimaurerwesen mit dem alten Templerorden in Verbindung zu bringen, um den Bund in katholisch-hierarchischem Sinne zu lenken. Son entstand der neue Templerorden in Frankreich, dessen Haupttendenzen die Bewahrung des ritterlichen Geistes und das Bekenntnis eines aufgeklärten Deismus waren; ihm traten die ersten Personen der Pariser Gesellschaft bei. Nachdem er sich während der Revolution aufgelöst hatte, sammelte das Direktorium seine Trümmer wieder, und man suchte nun dem Bund eine politische Richtung zu geben. Napoleon I. begünstigte ihn als ein Adelsinstitut. Die Restauration sah den aufgeklärte Tendenzen verfolgenden Bund argwöhnisch an. Die Philhellenenvereine fanden in ihm eifrige Teilnehmer.

Nach der Julirevolution trat der Bund in Paris wieder öffentlich hervor, und zwar mit kommunistischen Tendenzen; seine Mitglieder nannten sich Chrêtiens catholiques primitifs, uns seine Geheimlehre war in einem »Johannisevangelium« zusammengefasst. Der Orden erlosch 1837.

Bibliographie

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  • Barber, Malcolm: Die Templer. Geschichte und Mythos (Düsseldorf 2005)
  • Beck, Andreas: Der Untergang der Templer. Größter Justizmord des Mittelalters? (Freiburg 2005)
  • Bulst-Thiele, Marie-Luise: Sacrae domus militiae Templi Hierosolymitani magistri. Untersuchungen zur Geschichte des Templerordens (Göttingen 1974)
  • Buttinger, Sabine: Mit Kreuz und Kutte - Die Geschichte der christlichen Orden
  • Demurger, Alain: Die Templer. Aufstieg und Untergang; 1120-1314 (München 2000)
  • Demurger, Alain: Die Ritter des Herrn. Geschichte der geistlichen Ritterorden (München 2003)
  • Demurger, Alain: Der letzte Templer. Leben und Sterben des Großmeisters Jacques de Molay (München 2005)
  • Döllinger: Akademische Beiträge, Bd. 3 (München 1891)
  • Finke: Papsttum und Untergang des Templerordens (Münster 1907)
  • Gmelin: Schuld oder Unschuld des Templerordens (Stuttgart 1893)
  • Hesemann, Michael: Die Dunkelmänner. Mythen, Lügen und Legenden um die Kirchengeschichte (Augsburg 2007)
  • Hodge, Susie: Die Templer, Bewahrer des Heiligen Grals (Wien, 2007)
  • Lea, History of the inquisition of the Middle ages, Bd. 3 (New York, 1888)
  • Michelet: Procès des Templiers (Paris 1841-51, 2 Bde.)
  • Prutz: Geheimlehre und Geheimstatuten des Tempelherrenordens (Berlin 1879)
  • Prutz: Entwicklung und Untergang des Tempelherrenordens (Berlin 1888)
  • Prutz: Die Autonomie des Templerordens (München 1905)
  • Schottmüller: Der Untergang des Templerordens (Berlin 1887, 2 Bde.)
  • Wilcke: Geschichte des Ordens der Tempelherren (2. Ausg., Halle 1860, 2 Bde.)
  • Wolf, Dieter H. (Hrsg.): Internationales Templerlexikon (Innsbruck 2003)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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