Franz (V.) Leopold, Graf von Nádasdy
k.k. Feldmarschall
Franz (V.) Leopold, Graf von Nádasdy, Enkel des Franz III. Nádasdy von Fogarasföld, geb. 30. Sept. 1708 zu Radkersburg in Steiermark, gest. 22. März 1783 in Karlstadt, machte schon als Oberst eines Husarenregiments (Husarenregiment „Graf Nádasdy“ Nr. 9) von 1734 bis 1739 die Feldzüge in Italien, in Ungarn und am Rhein, sodann als Reitergeneral den Österreichischen Erbfolgekrieg mit, entriss im November 1741 den Franzosen und Bayern Neuhaus in Böhmen, schlug 1743 bei Braunau die Bayern und leitete 1744 den meisterhaften Übergang des Heeres des Prinzen Karl von Lothringen über den Rhein, worauf er sich der Linien von Lauterburg und Weißenburg bemächtigte. Im Mai 1745 verlor er zwar das Gefecht gegen Winterfeldt bei Hirschberg, deckte aber später mit vieler Umsicht den Rückzug Karls von Lothringen und nahm während der Schlacht bei Soor (30. Sept. 1745) das preußische Lager. Nach Abschluss des Dresdener Friedens kam Nádasdy zur Armee nach Italien, bei der er ebenfalls mit Auszeichnung focht. 1754 ernannte ihn Maria Theresia zum General der Kavallerie und Kommandanten von Ofen und 1756 zum Ban von Kroatien. 1757 führte Nádasdy die kroatischen Truppen dem Heere Dauns zu, focht mit Auszeichnung bei Kolin, schlug Winterfeldt 7. Sept. bei Moys und nahm Schweidnitz (12. Nov.). In der Schlacht bei Leuthen (5. Dez. 1757) war Nádasdy der erste, der das Manöver Friedrichs II. durchschaute, blieb aber zu lange ohne Unterstützung, um der Schlacht eine andere Wendung geben zu können. Er kehrte hierauf nach Kroatien zurück, wo er starb.
Bekannte Figuren
- Franz Leopold von Nádasdy, 28 mm Front Rank Figuren SYAP3
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909