Araber (Beduinen)
Testbericht der 1:76 Figuren von Airfix

Airfix bietet die Araber (Beduinen) im Maßstab 1:76 als Gegner der Französischen Fremdenlegion an. Tatsächlich handelt es sich hier aber um arabische Freischärler, die während der Arabischen Revolte (1916–1918) gegen das Osmanische Reich kämpften. Das Set enthält mehrere berittene Anführer, darunter anscheinend auch Prinz Faisal bin Hussein und seinen britischen Militärberater, den Archäologen, Offizier und Geheimagenten T. E. Lawrence „von Arabien“.
Inhalt
22 Figuren in 10 Posen – 23 mm entsprechen 175 cm Körpergröße
- Arabischer Anführer, beritten, gestikulierend (1)
- Arabischer Reiter (1)
- Pferd, Passgänger (2)
- Irregulärer Kavallerist mit SMLE Mk I Repetiergewehr, gestikulierend (1)
- Pferd, trabend (1)
- Irregulärer Kamelreiter, gestikulierend (1)
- Arabisches Kamel, stehend (1)
- Irregulärer Kamelreiter mit SMLE Mk I, gestikulierend (1)
- Irregulärer Kamelreiter mit Short, Magazine, Lee–Enfield Mk I (1)
- Arabisches Kamel, trabend (2)
- Araber mit SMLE Mk I, abgesessen, stürmend (6)
- Araber mit SMLE Mk I, kniend, schießend (4)
- Araber mit SMLE Mk I, liegend, schießend (4)
- Araber mit Short, Magazine, Lee–Enfield Mk I, kriechend (2)
Bewertung
Exzellente Themenwahl, die Araber (Beduinen) von Airfix eignen sich als arabische Zivilisten, irreguläre Reiterei, irreguläre Kamelreiterei, und Freischärler des gesamten 20. Jahrhunderts.

Die meisten Figuren sind mit dem 1902 eingeführten, britischen Ordonnanzgewehr „Short, Magazine, Lee-Enfield Mk I“ (SMLE) bewaffnet, und führen ein dazu passendes Bandolier, 90 rounds (Mark I).
Die Bandeliere sind irrtümlich mit elf Patronentaschen für jeweils zwei Ladestreifen dargestellt. Tatsächlich dürften es nur neun sein, nämlich fünf auf der Brust und vier am Rücken. Der Fehler lässt sich relativ einfach durch das Entfernen der beiden überzähligen Patronentaschen korrigieren.

Bei den drei unbewaffneten, teils gestikulierenden Reitern könnte es sich um Anführer der Arabischen Revolte handeln, die dem Monumentalfilm „Lawrence von Arabien“ (Columbia Pictures, 1962) entsprungen zu sein scheinen. Die Vermutung liegt nahe, da Airfix seine Araber (Beduinen) 1964, also gut zwei Jahre nach dem mit sieben Oscars gekrönten Film herausgegeben hat. Ob wir es hier tatsächlich mit Alec Guinness (Prinz Faisal), Peter O‘Toole (T. E. Lawrence), Omar Sharif (Sherif Ali ibn el Kharish), oder Anthony Quinn (Auda Abu Tayi) zutun haben, bleibt jedem Sammler, Figurenmaler, und Wargamer selbst überlassen.
Die beiden Reiter, die Sherif Ali und Lawrence sein könnten, sind mit auf der Brust gekreuzten Bandelieren dargestellt, was natürlich Quatsch ist. Hier wird mit dem Skalpell oder Lötkolben vorsichtige nachgearbeitet werden müssen, damit das überzählige Bandelier verschwindet. Die fehlenden Bandeliere der kriechenden und liegenden Schützen können mit Milliput oder Green Stuff nachträglich anmodelliert werden.
Pferde und Kamele sind anatomisch richtig gestaltet und die Reiter sitzen gut. Die trabenden Kamele sind völlig richtig als Passgänger modelliert, zwei der drei Pferde irrtümlich aber leider auch. Kavalleriepferde werden grundsätzlich nicht als Passgänger ausgebildet, selbst wenn Produktionsleiter der bekannten Figurenhersteller das vielleicht gerne so hätte.
Historische Verwendung
- Irreguläre Reiterei und Kamelreiterei der Arabischen Revolte, 1916–1918
Die Araber (Beduinen) von Airfix, eigentlich irreguläre Reiterei und Kamelreiterei der arabischen Armee des Scherifen von Mekka, Hussein ibn Ali, können durchaus als Gegner verschiedener europäischer Kolonialtruppen des ausgehenden 19. Jahrhunderts verwendet werden, wenn wir darüber hinwegsehen, dass die Figuren mit dem 1902 eingeführten, britischen Militärgewehr Short, Magazine, Lee-Enfield Mk I bewaffnet sind. Das ist überhaupt kein Problem, da das SMLE-Gewehr im Maßstab 1:76 nur mit Mühe von einem älteren Lee-Metford Infanteriegewehr (M.1888) oder Carcano Infanteriegewehr Modell 1891 zu unterscheiden ist.