Preußische Dragoner 1808–1819

Testbericht der 1:72 Figuren von HäT Industrie

1. (Königin) Dragoner-Regiment

1. (Königin) Dragoner-Regiment. Hellblaue Litewka und Schabracke; Kragen, Schulterklappen, Vorstöße an den Aufschläge und Einfassung der Schabracke in der Abzeichenfarbe Karmesin.

Inhalt

12 Reiter in 4 Posen – 23 mm entsprechen 166 cm Körpergröße

  • Dragoner mit gesenktem Säbel (3)
  • Dragoner mit erhobenem Säbel (3)
  • Dragoner, nach rechts unten schlagend (3)
  • Dragoner, nach links schauend (3)

12 Pferde in 4 Posen – 22 mm entsprechen 159cm Stockmaß

Halb Mensch, halb Tier, aufs Pferd gesetzte Infanterie

So beschrieb Friedrich der Große die Dragoner, die tatsächlich ihren Ursprung als berittene Infanteristen fanden und sich erst im 18. Jahrhundert zur vollwertigen Reitertruppe entwickelten. Die Doppelrolle blieb dennoch erhalten. Dragoner füllten die Lücke zwischen der leichten Kavallerie und der schweren Schlachtenkavallerie, sie verstärkten die Husarentruppe im kleinen Krieg, kämpften abgesessen wenn es sein musste, oder ritten mit den Kürassieren zur Attacke.

Nach der Katastrophe von 1806 und während der Befreiungskriege wurden in der preußischen Armee zweckmäßige und billige Uniformen eingeführt, denn es galt ein großes neues Heer aufzustellen und die vielen Rekruten und Freiwilligen irgendwie einzukleiden. Der Glanz vergangener Zeiten wurde nicht mehr erreicht. Die von Scharnhorst und Gneisenau initiierte Militärreform führte aber zu einer Liberalisierung der Armee, die für den Sieg über Napoleon viel entscheidender war als schicke Uniformen. Adlige Privilegien wurden abgebaut, Bürgerliche durften ohne Umwege Offizier werden, und sie taten es in großer Zahl. Dem Staatsbürger in Uniform gefiel die neue Führungsrolle, und er ließ sie sich in der Folgezeit nicht mehr nehmen.

Bewertung

Gute Detailfülle. Uniformfalten, Aufschläge, Bandeliere, Knöpfe, Waffen und Ausrüstung sind deutlich zu erkennen.

Historische, feldmäßige Uniformierung. Die Soldaten tragen die im Feldzug übliche Litewka anstelle des attraktiveren Kolletts, und Schutzbezüge über der Kopfbedeckung.

Brauchbare, historische Posen. Die Reiter wirken sehr lebendig, sitzen sehr gut im Sattel.

Gute Gussqualität, kaum Gussnähte.

Trompeter und Fähnrich fehlen.

Offizier im Leibrock fehlt. Allerdings kann einer der Reiter als Offizier bemalt werden, er trägt dann eben die Litewka der Mannschaften, was durchaus nicht unüblich war.

Ungewöhnliche Gangart bei zwei der vier Pferde, sie galoppieren mit den Vorderbeinen und gehen mit den Hinterbeinen im Schritt.

Historische Verwendung

  • Preußische Dragoner 1808–1819
    1. Königin - hellblaue Litewka, karmesinfarbene Abzeichen, weiße Knöpfe
    2. 1. Westpreußisches - hellblaue Litewka, weiße Abzeichen, weiße Knöpfe
    3. Littauisches - hellblaue Litewka, rote Abzeichen, gelbe Knöpfe
    4. 2. Westpreußisches - hellblaue Litewka, rote Abzeichen, weiße Knöpfe
    5. Brandenburgisches - hellblaue Litewka, schwarze Abzeichen, gelbe Knöpfe
    6. Neumärkisches - hellblaue Litewka, hellrote Abzeichen, weiße Knöpfe
    7. Rheinisches (1815) – hellblaue Litewka, gelbe Abzeichen, weiße Knöpfe
    8. Magdeburgisches (1815) – hellblaue Litewka, weiße Abzeichen, gelbe Knöpfe
  • Freiwillige Jäger-Detachements der Kavallerie 1813–1815

Interessante Umbauten

Bibliographie

HäT Industrie erreicht mit diesen feldmäßig uniformierten Dragonern ein historisch interessiertes Publikum, das sich endlich einmal nach Abwechslung von den zahlreich erschienenen Paradeuniformen sehnt. Die Felduniform der preußischen Dragoner ist vielseitig verwendbar, da sie 1813 auch von der Landwehr-Kavallerie übernommen wurde. Noch interessanter ist vielleicht die Tatsache, dass selbst ungeübte Maler mit diesen Figuren gute Ergebnisse erzielen können. Die Arbeit geht flott von der Hand, da keine Litzen, Schnüre und andere Kleinteile bemalt werden müssen.

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Fragen und Antworten

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Figuren der Preußischen Armee der Napoleonischen Kriege