Einschiffen

Einschiffen

Einschiffen, einer Kriegsmacht, geschieht auf Transportschiffen, in deren Ermangelung mach sich auf der Kauffahrer bedient, die gerade aufzutreiben sind. – Für die Pferde wählt man die plattesten, welche näher ans Land kommen können, und den Pferden beim Ausschiffen, wo sie ans Land schwimmen müssen, eine Strecke ersparen. Diese Schiffe müssen aber doch hoch genug unter dem Deck sein, damit die Pferde mit den Köpfen nicht anstoßen, und breit genug, damit zwei Reihen, mit den Köpfen gegen einander gekehrt, jedes in einem besonderen Stande, darin stehen können, und noch Platz für die Mannschaft übrig ist, die sie füttert. Man besorgt eine hinlängliche Anzahl Krippen, Futterkasten und Netze für das Heu; der Fußboden wird bestrichen, die Ringe, daran die Hanggurte befestigt sind, werden angeschlagen, so wie die Haken, woran die Wassereimer zum Tränken hängen. Jedem Pferd wird ein Schaffell an der Brust und hinten angebunden; das Futter wird auf anderen Schiffen mitgeführt. –

In den Transportschiffen für die Soldaten werden zwischen den Verdecken Pritschen, zum Liegen, und Leisten mit Riegeln fürs Gewehr angeschlagen; die Leute bekommen Korporalschaftsweise ihre Ess- und Trinkgeschirre, Netze um das Gesalzene ins Wasser zu hängen, allerhand Räucherwerk, so wie Säcke, um ihre Montierung hineinzustecken, die sie sogleich ausziehen, so wie sie das Schiff betreten. Die Hospitäler erfordern eigene Fahrzeuge; eben so die Vorräte an Lebensmitteln, von denen immer nur auf eine bestimmte Anzahl Tage an die übrigen Schiffe ausgegeben wird. Zum Ballast bedient man sich zuweilen der Landkanonen, jedoch so, dass alles Zubehör dabei ist, damit sie gebraucht werden können, im Falle die Schiffe getrennt werden sollten.

Für das Pulver und andere zur Artillerie gehörige Vorräte werden besonders gute Fahrzeuge ausgelesen, und die inneren Verhältnisse sorgfältig mit Brettern ausgeschlagen, damit keine Feuchtigkeit eindringen könne. Auf diesen Fahrzeugen wird niemals Feuer angemacht, sondern die Leute behelfen sich mit kalten Speisen; auch werden sie mit besonderen Flaggen ausgezeichnet. Die geladenen Bomben und Granaten werden jede in eine besondere Kiste gepackt; die Fässer mit eisernen Bändern kommen nicht nebeneinander zu liegen, damit durch das Schwanken des Schiffs mit denselben kein Schaden geschehe. –

Die Truppen werden in Schaluppen auf die Transportschiffe gebracht; ist der Hafen nicht geräumig genug, so übelässt man ihn der Kavallerie, und schifft die Infanterie auf der Rhede ein. Können die Fahrzeuge nicht nahe genug ans Land kommen, so führt man die Pferde auf dazu erbauten Brücken in die Schaluppen, und bringt sie dann in die Transportschiffe. Man erwählt wo möglich eine Windstille zum Einschiffen, und versieht sich mit einer gehörigen Anzahl Schaluppen, um bei dem Wiederausschiffen gleich stark genug landen zu können; es ist besser, diese Schaluppen an Bord der großen Schiffe zu nehmen, als sie zu zerlegen. S. Landen und Transportschiffe.

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

Glossar militärischer Begriffe