Beschlag

Beschlag

Beschlag, oder Garnitur, am kleinen Feuergewehr, dient zur Verstärkung und Verbindung der einzelnen Teile desselben, nämlich: 1) die Kappe, 2) der Handbügel, 3) das Mundröhrchen, 4) das Mittelröhrchen, 5) das Spitzröhrchen, 6) die Riembügel, 7) das Schlossblech oder Seitenblech, 8) das Stoßblech, 9) das Abzugsblech, 10) das Mundblech, 11) die Holzschrauben. Wenn der Lauf Haften hat, so wird er mit Stiften im Schaft befestigt; hat er keine Haften, so bedient man sich der Ringe, welche zugleich als Röhrchen für den Ladestock dienen, und diese dann entbehrlich machen.

Die Kappe von Messing, auch von Eisen, schützt den unteren Teil des Kolbens gegen Feuchtigkeit, Nässe und Risse, und wird mit eisernen Holzschrauben befestigt; die Kappen der Pistolen haben von denen der übrigen Handfeuerwaffen eine verschiedene Form.

Der Handbügel, gewöhnlich von Messing, auch von Eisen, schützt den Abzug vor zufälligem Abdrücken des Schlosses; er besteht aus 3 Teilen; dem Bügel, dem hinteren und vorderen Blatt. Der Bügel an den Büchsen ist länger als an den übrigen Gewehren, und hat noch einen Absatz, so dass er gleichsam aus zwei Bügeln besteht, zwischen welche die rechte Hand beim Anschlagen hineingreift.

Die Röhrchen, auch Mütterchen genannt, sind zum Halten des Ladestocks bestimmt, fallen also da, wo kein Ladestock am Gewehr selbst ist, oder wo Ringe den Lauf mit dem Schaft verbinden, weg. Dieser Ringe, von Messing, sind an den preußischen Infanterie-Gewehren drei, der Ober-, Mittel- und Unterring; sie werden durch in den Schaft eingelassene Federn gehalten.

Die Riembügel, welche zur Befestigung des Gewehrriemens dienen, und deren einer am Kolben, der andere am Vorderschaft befindlich ist, werden teils durch Holzschrauben, teils durch Stifte im Schaft befestigt, und sind von Eisen. Hat das Gewehr Ringe, so wird der obere Riembügel an einem Wirbel befestigt.

Das Seiten- oder Schlossblech, liegt im Schaft, auf der dem Schloss entgegengesetzten Seite, und dient zur Unterlage für die beiden großen Schlossschrauben; seine Form ist gewöhnlich die eines S.

Das Stoßblech befindet sich in dem untersten Röhrchen des Ladestocks, ist von Eisen, und dient dazu, der Gewalt des hineingeworfenen Ladestocks zu widerstehen, welcher sonst den Schaft bald spalten würde.

Das Abzugsblech, von Eisen oder Messing, ist in den Schaft eingelassen, da wo der Abzug sitzt, und für denselben mit einer Öffnung versehen; es dient eine schwankende Bewegung des Abzugs zur rechten oder linken Seite zu verhindern.

Das Mundblech dient, den oberen Teil des Schaftes gegen Spalten und Risse zu schützen; an Gewehren, welche Ringe haben, vertritt der obere Ring seine Stelle.

Beschlag, der Lafette, s. Lafette; des Pferdes, s. Huf.

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

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