Pistole

Pistole mit Pistonschloss. Dresdner Arbeit, erste Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Pistole (vielleicht von der ital. Stadt Pistoja, oder vom tschech. pistala, »Rohr«), kurze, einhändige Handfeuerwaffe, früher auch Faustrohr, Fäustling genannt, prinzipiell den Gewehren ähnlich, deren Entwicklungsgang sie auch mitmachte. Die Landsknechte führten sie als »kurze, feuerschlagende Büchse«, in den niederländischen und Hugenottenkriegen hießen die deutschen Reiter des erfolgreichen Gebrauchs der Pistole wegen Pistoliers.

Deutsches Faustrohr mit Kugelknauf

Pistolen mit zwei Läufen sind Doppelpistolen; bei der Kolbenpistole kann der Kolben durch einen ansteckbaren Teil zum zweihändigen Gebrauch verlängert werden. Gegenüber der von der Reiterei geführten Sattelpistole nennt man kleine Taschenpistolen Terzerole. Über Floberts Zimmerpistole s. Tesching. Besonders berühmte Pistolenfabrikanten waren Lazaro Lazarini und Kuchenreuter.

Nürnberger Doppelfaustrohr, um 1580. Läufe übereinander mit nicht parallelen Seelen.

Für den Gebrauch zu Pferde wurde die Pistole allmählich durch Karabiner und Revolver verdrängt, doch kam sie im Laufe der Zeit durch die großen Fortschritte der Selbstladekonstruktionen wieder zu Ehren, sodass verschiedene Armeen Selbstladepistolen einführten, s. die Artikel »Handfeuerwaffe, Selbstlader und Espingole«.

Dresdner Faustrohr mit musketenähnlicher Schäftung, um 1620

Abbildungen 1 bis 4, Pistolen aus der Dresdner Gewehrgalerie.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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