Preußischer Generalleutnant Christoph II. von Dohna-Schlodien

Christoph II. von Dohna-Schlodien, königlich preußischer Generallieutenant, Chef eines Regiments zu Fuß (Christoph Graf zu Dohna, Nr. 16), geb. 25. Okt. 1702 in Schlodien, Sohn des im Jahr 1733 verstorbenen Feldmarschalls Christoph v. Dohna, gest. den 19. Mai 1762 in Berlin. Von König Friedrich Wilhelm I. im Soldatenstand außergewöhnlich befördert und von König Friedrich II. am 28. Juli 1740 zum Oberst ernannt, wurde er im Lauf des Feldzuges 1745 (20. Juli) Generalmajor mit einem um 2 Jahre vordatierten Patent, und 1751 Generallieutenant, 1753 Ritter des schwarzen Adlerordens.

Bekannte Figuren

  • General Christoph II. von Dohna-Schlodien, 1:72 Winkler HOWI 0013

In den Feldzügen 1758 und 1759 hatte Dohna bei dem gekrönten Generalissimus, welcher nach Lage der Dinge viel von seinen abgesondert befehligenden Generälen zu verlangen genötigt war, einen schweren Stand. Der König sagte ihm öffentlich vor der Zorndorfer Schlacht, das unter Dohnas Vorgänger im Kommando bei Groß-Jägerndorf geschlagene Corps musternd: „Ihre Leute sind außerordentlich geputzt; ich bringe welche mit, die sehen aus wie Grasteufel, aber sie beißen.“ Minder bekannt ist, dass Friedrich 4 Wochen später, mit Ungeduld Nachricht von Dohna erwartend über den Verbleib der bei Zorndorf geschlagenen Russen, Dohna den Befehl schickte, dieselben bei Landsberg durchaus nicht zu verlassen, und die Worte anfügte: „Denn Ich sonst glauben muß, es sei nur das ganze corps d‘armée zu Nichts weiter, als daß es im Essen und Trinken unterhalten werde und es weiter Nichts ausrichte.“ Als Dohna im Juli 1759 nicht königlichem Wunsch gemäß reussierte (mit 20.000 gegen 50.000 Mann), ernannte der König den Generallieutenant v. Wedell zum „Dictator“, schrieb an seinen Bruder Prinz Heinrich: „La tête a tourné à Dohna et ses officiers“, und entzog Dohna die Befehlführung durch die eigenhändigen Zeilen: „Vous êtes trop malade pour vous charger du commandement. Vous ferez bien de vous faire transporter ou à Berlin ou dans un endroit où vous pourrez remettre votre santé. Adieu.“

Dohna kehrte nach Berlin zurück, wo er bereits im Frühjahr 1759, seiner zerrütteten Gesundheitsumstände halber, gerastet hatte. Er starb hier 1762, ohne wieder zur Armee einberufen worden zu sein. Manches lässt sich gegen Dohna sagen, manches für ihn. (Wedell wurde am 23. Juli 1759 bei Kay geschlagen.) In Summa bleibt dieser Dohna kriegsgeschichtlich bemerkenswert als ein Beispiel dafür, dass Friedrich d. Gr. seinen „unglücklichen“ Generälen ein sehr strenger Richter war, um zu behindern, dass deren — scheinbar auf Unkühnheit und Mangel an höchster Energie beruhendes, demnach mit Ungeschicktheit identisches — „Unglück“ fernerweit das Staatsinteresse gefährde.

Quelle: Lippe, E. Graf zur, „Dohna, Christoph“ in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877)

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