Paul Kray, Freiherr von Krajowa

k.k. Feldzeugmeister

Paul Kray, Freiherr von Krajowa, k.k. Heerführer, geb. 5. Febr. 1735 zu Käsmark in Ungarn, gest. 19. Jan. 1804 in Budapest, seit 1754 im kaiserlichen Heer, machte den Siebenjährigen Krieg, als Oberst (1788–89) den Feldzug gegen die Türken mit und wurde nach dem Frieden von 1790 zum Generalmajor und zum Freiherrn ernannt. In den Jahren 1793–96 focht er glücklich in den Niederlanden und am Rhein und ward 1796 Feldmarschallleutnant. Nach dem unglücklichen Feldzug in Hessen 1797 vor ein Kriegsgericht gestellt und zu zweiwöchiger Arreststrafe verurteilt, ging er, nachdem sein Abschiedsgesuch abgelehnt worden, im Herbst 1798 nach Italien. Seine glänzenden Waffentaten bei Legnano und Magnano (5. April 1799) bereiteten die Siege vor, die Suworow und Melas dort später erfochten. Zum Feldzeugmeister befördert und mit der Leitung der Belagerung von Mantua beauftragt, musste er diese zwar wegen Annäherung der Franzosen unter MacDonald für kurze Zeit aufgeben, setzte sie aber nachher fort und zwang die Festung (27. Juli) zur Kapitulation. 1800 erhielt er an Stelle des Erzherzogs Karl von Österreich das Oberkommando der Rheinarmee, wurde aber von Moreau bei Stockach (3. Mai) und Möskirch (5. Mai) geschlagen und bis in die Gegend von Konstanz zurückgedrängt. Nach Abschluss des Waffenstillstandes musste Kray (21. Juli) das Kommando an den Erzherzog Johann abgeben.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Figuren der Österreich-Ungarischen Armee der Napoleonischen Kriege