Norfolk

Norfolk (spr. nórrfŏk), 1) Grafschaft im östlichen England, zwischen den Grafschaften Suffolk und Cambridge, dem Washbusen und der Nordsee gelegen, umfasst 5295 km² (96,2 mi²) mit (1901) 460.120 Einwohnern (87 auf 1 km²), als Verwaltungsbezirk 313.504 Einwohner. Hauptstadt ist Norwich. Vgl. Dutt, Norfolk (Lond. 1900); Doubleday, History of the county of Norfolk (das. 1901, Bd. 1).

Norfolk, 2) Stadt im nordamerikanischen Staat Virginia, an der Mündung des Elizabeth Rivers in den James River, 11 km oberhalb der Hampton Road (s. Hampton) der Chesapeake Bay, mit einem für Schiffe von 9 m Tiefgang zugänglichen Hafen, Seebad (wohin elektrische Bahn) bei Old Point Comfort (Fort Monroe), hat ein Stadthaus mit Kuppel, Zollhaus, schöne Freimaurerloge, katholisches theologisches Seminar, höhere Schule für Frauen, deutsches Konsulat und (1900) 46.624 Einwohner, darunter 20.230 Schwarze. Namhaft ist die Ausfuhr (1903: 8.757.499 Doll.) von Baumwolle, Getreide, Tabak, und der Küstenhandel in Frühgemüse. Die Industrie beschränkt sich auf Kaffeerösterei, Dungmittelfabrikation etc. In dem gegenüberliegenden Portsmouth befinden sich ein Marinehospital, Arsenal und Werften (in der Vorstadt Gosport). Das Arsenal und die im Hafen liegenden Schiffe steckten die Konföderierten 20. April 1861 in Brand, womit der Amerikanische Bürgerkrieg begann. Die Bundestruppen nahmen die Stadt erst 3. Mai 1862 wieder.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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