Newa

Newa, der Abfluss des Ladogasees, bez. des Onega, des Ilmen und einer Menge kleinerer Seen des nördlichen Russland, durchströmt in seinem nur 64 km langen Lauf das Gouvernement St. Petersburg und ergießt sich unterhalb genannter Stadt in den Newabusen, d.h. den östlichsten, zwischen St. Petersburg und Kronstadt gelegenen Teil des Finnischen Meerbusens. Bei St. Petersburg (s. d.) bildet die Newa ein Delta, dessen fünf Hauptarme, die Große und Kleine Newa und die Große, Mittlere und Kleine Newka, mit vielen Nebenarmen und Kanälen (wie die Fontanka etc.) eine Menge von Inseln bilden, die teilweise von der Stadt selbst, teilweise von Vor- und Villenorten (Datschen) bedeckt sind. Die Newa ist in ihrer ganzen Länge schiffbar und bildet das erste Glied des komplizierten Wasserwegs, der St. Petersburg mit dem Weißen und dem Kaspischen Meer verbindet. Nach 193jähriger Beobachtung (von 1706–1899) ist die Newa jährlich 147 Tage lang zugefroren (Minimum 1822: 86 Tage, Maximum 1852: 193 Tage). Ihre Breite schwankt zwischen 260 und 1260 m, die Tiefe zwischen 23/4 und 63/4, im Gebiete der Hauptstadt zwischen 6 und 14 m. Da die Einfahrt in die Flussmündungen durch Barren erschwert ist und die Kronstädter Bucht nur eine Tiefe von 5–6 m, zuweilen nur 3 m hat, ist 4–5 km von der Südküste ein Seekanal von Kronstadt bis St. Petersburg gebaut, der bei einer Länge von 29 km und einer Breite von 38–69 m Schiffen von 52/3 m Tiefgang die Einfahrt nach St. Petersburg gestattet (s. »Karte der Umgebung von St. Petersburg«). Nebenflüsse sind: Moika, Mga, Toßna, Ishora, Slawjanka links; Tschernaja und Ochta rechts. Der hohe Wasserstand der Newa veranlasste 1777, 1824, 1879 und 1903 große Überschwemmungen in St. Petersburg.

Das russische Infanterie-Regiment Newa diente 1812 in der 21. Infanterie-Division unter Generalmajor Nikolai Iwanowitsch Demidow im Finnländischen Armeekorps des Generalleutnants Graf Fabian von Steinheil.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Fluss