Lößnig

Lößnig.

Lößnig, Rittergutsdorf in der sächsischen Kreis- und Amtshauptmannschaft Leipzig, an der Pleiße, südöstlich von Connewitz und südwestlich von Dölitz, hat eine evangelisch-lutherisch Kirche, Rittergut, und (1891) 549 Einwohner, die Ackerbau, Viehzucht, Forst- und Holzwirtschaft betreiben.

Lößnig, und die benachbarten Dörfer Connewitz, Dölitz und Markkleeberg waren am 16. Oktober 1813, dem ersten Tag der Völkerschlacht bei Leipzig, Schwerpunkte an der südlichen Front. Österreichische Truppen der Böhmischen Armee unter Schwarzenberg gingen bei Connewitz, Lößnig, Dölitz und Markkleeberg über die Pleiße, mit dem Ziel, den rechten Flügel der französischen Aufstellung unter Poniatowski zu durchbrechen, und Napoleon I. in den Rücken zu fallen.

Lößnig selbst war verbarrikadiert, Brücken impraktikabel gemacht, jedes Haus, jede Mauer wurde im Dorfgefecht hartnäckig verteidigt. Lößnig wurde im Verlauf erbitterter Nahkämpfe und Ortsgefechte von Artillerie beider Seiten beschossen. Das Rittergut Lößnig, von den Franzosen als Feldlazarett genutzt, und viele Häuser brannten nieder. Am Ende des ersten Tages der Schlacht blieb Lößnig in französischer Hand, es wurde erst in der Nacht zum 18. Oktober 1813 geräumt, nachdem Napoleon das Verkürzen der eigenen Linien befohlen hatte.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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