Dölitz
Dölitz, Dorf in der sächsischen Kreis- und Amtshauptmannschaft Leipzig, an der Pleiße, südlich von Connewitz südwestlich von Lößnig, mit einem Schloss, treibt Kunstgärtnerei und hat (1900) 2162 Einwohner.

Dölitz, und die benachbarten Dörfer Connewitz, Lößnig und Markkleeberg waren am 16. Oktober 1813, dem ersten Tag der Völkerschlacht bei Leipzig, Schwerpunkte an der südlichen Front. Österreichische Truppen der Böhmischen Armee unter Schwarzenberg gingen bei Connewitz, Lößnig, Dölitz und Markkleeberg über die Pleiße, mit dem Ziel, den rechten Flügel der französischen Aufstellung unter Poniatowski zu durchbrechen, und Napoleon I. in den Rücken zu fallen.
Dölitz selbst war verbarrikadiert, Brücken impraktikabel gemacht, jedes Haus, jede Mauer wurde im Dorfgefecht hartnäckig verteidigt. Das Rittergut Dölitz wurde im Verlauf erbitterter Nahkämpfe und Ortsgefechte mehrfach gestürmt und wechselseitig verteidigt. Am Ende des ersten Tages der Schlacht blieb das Torhaus Dölitz in französischer Hand, es wurde erst in der Nacht zum 18. Oktober 1813 geräumt, nachdem Napoleon das Verkürzen der eigenen Linien befohlen hatte.
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909