Markkleeberg

Markkleeberg, Dorf im Gerichtsamt Leipzig II. des königlich sächsischen Kreisdirektionsbezirks Leipzig, südlich von dem Dorf Dölitz, zwischen der Pleiße im Westen und der Kleinen Pleiße im Osten, die nördlich des Rittergutes Markkleeberg in die Pleiße mündete; 520 Einwohner; wurde 16. Okt. 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig vier Mal von den Verbündeten genommen und vier Mal von polnischer Infanterie zurückerobert, s. Deutscher Befreiungskrieg, Russisch-Deutscher Krieg gegen Frankreich.
Markkleeberg, und die benachbarten Dörfer Dölitz, Connewitz und Lößnig waren am 16. Oktober 1813, dem ersten Tag der Völkerschlacht bei Leipzig, Schwerpunkte an der südlichen Front. Österreichische Truppen der Böhmischen Armee unter Schwarzenberg gingen bei Connewitz, Lößnig, Dölitz und Markkleeberg über die Pleiße, mit dem Ziel, den rechten Flügel der französischen Aufstellung unter Poniatowski zu durchbrechen, und Napoleon I. in den Rücken zu fallen.
Markkleeberg selbst war verbarrikadiert, Brücken impraktikabel gemacht, jedes Haus, jede Mauer wurde im Dorfgefecht hartnäckig verteidigt. Das Rittergut Markkleeberg lag wie ein Stützpunkt auf der Halbinsel zwischen der Pleiße im Westen und der Kleinen Pleiße im Osten, es musste von den Österreicher genommen werden, wenn sie hier über die Kleine Pleiße gehen wollten. Das Rittergut wurde im Verlauf erbitterter Nahkämpfe und Ortsgefechte mehrfach gestürmt und wechselseitig verteidigt. Am Ende des ersten Tages der Schlacht blieb Markkleeberg in französischer Hand, es wurde erst in der Nacht zum 18. Oktober 1813 geräumt, nachdem Napoleon das Verkürzen der eigenen Linien befohlen hatte.
Quelle: Pierer’s Universal-Lexikon 4. Auflage 1857–1865