Römischer Skorpion

Testbericht der 1:72 Figuren von HäT Industrie

Römischer Skorpion, 1:72 HäT 8035.

Das römische Pfeilgeschütz Skorpion im Maßstab 1:72 von HäT wird im Set mit inkompatiblen, 25 mm großen römisch-republikanischen Hastati & Velites geliefert. Die Scorpionarii der Geschützbedienung tragen den im 3. Jahrhundert v. Chr. eingeführten, zu diesem Zeitpunkt noch ärmellosen Kettenpanzer (lorica hamata), während die republikanischen Hastati mit der älteren Brustplatte (pectorale) bewaffnet sind.

Inhalt

12 Scorpionarii in 3 Posen – 24 mm entsprechen 173 cm Körpergröße

4 Principales in 1 Pose – 24 mm entsprechen 173 cm Körpergröße

32 Hastati & Velites in 6 Posen – 25 mm entsprechen 180 cm Körpergröße

Bewertung

Gute Themenwahl, das römische Pfeilgeschütz vom Typ Skorpion eignet sich für Belagerungen, Schlachten, oder den Einsatz an Bord von Schiffen und Booten gleichermaßen.

HäT hätte dieses Set für alle vier Varianten der zweiarmigen Torsionsgeschütze verwenden können, angefangen beim schweren Feldgeschütz Palintonon (Ballista), über den Skorpion, sowie die leichten Cheiroballistra und Manuballista, die von einem einzelnen Soldaten bedient wurden. Stattdessen hat der Hersteller die bereits 1999 erschienen römisch-republikanischen Hastati & Velites (HäT 8018) hier noch einmal als Füllmaterial verwendet.

Römischer Signifer, Vexillarius, und Cornicen, 1:72 HäT 8035.

Wirklich neue Infanteristen in diesem Set der römischen Artillerie sind lediglich die vier Principales (Unteroffiziere/Feldwebel) der römischen Armee, die als Feldzeichenträger oder Cornicen verwendet werden können. Die Feldzeichen besitzen einen Stift, der in die Ringhand des Signifers oder Vexillarius gesteckt werden soll. Das Ergebnis sieht leider gar nicht überzeugend aus, denn die fast religiös verehrten Feldzeichen wurden respektvoll und aufrecht mit beiden Händen vor der Truppe hergetragen. Das im Set enthaltene Cornu lässt sich hingegen gar nicht an der Figur befestigen, es wird wohl irgendwie an dem designierten Cornicen angeschweißt werden müssen.

Die Spannhebel am Skorpion zeigen irrtümlich beide nach vorne und können so ihre Funktion gar nicht erfüllen. Der Fehler lässt sich korrigieren, indem ein Spannhebel entfernt, und dann nach hinten zeigend wieder angeschweißt wird. Eine weitere Alternative bestünde darin, beide Spannhebel zu entfernen und sie durch ein Handrad mit vier Speichen zu ersetzen.

Brauchbare Posen für Wargames und Dioramen. Die drei Legionäre der Geschützbedienung reichen völlig aus, um einen Artillerie-Stand der gängigen Spielsysteme ansprechend zu gestalten.

Die gesamte Geschützbedienung ist ohne Helm dargestellt, obwohl sie sich entweder im Gefecht befindet, oder wenigstens an einer Übung unter Gefechtsbedingungen teilnimmt. Der Fehler lässt sich durch entsprechendes Tauschen der Köpfe beheben, nämlich mit Montefortino-Helm für römisch-republikanische oder Weisenau-Helm für römisch-imperiale Artilleristen.

Auffällige Gussnähte müssen vor dem Bemalen entfernt werden.

Historische Verwendung

  • Römisch-republikanische Armee

Mögliche Umbauten

  • Römisch-republikanische Geschützbedienung mit Montefortino-Helm
  • Römisch-imperiale Geschützbedienung mit Helm Typ Weisenau

Die eigenartige Mischung von Geschützmannschaften im Maßstab 1:72 mit 25 mm großen, republikanischen Römern im selben Figurenset wirkt wie eine Notlösung. HäT hätte gut daran getan, dieses Artillerie-Set mit verschiedenen Torsionsgeschützen und einer größeren Auswahl an Bedienungsmannschaften auszustatten.

Figuren der Antike