Weisenau

Weisenau, Dorf in der hessischen Provinz Rheinhessen, Kreis Mainz, am Rhein und an der preußisch-hessischen Staatsbahnlinie Mainz-Worms, nahe bei Mainz und mit diesem durch eine elektrische Straßenbahn verbunden, hat eine neue evangelische und eine katholische Kirche, Synagoge, Zement-, Cognac-, Malz- und Schaumweinfabrikation, Bierbrauerei, Ziegelbrennerei, Steinbrüche, Weinbau und (1905) 6313 meist katholische Einwohner.

Weisenau ist Fundort des nach ihm benannten, kaiserlich-gallischen Weisenau-Helms, der hier bei Baggerarbeiten im Rhein gefunden wurde. Der Helm eines Legionärs der Legio I Adiutrix („die Helferin“) wird auf die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. (ca. 50–75 n. Chr.) datiert und befindet sich inzwischen im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Der Weisenau-Helm ist der bekannteste römische Helmtypus, er wurde im Laufe der Zeit in verschiedene Varianten (z. B. Imperial Gallic A bis I) klassifiziert. Der eiserne Weisenau-Helm besitzt einen charakteristischen Stirnring, der an den Seiten der Kalotte angenietet ist und frontale Hiebe mildern sollte. Eisenhelme dieses Typs wurden aus Gründen des Rostschutzes verzinnt, und mit Bronze- oder Messingapplikationen verziert.

Legio I Adiutrix und Legio XIIII Gemina wurden nach dem Ende des Bataveraufstandes (69 und 70 n. Chr.) als Garnison nach Mogontiacum (Mainz) verlegt.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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