Fehrbellin

Fehrbellin, Stadt im [ehem.] preußischen Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Osthavelland, am Rhin und an der Eisenbahn Paulinenaue–Neuruppin, hat eine evangelische und eine katholische Kirche, ein Denkmal des Großen Kurfürsten, Amtsgericht, Holzpantoffelfabrikation, Torfstich und (1900) 1602 Einwohner. Der Fehrbelliner Kanal, eine Abzweigung von der Rhinwasserstraße nach Fehrbellin, ist 13 km lang u. 1,3 m tief.
Fehrbellin ist besonders merkwürdig durch den Sieg des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm über die Schweden 28. (18.jul.) Juni 1675, s. Schlacht bei Fehrbellin.
Im Gefecht bei Fehrbellin am 28. September 1758 stürmte Wedell die Stadt mit den Grenadier-Bataillonen von Schenckendorff (35/36) und von Ostenreich (29/31), den Füsilier-Regimentern Hessen-Kassel (Nr. 45) und Graf Wied zu Neuwied (Nr. 41), vier 12-pfündigen Kanonen und 16 Bataillonsgeschützen, um die schwedische Besatzung, Soldaten der Infanterie-Regimenter Kronprinsens und Västerbotten unter Oberstleutnant Carl Constantin de Carnall aus diesem wichtigen Brückenkopf am Rhin zu vertreiben. Mit dem Eintreffen des Infanterie-Regiments Västmanland wendete sich das Blatt und Wedell musste mit Verlust aus Fehrbellin weichen.
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909