Rhin
Rhin, rechter Nebenfluss der Havel im [ehem.] preußischen Regierungsbezirk Potsdam, entspringt aus dem Haussee bei Zechlin, nahe der mecklenburgischen Grenze, steht durch den Rheinsberger Kanal (s. d.) mit der Havel-Wasserstraße in Verbindung, durchfließt den Rheinsberger und den Ruppiner See und mündet als Rhinkanal unterhalb Rhinow durch den Gülper See in die Havel. Der Rhinkanal ist bei einer mittleren Tiefe von 0,6 m auf 38 km schiffbar. Von dem übrigen Teil des Flusses, der Rhin-Wasserstraße, sind die Strecke vom Kremmener See bis Lindow auf 51 km Länge und der Alte Rhin oder Fehrbelliner Kanal auf 13 km Länge schiffbar. Vom Kremmener See aus steht der Rhin durch den Ruppiner Kanal (s. d.) mit der Havel bei Oranienburg in schiffbarer Verbindung. Das Rhinluch, die sumpfige Niederung, durch die der Rhin fließt, erstreckt sich von Oranienburg bis zur Rhinmündung, enthält namentlich bei Linum unerschöpfliche Torflager, ward durch Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. urbar gemacht und steht mit dem Havelländischen Luch in Verbindung.
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909