Eggmühl
Eggmühl (Eckmühl), Dorf im bayerischen Regierungsbezirk Niederbayern, Bezirksamt Mallersdorf [heute Gemeindeteil des Marktes Schierling im Oberpfälzer Landkreis Regensburg], an der Großen Laber und der Staatsbahnlinie München–Regensburg–Oberkotzau, hat eine katholische Kirche, ein Schloss und (1900) 359 Einwohner.
Bei Eggmühl war berühmte Schlacht 22. April 1809. Nach der Schlacht bei Abensberg 20. April hatte der Oberbefehlshaber Erzherzog Karl auf dem rechten Donauufer eine Stellung bei Eggmühl, dem Hauptpass von Regensburg, genommen, von wo er an der Spitze von vier Armeekorps den Sieger von Abensberg im Rücken bedrohte. Da erschien plötzlich am 22. nachmittags Napoleon mit dem Korps von Lannes, Bayern, Württembergern und den Kürassierdivisionen Nansouty und Saint-Sulpice von der Landshut-Regensburger Straße her, dem Dorf Eggmühl gegenüber, wo Davout dem österreichischen Korps von Rosenberg Widerstand leistete. Eggmühl wurde genommen, nach tapferem Widerstand auch die österreichischen Batterien auf den Höhen hinter Eggmühl erstürmt und die Trümmer des Rosenbergischen Korps auf die Hauptarmee bei Eglofsheim zurückgeworfen. Hier wurde zum zweitenmal Widerstand versucht, aber trotz aller Tapferkeit ebenso vergeblich. 16 feindliche Kavallerieregimenter vollendeten die Niederlage der Österreicher. In der Nacht führte der Erzherzog seine Truppen auf Schiffbrücken über die Donau. Napoleon ernannte Davout zum Fürsten von Eggmühl.
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909