„Das Gewehr – über!“

Das Gewehr – über!.

„Das Gewehr – über!“ (engl. “slope – arms!”; amer. “port – arms!”), Kommando beim Exerzieren.

Erste Bewegung: die rechte Hand ergreift das Gewehr am Lauf und hebt es senkrecht an der rechten Körperseite hoch. Gleichzeitig greift die linke Hand quer über die Brust und fasst den Kolben von unten. Der Kolbenhals liegt dabei fest in der linken Handfläche, der Daumen zeigt nach oben. Die Waffe befindet sich nun für einen Sekundenbruchteil senkrecht vor der linken Schulter.

Zweite Bewegung: die rechte Hand lässt den Lauf los und fällt elastisch in die Grundstellung (stramm an die rechte Naht der Hose) zurück. Gleichzeitig lässt die linke Hand die Waffe kontrolliert nach hinten auf die linke Schulter zurücksinken, sodass das Gewehr in einem Winkel von etwa 45 Grad schräg aufliegt. Der Lauf zeigt nach hinten oben, das Schloss weist nach außen.

Der linke Oberarm liegt dicht und senkrecht am Körper an. Der Unterarm ist im rechten Winkel nach vorn gebeugt. Die linke Hand hält den Kolben so, dass der Zeigefinger unter der Kolbenkappe liegt. Durch leichten Druck des Unterarms nach unten wird das Gewicht des langen Laufs auf der Schulter perfekt ausbalanciert. Der rechte Arm ruht völlig frei in der Grundstellung an der rechten Seite und schwingt beim Marschieren im Gleichschritt natürlich mit.

„Das Gewehr – über!“ – revidierte Ausführung

Seit der Einführung der neuen, kürzeren Infanteriegewehre Modell 71, Gewehr 88, und Gewehr 98, wird die Waffe beim Kommando „Das Gewehr – über!“ senkrecht vor der linken Körperseite getragen, wie dies zuvor beim Kommando „Schultert’s – Gewehr!“ gehandhabt wurde.

Das Gewehr liegt gleichlaufend mit der Knopfreihe, der Kammerknopf befindet sich etwa in der Höhe des zweiten Waffenrockknopfes, der Kolben dicht vor der linken Patronentasche. Die linke Hand hat hierbei den Kolben derart umfasst, dass die Kappennase zwischen Daumen und Zeigefinger liegt und Handballen sowie Fingerspitzen an den flachen Teil des Kolbens angedrückt sind. Der rechte Arm liegt in der Grundstellung.

Quelle: Transfeldt, Walter: Transfeldts Dienstunterricht für den Infanteristen des deutschen Heeres (Berl. 1880)

Glossar militärischer Begriffe