Bayerischer Generalfeldzeugmeister Christoph Adam Ossalco, Graf von Minucci

Christoph Adam Ossalco, Graf von Minucci, geb. ca. 1673, gest. 1758 auf Schloss Odelzhausen, bayerischer General und Geheimer Rat, war beim Regierungsantritt des Kurfürsten Karl Albrecht am 26. Februar 1726 einer von 13 Generalwachtmeistern der bayerischen Armee (SGBH, 23), und seit 15. Mai 1722 (MGBA, 524) Inhaber des am 17. Januar 1722 aus den Jungen Garden (Carabiniers à Cheval und Grenadiers à Cheval) neu errichteten Dragoner-Regiments Minucci, das er am 7. Januar 1730 an Generalwachtmeister Joseph Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen abgab, nachdem er am selben Tag Inhaber des Infanterie-Regiments von Minucci geworden war.

Im Winter 1735/36 mit dem Kommando über die zur Beobachtung des Durchmarsches von General Peter von Lacy mit 13.000 bis 15.000 Mann russischer Truppen in der Oberpfalz zusammengezogenen Streitkräfte nebst den Generalwachtmeistern Valaise und Morawitzky betraut, befehligte er 1738 auch das nach Ungarn entsandte Hilfskorps von 6000 Mann, und avancierte am 4. November 1739 zum Generalfeldwachtmeister; in Ungarn standen unter ihm die Generalwachtmeister Karl Graf von Piosasque und von Morawitzky. Das 1739 nachgeschickte Verstärkungskorps führte Generalwachtmeister Karl Wilhelm Freiherr von Lerchenfeld (SGBH, 25).

Mit Erlass vom 20. März 1743 wurde Graf Minucci als einziger Generalfeldwachtmeister zum Feldheer für den bevorstehenden Feldzug unter dem Oberkommando von Feldmarschall Graf Seckendorf bestimmt (SGBH, 27), erlitt am 9. Mai 1743 im Gefecht bei Simbach (Schlacht bei Braunau) eine schwere Niederlage gegen die Österreicher unter Karl von Lothringen und Feldmarschall Khevenhüller, wobei er schwer verwundet wurde und in Gefangenschaft geriet. Nach dem Frieden von Füssen, 22. April 1745, wurde Graf Minucci vor die Wahl seiner dermaligen Regimentsinhaberstelle oder einer Pension von 4000 fl. gestellt, welch letztere er ablehnte (SGBH, 28).

Mit Dekret vom 14. August 1753 wurde Graf Minucci aufgrund seiner Kriegserfahrung in den Hofkriegsrat berufen:

Ihre Churfürstliche Durchlaucht wollen das Commando über alle Dero Truppen zu Fuss und zu Pferd in Zukunft selbst in höchster Person führen, und haben Dero geheimen Rath, Kämmerer und General-Feldzeugmeister, auch Oberst über ein Infanterie-Regiment, Grafen Ossalko v. Minucci in Ansehung seiner erworbenen Kriegserfahrenheit ad latus zu nehmen geruht, in der Art, dass er in Commandosachen jederzeit gehorsamst referiren, hierüber, so wie auch von andern Beschlüssen Ihrer Churfürstlichen Durchlaucht, unmittelbar gnädigsten Bescheid empfangen, und sonach die Befehle gemäss erhaltener gnädigster Willensmeinung mittels seiner Unterschrift an die gehörigen Stellen ausfertigen solle. Hierzu hat er die Offizianten der churfürstlichen Hofkriegsrathskanzlei, nach Punkt 5, zu gebrauchen. (MGBA, 81).

Bibliographie

Kurbayerische Generalität im Österreichischen Erbfolgekrieg