Österreichische Artillerie
Siebenjähriger Krieg, 1756–1763

Testbericht der 1:72 Figuren von Revell

Österreichische Artillerie, Siebenjähriger Krieg, 1756–1763, 1:72 Revell 02579.

Österreichische Artillerie des Siebenjährigen Krieges im Maßstab 1:72 von Revell, meisterhaft bemalt vom Figurenkünstler Benno de Groot. Kanonier Nr. 3, der Vormeister oder Geschützführer, gibt den Feuerbefehl, und Nr. 4 ist im Begriff, die Ladung der 3-pfündigen Kanone zu zünden, während Nr. 2 mit Wischer und Setzer und Nr. 5 mit dem Richtbaum bereitstehen. Hunderte erbeuteter österreichischer 3-Pfünder dieses Typs wurden von 1809 bis 1812 von der französischen Armee als Bataillonsgeschütze eingesetzt. Eine Abbildung einer österreichischen Pièce de 3 Livres findet sich auf Seite 41 des bekannten Buches L’Uniforme et les Armes des Soldats du Premier Empire von L.+F. Funcken. Das Figurenset der österreichischen Artillerie von Revell enthält genügend Geschütze und Bedienung, um drei Artilleriebataillone für das beliebte Spielsystem Volley & Bayonet aufzustellen.

Inhalt

22 Artilleristen in 15 Posen – 25 mm entsprechen 180 cm Körpergröße

Geschütz, Protze, und Pferde

Bewertung

Exzellente Themenwahl, diese österreichischen Artilleristen des Siebenjährigen Krieges sind im Maßstab 1:72 einzigartig. Angesichts der Qualität und Genauigkeit dieses Bausatzes besteht eigentlich kein Bedarf an einem weiteren, ähnlichen Set zu diesem Thema. Möglicherweise gäbe es Marktpotenzial für ein Set der österreichisch-niederländischen Artilleriebrigade, deren Uniformen Rabatten besaßen, wobei die fehlenden Rabatten hier ganz einfach aufgemalt werden können.

Historisch korrekte Posen. Dieses Figurenset enthält die erforderlichen Posen für drei verschiedene Tätigkeiten der Artillerie im Gefecht: Richten, Auswischen, und Abfeuern des Geschützes. Die sechs Kanoniere (Nr. 1 bis 6) sind in der korrekten Pose für jede der drei Darstellungen enthalten – ohne dass Umbauten nötig sind. Dieses Set setzt eindeutig den Industriestandard, an dem sich andere Sets der Artillerie messen müssen.

Die Kanoniere sind mit dem österreichischen Grenadiersäbel bewaffnet, der erst 1758 ausgehändigt wurde. Puristen könnten den Säbel gegebenenfalls durch einen Hirschfänger ersetzen, der vor 1758 zur Standardausrüstung gehörte.

Der stehende Kanonier/Handlanger ist die vielseitigste Figur des Sets. Er kann die Kanoniere Nr. 1 bis Nr. 6 darstellen, wenn diese gerade nicht mit ihren Aufgaben beschäftigt sind. Er könnte der Ladekanonier (Nr. 1) sein, der während des Abfeuern oder Richtens der Kanone in Grundstellung steht. Oder er stellt den Richtkanonier (Nr. 5) dar, der darauf wartet, dass die Kanone abgefeuert, bzw. nach dem Rücklauf wieder in ihre Feuerstellung gebracht wird. Vielleicht dient er aber auch als Handlander, bereit zum erneuten Richten des Geschützes.

Zufriedenstellende Gussqualität. Auffällige Gussnähte müssen vor dem Bemalen entfernt werden. Wir verwenden zu diesem Zweck das Rai-Ro ZEP-70 Wachsspachtelgerät.

Mit 180 cm Körpergröße fallen die Figuren leider viel zu groß, um österreichische Artilleristen jener Zeit darzustellen, die im Durchschnitt etwa 165 cm groß gewesen sein dürften. Tatsächlich galt 180 cm in der preußischen Armee als Gardemaß, und diese Riesen wären mit Sicherheit in der preußischen Grenadier-Garde gelandet.

Historische Verwendung

  • Österreichische Artillerie, 1758–1763
  • Französische Regimentsgeschütze »pièce de 3 livres«, 1809–1812

Interessante Umbauten

Bibliographie

Die österreichische Artillerie im Maßstab 1:72 von Revell ist ein Muss für Figurensammler des Siebenjährigen Krieges. Leider hat Revell diese beliebte Figurenreihe nie vollständig produziert, sodass Wargamer auf kompatible Truppen anderer Hersteller zurückgreifen müssen, um ihre Armeen zu vervollständigen.

Figuren des Siebenjährigen Krieges