Preußischer Generalleutnant Heinrich August, Freiherr de la Motte-Fouqué

Heinrich August, Freiherr de la Motte-Fouqué (spr. fūkē), preußischer General, geb. 4. April 1698 im Haag, gest. 3. Mai 1774 in Brandenburg, seit dem achten Jahre Page am Hof des Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau, machte mit diesem 1715 den Feldzug der Preußen gegen Karl XII. von Schweden mit, verließ 1738 den preußischen Dienst als Major, nahm dänische Dienste, beteiligte sich, von Friedrich II., mit dem er in näherer Verbindung stand, zurückgerufen, am Schlesischen Krieg und zeichnete sich besonders 1742 als Kommandant der Festung Glatz aus. Fouqué blieb bis 1756 Kommandant der Festung Glatz. In diese Zeit fällt auch die Festungshaft des am 28. Juni 1745 im preußischen Feldlager festgenommenen Freiherrn von der Trenck.

Am 23. Juni 1760 in einer Stellung, die er bei Landeshut gegen eigene Überzeugung auf Befehl des Königs eingenommen hatte, mit seinem aus kaum 10.000 Mann bestehenden Korps von 30.000 Österreichern unter Laudon gefangen, ward er zu Karlstadt in Kroatien bis nach erfolgtem Friedensschluss in Haft gehalten, nahm nach seiner Rückkehr keine militärische Stellung mehr an, sondern lebte als Dompropst in Brandenburg, von wo aus er mit Friedrich II. in lebhaftem Verkehr stand. Die »Mémoires du baron de la Motte-Fouqué« (Berl. 1788, 2 Bde.; deutsch von Büttner, das. 1788, 2 Bde.) enthalten Fouqués Briefwechsel mit Friedrich II. Seine Biographie schrieb sein Enkel Friedrich de la Motte-Fouqué (Berl. 1824); vgl. auch Bach, Die Grafschaft Glatz unter dem Gouvernement des Generals Heinrich August Freih. de la Motte-Fouqué 1742–1760 (Habelschwerdt 1885).

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Figuren des Siebenjährigen Krieges