Peenemünde

Peenemünde.

Peenemünde, Dorf auf der Insel Usedom im [ehem.] preußischen Regierungsbezirks Stettin, Kreis Usedom-Wollin, heute Świnoujście in der Woiwodschaft Westpommern in Polen, an der Peene und Ostsee; 400 Einwohner. Dabei lag sonst die 1759 geschleifte Peenemünder Schanze.

Fort Peenmünde wurde vom 14. bis 23. September 1757 von den Schweden belagert und eingenommen. Die gut 200 Mann starke preußische Besatzung kapitulierte. Von Januar bis März 1758 wurde Peenemünder Schanze wiederum von den Preußen belagert. Am 13. März explodierte das schwedische Pulvermagazin, nachdem es von glühenden Kugeln getroffen worden war, und die schwedische Besatzung von acht Offizieren und 179 Mann kapitulierte.

Im April 1758 unternahmen die Schweden einen Handstreich gegen die Peenemünder Schanze. Im Schutz der Nacht landeten die Angreifer in Booten an der Schanze und unternahmen eine Eskalade mit Sturmleitern, die von der preußischen Besatzung under Hauptmann von Reibnitz abgeschlagen wurde. Die Schweden hatten 16 Gefallene und 60 Gefangene zu beklagen; die preußische Besatzung zog wegen fortgesetzter schwedischer Truppenbewegungen am Juli 1758 aus der Schanze ab.

Anfang des Jahres 1759 wurde die Peenemünder Schanze von den Preußen blockiert und in der Folge erneut belagert. Das Bombardement begann am 8. April und bereits am darauffolgenden Tag traf eine preußische Granate das Hauptpulvermagazin. Die Explosion zerstörte Teile des Walls, tötete und verwundete zahlreiche Verteidiger, weshalb sich die Schweden am 10. April 1759 mit zehn Offizieren, 235 Mann, und 33 Geschützen ergaben. Friedrich II. befahl daraufhin die Schleifung der Peenemünder Schanze, um das fortwährende Hin-und-Her zu beenden.

Quelle: Pierer’s Universal-Lexikon 4. Auflage 1857–1865

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