Mayence

Das französische Mainz, 1792–1814

Napoleons Residenz in Mainz am Rhein, 1804–1813.

Der römische Feldherr Agrippa ließ 38 v. Chr. an der Mündung des Mains in den Rhein, an der Stelle einer früheren keltischen Siedlung, ein befestiges Winterlager anlegen. Von 14 bis 9 v. Chr. errichtete Drusus hier Castrum Mogontiacum, benannt nach Mogo, dem keltischen Gott des Lichts. Im 1. Jahrhundert bauten die Römer eine feste Steinbrücke, die Castrum Mogontiacum mit Castellum Mattiacorum (Kastel) am rechten Ufer des Rheins verband. Diese Brücke verfiel nach dem Untergang des Weströmischen Reiches, wurde von Kaiser Karl dem Großen Anfang des 9. Jahrhunderts noch einmal in Stand gesetzt und 813 durch Brandstiftung zerstört. Es sollte gut 1000 Jahre dauern, bis Mainz im Jahr 1862 wieder eine feste Brücke erhielt.

Der Brückenkopf

Im Jahr 1661 wurde die kaiserliche Festung Mainz mit dem befestigten Brückenkopf Kastel durch eine permanente Schiffbrücke mit 46 Kähnen verbunden. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig, 16. und 18.–19. Oktober 1813, zog Napoleon seine Grande Armée nach Mainz/Kastel zurück und ging vor den anrückenden Allierten Armeen über den Rhein. Teile des russischen Corps Langeron von Blüchers Schlesischer Armee blockierten Kastel und eröffneten nach Blüchers Rheinübergang bei Kaub die Belagerungsarbeiten gegen Mainz. Langerons Corps wurde schließlich vom 5. Deutschen Armeekorps unter Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha abgelöst und schloss sich im Februar 1814 wieder Blüchers Armee an.

Das Erzbistum Mainz

Friedrich Karl Joseph von Erthal, Erzbischof von Mainz, Kurfürst und Reichserzkanzler sowie Primas von Deutschland, floh 1792 aus Mainz, als französische Revolutionstruppen die Pfalz plünderten und die Stadt besetzten. Er kehrte 1793 zurück, floh jedoch 1794 erneut aus Mainz und überließ das linksrheinische Gebiet Frankreich. Der Erzbischof starb 1802 in Aschaffenburg; sein Nachfolger wurde Erzbischof Carl von Dalberg. Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses vom 25. Februar 1803 wurde das Erzbistum Mainz säkularisiert und Frankreich eingegliedert. Kaiser Napoleon I. unterhielt von 1804 bis 1813 eine Residenz in Mainz, und die Festung Mainz kapitulierte erst im April 1814 – nach der Besetzung von Paris – vor den Alliierten.

Mainz heute

Napoleons Residenz in Mainz, Hauptgebäude.
Napoleons Residenz in Mainz, Hauptgebäude.
Napoleons Residenz in Mainz, Nebengebäude.
Napoleons Residenz in Mainz, Nebengebäude.
Kurfürstliches Schloss und Tor an der Großen Bleiche, links; Straße in der Mainzer Altstadt, rechts.
Kurfürstliches Schloss und Tor an der Großen Bleiche, links; Straße in der Mainzer Altstadt, rechts.
Mainzer Dom, 978–1009 erbaut, links; Kirche St. Peters, 1756 fertiggestellt, rechts.
Mainzer Dom, 978–1009 erbaut, links; Kirche St. Peters, 1756 fertiggestellt, rechts.
Reduttkaserne in Mainz-Kastel, befestigter Brückenkopf am Rhein.
Reduttkaserne in Mainz-Kastel, befestigter Brückenkopf am Rhein.
Romanischer Turm am  Holturm, links; Eisenturm auf der Rheinstraße, rechts.
Romanischer Turm am Holzturm, links; Eisenturm auf der Rheinstraße, rechts.
Restaurants auf der Rheinstraße in Mainz.
Restaurants auf der Rheinstraße in Mainz.
Rochusstraße, Ecke Holzhofstraße in Mainz.
Rochusstraße, Ecke Holzhofstraße in Mainz.
Tor der Zitadelle Mainz.
Tor der Zitadelle Mainz.
Doppelkompaniekaserne in der Zitadelle Mainz.
Doppelkompaniekaserne in der Zitadelle Mainz.
Plan of the Citadel.
Plan der Zitadelle Mainz.

Viele der historischen Gebäude, Kirchen, Schlösser und Festungswerke der Stadt Mainz wurden aufwendig restauriert. Die engen Gassen der Altstadt und die Rheinpromenade sind beliebte Touristenattraktionen.

Historische Orte