Lahn
Lahn (Plätt), 1) dünner, zwischen Walzen platt gedrückter (geplätteter) Gold-, Silber- oder leonischer Draht zur Herstellung von Flittern, Lametta, zum Umwickeln von Seidenfäden (Gold- und Silbergespinste), für Borten (Lahnborten), Fransen, Quasten etc. Vgl. Bortenweberei.

Lahn, 2) rechter Nebenfluss des Rheins, entspringt im Keller des Forsthauses zu Lahnhof am Jagdberg im Rothaargebirge, im [ehem.] preußischen Regierungsbezirk Arnsberg, nahe der Eder- und Siegquelle, in 602 m Höhe, fließt bis Kölbe östlich, von hier südlich bis Gießen, dann südwestlich und mündet, nachdem sie in zahlreichen Windungen den Regierungsbezirk Wiesbaden, Taunus und Westerwald voneinander scheidend, durchflossen, zwischen Ober- und Niederlahnstein in den Rhein. Ihre Länge beträgt 218 km, die direkte Entfernung von der Quelle bis zur Mündung indessen nur 80 km. Die schiffbare Länge von der Mündung bis Gießen, noch unvollständig kanalisiert, beläuft sich auf 145,1 km, die geringste Tiefe beträgt 1 m. Nebenflüsse sind rechts die Dill, der Elb- und der Gehlbach aus dem Westerwald, links die Ohm vom Vogelsberg und die Weil, Ems und Aar aus dem Taunus. Das zum Teil sehr enge Lahntal ist reich an wechselnden Naturschönheiten, sehenswert auch wegen des kunstvollen Baues der durch dasselbe geführten Eisenbahn von Oberlahnstein nach Wetzlar.
1796 fanden zwischen dem Erzherzog Karl von Österreich und dem französischen General Jourdan an der Lahn mehrere Gefechte statt, infolge deren sich die Franzosen auf das linke Rheinufer zurückziehen mussten.
Bibliographie
- Buchner: Führer durch das Lahntal (Gießen 1891)
- Roth-Luerssen: Führer durch das Lahntal (Gießen 1902)
- Schneider: Führer durch das Lahntal (Marb. 1901)
- Spieß: Das Lahntal (Ems 1866)
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909