Kura
Kura (Kur), 1) Fluss in Ziskaukasien, entspringt im Kreis Pjätigorsk der Provinz Terek, fließt durch den südlichsten Teil des Gouvernements Stawropol und verliert sich nach 100 km langem Lauf in der Steppe.
Kura, 2) Größter Fluss Transkaukasiens (im Altertum Kyros, armenisch Gur, pers. und arab. Kur, tatar. Kjur, georg. Mtkwari), entspringt in der Provinz Kars am Kisik Dagh, 2678 m ü. M., wird anfangs von Bergzügen eingeengt, durchzieht in südöstlicher Richtung die Gouvernements Tiflis, Jelissawetpol und Baku, wo er in ein ödes Steppengebiet tritt, und mündet in mehreren Armen ins Kaspische Meer. Die Länge des Stromlaufs beträgt 1300 km, das Stromgebiet 155.000 km². Seine bedeutendsten Nebenflüsse sind links Liachwa, Aragwa, Jora mit Alasan, rechts der dem Hauptstrom ebenbürtige Aras (s. d.). Flößbar ist der Kura von Borschom an auf 1000 km, für Boote fahrbar von der Mündung der Jora (553 km), für Dampfer von der Mündung des Aras (207 km). Die Verpachtung der Fischereien bei Saljany und Boschij Promysl trägt dem Staat jährlich über 1 Mill. Rubel ein. Die wichtigsten Plätze an den Ufern sind Ardagan, Gori, Mzchet, Tiflis und Dschewat. S. Karte »Kaukasien«.
Das russische Infanterie-Regiment Kurinski, am 29. Dezember 1802 aus Abgaben der Astrachaner Grenadiere sowie der Infanterieregimenter Jaroslawl, Wiborg und Nascheburg auf der ionischen Insel Korfu aufgestellt und seit 1806 Kurinsker Musketier-Regiment genannt, diente 1812 in der 15. Infanterie-Division unter Generalmajor Fjodor Wiktorowitsch Nasimow im Armeekorps des Generalleutnants Jewgeni Iwanowitsch Markow der 3. Reserve-Beobachtungsarmee des Generals der Kavallerie Alexander Petrowitsch Tormassow.
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909