Kumyken

Kumyken (veraltet Kumüken, Kumücken), türkisch-tatarischer Volksstamm in Kaukasien, vielleicht Nachkommen und Reste der Chasaren, zwischen den Flüssen Terek und Sulak längs des Kaspischen Meeres bis nach Derbent hin, im transkaukasischen Dagestan (1897: 60.838) und im Terekgebiete (31.519) wohnhaft. Sie sind sunnitische Muslime. Sie leben von Viehzucht (namentlich Schafe) und Fischfang, wenden sich aber in neuerer Zeit mehr dem Ackerbau (mit künstlicher Bewässerung) zu und bauen Reis, Hirse, Weizen, seit jüngerer Zeit auch Krapp und Wein. Die Männer verfertigen Waffen, die Frauen weben aus Gold- und Silberstoffen Besätze und Bänder. Nachdem die Kumyken sich bereits 1559 Russland unterworfen, 1604 aber wieder befreit hatten, unterwarfen sie sich 1722, als Peter I. seinen Zug nach Persien ausführte, von neuem.

Quelle: Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon, 5. Auflage 1911

Figuren des Mittelalters