Jekaterinburg

Jekaterinburg (Ekaterinburg, Katharinenburg), Kreisstadt und ehemalige Festung im ostrussischen Gouvernement Perm, liegt malerisch an den Ufern des Isset und am Ostrand des mittleren Urals, 250 m ü. M., Knotenpunkt der Eisenbahnen Perm-Jekaterinburg-Tjumen und Jekaterinburg-Tscheljabinsk, hat breite und gerade Straßen, 15 griechisch-katholische, eine lutherische, eine römisch-katholische Kirche, ein jüdisches und ein muslimisches Bethaus, drei Gymnasien, eine Bergschule, ein Theater und (1897) 55.488 Einwohner. Die Stadt ist Sitz eines Oberbergamtes und überhaupt der Mittelpunkt des uralischen Berg- und Hüttenwesens; sie besitzt einen Münzhof für Kupfergeld, einen Kaufhof, die Sibirische Handelsbank und andere Banken, eine staatliche Steinschleiferei und zahlreiche Fabriken.
Jekaterinburg wurde 1721 von Peter d. Gr. gegründet und zu Ehren seiner Gemahlin Katharina I. benannt. – Der Kreis Jekaterinburg hat eine ansehnliche Mühlenindustrie, zahlreiche Goldwäschereien, Hüttenwerke und Eisengießereien. Die im Kreis lebenden Baschkiren sind ausgezeichnete Bienenzüchter; die übrigen Bewohner treiben Viehzucht, arbeiten in den Bergwerken und verfertigen Holzkasten und Räder.
Das russische Infanterie-Regiment Jekaterinburg diente 1812 in der 23. Division unter Generalmajor Alexei Nikolajewitsch Bachmetjew im IV. Armeekorps des Generalleutnants Graf Alexander Iwanowitsch Ostermann-Tolstoi in der 1. Westarmee des Generals der Infanterie Michail Bogdanowitsch Fürst Barclay de Tolly.
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909