Katharina I., Alexejewna, Kaiserin von Russland

Katharina I., Alexejewna, Kaiserin von Russland, geb. 15. April 1679 (1684?) vielleicht zu Jakobstadt in Kurland aus der litauischen Familie Skawronsky, gest. 17. Mai 1727. Sie kam 1683 als Waise zu dem Propst Glück zu Marienburg in Livland, der sie im protestantischen Glauben erzog. Dort heiratete sie 1702 einen schwedischen Dragoner, der bald darauf ins Feld zog. Als Marienburg von den Russen eingenommen wurde (August 1702), ward Katharina als Gefangene die Geliebte Menschikows. Darauf nahm sie Peter d. Gr. zu sich. Sie trat 1703 zur griechischen Kirche über, wobei sie von ihrem Paten, dem Zarewitsch Alexei, den Namen Katharina Alexejewna erhielt. Katharina gebar dem Zaren von 1706–1709 drei Töchter: Katharina, die früh starb, Anna, später an den Herzog von Holstein vermählt und Mutter Peters III., und Elisabeth, später Kaiserin von Russland, und mehrere Söhne, die früh starben. Die Verdienste, die sich Katharina bei Gelegenheit des Feldzugs am Pruth 1711 erwarb, bewogen Peter, sich am (19. Febr.) 1. März 1712 mit Katharina trauen zu lassen; 1724 fand ihre Krönung in Moskau statt. Als Peter 8. Febr. 1725 starb, bestieg sie, unterstützt von Menschikow, den Thron, der eigentlich dem noch unmündigen Enkel Peters, Peter (II.) Alexejewitsch, gehört hätte. Sie regierte im wesentlichen im Sinne Peters, eröffnete die Akademie der Wissenschaften, beschränkte die Macht des Senats durch Errichtung des Obersten Geheimen Rats und suchte sich durch Steuernachlässe beliebt zu machen.

Bibliographie

  • Arssenjew: Die Kaiserin Katharina I. (russ., Petersb. 1856)
  • Brückner: Der Briefwechsel Peters d. Gr. mit Katharina (im »Historischen Taschenbuch«, 1880)
  • Kostomarow: Katharina I. (in »Das alte und neue Rußland«, 1877, Nr. 2)
  • Michnewitsch: Lieblinge (russ., Petersb. 1885)
  • Mottley: History of the life and reign of Catherine I. (Lond. 1744, 2 Bde.)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Figuren des Großen Nordischen Krieges