Turban

Paschtunische Jezail-Schützen mit Turbanen, 25 mm Zinnfiguren Ral Partha 88-111

Turban (pers. dulbend, ital. turbante), die bei den Muslimen übliche Kopfbedeckung, eine Kappe (Kullah), die mit einem Stück Musselin oder Seide umwunden ist, die Kappe gewöhnlich rot, die Umwindung weiß, ausgenommen bei den Sayyids und Scherifen, denen ausschließlich eine grüne bzw. schwarze Umwindung zusteht. Der Turban des Sultans war sehr dick, mit drei Reiherbüschen (Aigretten) nebst vielen Diamanten und Edelsteinen geziert. Der Großwesir hatte auf seinem Turban zwei Reiherbüsche; andere Beamte und Befehlshaber, die Paschas u. dgl. erhielten einen als Auszeichnung. Seit 1892 ist der Turban in der Türkei bei der Beamtenwelt und den unter dem Einfluss der europäischen Kultur Stehenden durch das Fes, in Persien durch das Kullah verdrängt, und vorschriftsmäßig ist er nur noch bei den Mullahs (Geistlichen).

Paschtunen vom Stamm der Wasir und Afridi bevorzugten dunkelrote und dunkelblaue Turbane. Schwarze und graue Turbane, z.B. auch mit weißen Nadelstreifen, scheinen bei Taliban-Kämpfer ziemlich beliebt zu sein.

Der Turban der britisch-indischen Sepoys war seit 1883 khaki mit einem Streifen in der Abzeichenfarbe und khakifarbenen Fransen. Muslimische Sepoys trugen Turbane mit roter, blauer, schwarzer, oder grüner Kullah, passend zur Abzeichenfarbe ihres Regiments.

Die Fellverbrämung an Bügelhelmen des 18. und 19. Jahrhunderts wird oft ebenfalls als Turban bezeichnet.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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