Santiago-Orden, 1170

Kreuz des Santiago-Orden an einem Kloster in Granada

Orden des heiligen Jakob vom Schwert, spanischer Orden (Orden militar de Santiago de Espada), entstand, als sich zum Schutz der nach Santiago de Compostela Pilgernden 1170 dreizehn Ritter nach Art der Templer verbanden, welchen Ritterbund König Ferdinand II. von Leon und Galicien genehmigte, Papst Alexander III. 5. Juli 1175 bestätigte. Der Orden hatte einen Großmeister, der von dem Kollegium der Dreizehn (los trezes) gewählt wurde; nur die Ritter legten die klösterlichen Gelübde ab. Der Orden, der sich auch der Spitalpflege widmete, machte sich in den Kämpfen gegen die Mauren und der spanischen Könige gegeneinander hochverdient um Fürst und Vaterland, wurde jedoch bald so mächtig, dass er den Fürsten Besorgnisse einflößte.

Eine Bulle Alexanders VI. von 1493 stellte deshalb die Verwaltung des Ordens unter die Aufsicht der Könige von Spanien, und eine weitere Bulle Hadrians VI. von 1522 verband das Großmeistertum für alle Zeiten mit der Krone von Spanien. Karl V. setzte einen Ordensrat ein. Der Orden, der bislang strengen Satzungen gefolgt, obgleich die Ritter schon 1180 die Erlaubnis erhalten hatten, sich zu verheiraten, wurde lockerer und ist heute nur noch ein Hoforden mit geistlichem Gepräge; er fordert 16 Ahnen väterlicher- und mütterlicherseits, teilt seine Mitglieder in Caballeros profesos und Caballeros novicios und umfasst drei Klassen (Großkreuze, Kommandeure und Ritter). Die Dekoration besteht in einem ovalen goldenen Schild, in dem das Santiago- oder Jakobskreuz (ein breites rotes Schwert mit zwei Lilienarmen und Griff in Form eines Herzens) steht; diese Dekoration wird gewöhnlich im Knopfloch an rotem Band, bei Festen an dreifacher goldener Kette um den Hals getragen, dazu ein weißer Ordensmantel mit dem Kreuz aus rotem Tuch, das anfangs die einzige Dekoration bildete. Der Orden steht jetzt an der Spitze der vier sogen. Militärorden Spaniens.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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