ISU-122 Panzerjäger

Testbericht des 1:100 Modells von Roskopf

Sowjetisches ISU-122 Sturmgeschütz und Jagdpanzer, 1:100 Roskopf 8

Dieser ISU-122 Panzerjäger im Maßstab 1:100 von Roskopf hat für sein abgebrochenes »Dashka« Maschinengewehr einen neuen Kühlmantel aus 1 mm Ø Polystyrolrohr und einen neuen Lauf aus 0.5 mm Ø Federstahldraht erhalten. Die ebenfalls aus Polystyrolrohr selbstgebaute Mündungsbremse M.1946 wird ersetzt, sobald ein Eigenbau der komplizierteren Mündungsbremse M.1938 gelingt. Die angegossenen Handgriffe an den Seiten und der oberen Rückwand des Panzeraufbaus sind bereits abgeschliffen, sie werden durch realistische Griffe aus 0.3 mm Federstahldraht ersetzt.

Roskopf legte 1965 drei Modelle der sowjetischen schweren Panzer KV-1, KV-2, und KV-85, im Maßstab 1:100 neu auf, und verwendete deren gemeinsames Fahrgestell außerdem für das SU-152 Sturmgeschütz und den ISU-122 Panzerjäger. Dieser einfache Umbau – eine neue Kasematte auf ein bereits vorhandenes Panzerfahrgestell zu setzen – funktioniert beim SU-152 gut; ein originalgetreues Modell des ISU-122 hätte indes eines Fahrgestells des Stalinpanzers (IS) bedurft. Von vorne und von der Seite betrachtet, sieht dieser »was wäre wenn« ISU-122 überzeugend genug aus für unsere Wargaming-Zwecke, aber die Konfiguration der hinteren Motorabdeckung verrät die Herkunft des KV Fahrgestells.

Die von Roskopf verwendete Mündungsbremse mit doppelter Schallwand gehört zum ISU-122-2, der mit der berühmten 122 mm Kanone L.46 D-25S bewaffnet war und die Bezeichnung ISU-122S erhielt. Frühere ISU-122, mit der 122 mm Kanone L.46.3 A-19S, besaßen keine Mündungsbremse. Der Umbau vom ISU-122S zum ISU-122 erfordert also nur einen kleinen Schnitt.

Inhalt

Bewertung

Fertigmodell mit guten Details. Die unter dem Fahrgestell montierten Teppichrollen sollten entfernt werden, damit der ISU-122 Panzerjäger ordentlich auf seinen Ketten sitzt. Die Löcher im Unterboden schließt man ganz einfach mit 0,25 mm Polystyrolplatten aus Joghurtbechern.

Der ISU-122S besaß eine kugelförmige Rohrwiege und eine gerundete Rohrblende, die am Modell von Roskopf leider ganz anders ausgeführt wurden. Streng genommen eignen sich diese beiden Bauteile nicht einmal für den früheren ISU-122, aber der Fehler fällt bei diesem Typ weniger auf. Es empfiehlt sich also, die Mündungsbremse abzutrennen und das Modell als ISU-122 zu verwenden. Die gepanzerte Kasematte des ISU-122 fällt zu schmal aus, sie müsste eigentlich bis fast an den Rand der Kettenabdeckung heranreichen. Dieser Fehler lässt sich nur mit großem Aufwand beheben, indem man die Kasematte von Grund auf neu baut.

Das DschK Maschinengewehr ist ein ziemlich robustes, vereinfachtes und überdimensioniertes Modell des Originals. Viele antike Modelle von Roskopf werden mit verbogenen oder abgebrochenen Maschinengewehren angeboten, deren Kühlmäntel und Gewehrläufe mit 1 mm Ø Polystyrolrohr und 0,5 mm Ø Federstahldraht gut repariert werden können. Eine weitere interessante Option ist der Eigenbau des DSchK Maschinengewehrs.

Kompatibel mit Battlefront Miniatures (Flames of War, Team Yankee), Essex Miniatures, Eureka Miniatures, Forged in Battle, Irregular Miniatures, Old Glory, Peter Pig, Plastic Soldier Company, Skytrex (Command Decision), Wargames Factory, Quality Castings, Quick Reaction Force (QRF), Zvezda, und vergleichbaren 15/18 mm Figuren im Maßstab 1:100.

Mögliche Umbauten

  • ISU-122 M.1944 Sturmgeschütz ohne Mündungsbremse
  • KV-1 Bergepanzer ohne Kasematte

Das Roskopf-Modell des ISU-122S Panzerjägers M.1945 eignet sich am besten für Wargamer, die über das falsche Fahrgestell und die unrealistische Rohrwiege hinwegsehen können. Der ISU-122S sieht nach dem Bemalen gut aus, und bietet ein besseres Preis-/Leistungsverhältnis als viele vergleichbare Bausätze aus Metall oder Resin im Maßstab 1:100 für 15/18 mm Figuren.

ISU-122 Sturmgeschütz