Spartaner, 530–479 v. Chr.
Testbericht der 1:72 Figuren von Zvezda

Die antiken Spartaner im Maßstab 1:72 von Zvezda liefern einen spartanischen König, einen Offizier, Spielleute, 30 Hopliten, und drei helotische Staatssklaven in überzeugenden Wargame-Posen.
Inhalt
41 Figuren in 12 Posen – 24 mm entsprechen 173 cm Körpergröße
- Spartanischer König mit Glockenpanzer, Xiphos und Aspis (1)
- Spartiatischer Offizier mit Kopis und Opferziege (1)
- Spartiatischer Salpinktes mit Salpinx (1)
- Spartiatischer Aulet mit Doppelflöte (1)
- Spartiatischer Hoplit mit Dory und Aspis, stehend (6)
- Spartiatischer Hoplit mit Dory und Aspis, erstes Glied (6)
- Spartiatischer Hoplit mit Dory und Aspis, stoßend (6)
- Spartiatischer Hoplit mit Dory und Aspis, drittes Glied (6)
- Spartiatischer Hoplit mit Xiphos und Aspis, laufend (3)
- Spartiatischer Hoplit mit Xiphos und Aspis, stoßend (3)
- Spartiatischer Hoplit mit Xiphos und Aspis, verwundet (1)
- Spartanischer Helot (3)
Bewertung
Exzellente Themenwahl, die Spartiaten im Maßstab 1:72 von Zvezda tragen den bronzenen Glockenpanzer, der vom Spartanischen Krieg gegen Hippias bis zur Zweiten Persischen Invasion Griechenlands in Gebrauch war, und dann vom leichteren und bequemeren Linothorax abgelöst wurde, der den gleichen wirksamen Schutz gegen Pfeile bot.

Die mit dem Speer bewaffneten Hopliten fügen sich gut zu einer Phalanx zusammen. Ein gravierendes Problem ist allerdings, dass alle Schilde der Hopliten mit griechischen Schildzeichen verziert sind. Für Freunde von Spielzeugsoldaten mag das perfekt sein, aber nicht für Wargamer, die mit bemalten Truppen spielen möchten. Diese Schildzeichen tragen zu dick auf, um mit dem Maßstab 1:72 kompatibel zu sein, sie sind schwer zu bemalen und schränken die Einsatzmöglichkeiten dieser Figuren stark ein. Es gibt inzwischen wunderschöne Nass-Abziehbilder von griechischen Schildzeichen, die an diesen Figuren leider erst nach dem mühsamen Entfernen der applizierten Motive verwendet werden können.
Die individuellen Schildzeichen in diesem Sets können für Spartiaten bis 480 v. Chr. verwendet werden, als das spartanische Heer das einheitliche Lambda-Schildzeichen (Λ) einführte. Zu dieser Zeit war der bronzene Glockenpanzer bereits durch den Linothorax ersetzt worden.

Diese drei Hopliten haben ihren Speer verloren und kämpfen nun mit dem Xiphos weiter. Es sind wirklich schöne und aktive Posen, die leider nicht in die selbe Phalanx passen wie die vorherigen vier Hopliten. Wenn ein Speer zerbrach oder die Speerspitze von einem Gegner abgehackt wurde, drehte der Hoplit den Speer um und kämpfte mit dem Sauroter („Echsentöter“) am hinteren Ende des Speers weiter. Wargamer, die 16 oder 24 Phalangiten für eine Phalanx benötigen, werden die beiden mittleren Posen also ebenfalls mit dem Dory nachrüsten wollen.
Der verwundete Spartiat ist höchst unglücklich getroffen worden: ein Pfeil hat den großen Aspisschild auf unerklärliche Weise umgangen, der normalerweise die linke Körperseite optimal schützt, und ist dann durch den Glockenpanzer durchgeschlagen. Historische und experimentelle Belege deuten darauf hin, dass ein persischer Pfeil unter normalen Gefechtsbedingungen gar nicht in der Lage war, einen bronzenen Glockenpanzer zu durchdringen. Persische Pfeilspitzen – oft dreischneidig (trilobat) und aus Bronze oder Eisen gefertigt – waren eher dafür ausgelegt, tiefe Wunden in Weichgewebe oder leichterer Rüstung zu verursachen, als schwere Panzerplatten zu durchdringen. Da die griechischen Hopliten wussten, dass ihre Panoplia sie zwar vor tödlichen Treffern, nicht aber vor lästigem Pfeilbeschuss schützten, griffen sie typischerweise im Laufschritt (Hoplitodromos) an, um die Distanz schnell zu überbrücken und sich so dem Pfeilhagel möglichst wenig auszusetzen.
Der helotische Staatssklave ist eine interessante Ergänzung dieser Figurengruppe. Die Heloten, zumeist Nachkommen der unterworfenen Bevölkerung Lakoniens und Messeniens, verrichteten in Sparta die gesamte Landwirtschaft, Bauarbeiten und sonstige körperliche Arbeit, damit sich die Spartiaten voll auf ihre militärische Ausbildung und den Kriegsdienst konzentrieren konnten. Sie waren den spartanischen Bürgersoldaten zahlenmäßig weit überlegen, und Sparta erlebte drei große Helotenaufstände sowie mehrere kleinere Verschwörungen. Heloten dienten ihren Hoplitenherren auf Feldzügen häufig als Träger, Fouriere, Sanitäter und Plänkler. In Zeiten akuten Soldatenmangels wurden Heloten sogar als schwere Infanterie (Brasideoi, Neodamodeis) ausgebildet – eine Praxis, die die Spartaner während des nächsten Helotenaufstands bitter bereuen sollten.
Auffällige Gussnähte müssen vor dem Bemalen entfernt werden.
Aus fleischfarbenem Kunststoff gefertigt, eignen sich die Spartaner hervorragend für das Speedpainting durch Tauchen.
Historische Verwendung
- Spartiaten
- Spartas Krieg gegen Hippias, 511–510 v. Chr.
- Kleisthenische Reformen, 508–507 v. Chr.
- Boiotischer Krieg, 506 v. Chr.
- Ionischer Aufstand, 500–494 v. Chr.
- Krieg gegen Argos, 494 v. Chr.
- Erste Persische Invasion Griechenlands, 492–490 v. Chr.
- Zweite Persische Invasion Griechenlands, 480–479 v. Chr.
- Griechische Infanterie, 5. bis 4. Jahrhundert v. Chr.
Interessante Umbauten
Die Spartaner von Zvezda sind ein Muss für Wargamer und Sammler der klassischen Periode des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr.