Schlacht bei Hochkirch
14. Oktober 1758

In der Schlacht bei Hochkirch am 14. Oktober 1758 überfiel Feldmarschall Daun das preußische Feldlager beim Dorf Hochkirch, 11 km südöstlich von Bautzen, in einem siegreichen Nachtgefecht.
Nach der Schlacht bei Zorndorf eilte Friedrich II. nach Sachsen dem hart bedrohten Prinzen Heinrich zu Hilfe, konnte aber den bedächtigen Gegner erst dadurch aus seiner festen Stellung bei Stolpen herauslocken, dass er sich gegen die Lausitz wandte. Daun nahm bei Löbau mit 65.000 Mann abermals eine feste Stellung; der König lagerte sich mit 30.000 Mann ihm in geringer Entfernung gegenüber in einer von den Österreichern völlig beherrschten Position, beschloss aber in Erkenntnis seiner gefährlichen Lage einen Angriff auf das Korps des Prinzen von Baden-Durlach für die Nacht vom 14. bis 15. Oktober. Daun begann den gut vorbereiteten, von Laudon empfohlenen Überfall 14. Okt. früh 5 Uhr. Im preußischen Lager entstand große Verwirrung; die Schlaftrunkenen wurden zu Hunderten in ihren Zelten niedergemacht, und die große, die Dorfstraße beherrschende Batterie genommen. Zwar ordneten sich schnell einige Regimenter und leisteten den entschlossensten Widerstand, allein der dichte Nebel verhinderte jedes Zusammenwirken. Hochkirch wurde genommen und ging in Flammen auf. Vom Gottesacker aus suchten die Preußen das Dorf vergeblich wiederzuerobern. Der Feldmarschall Keith und der Prinz Franz von Braunschweig fielen, und der König, selbst leicht verwundet, zog den rechten Flügel auf die Höhe von Drehsa zurück und stellte hier seine Truppen in Schlachtordnung; aber auch der linke Flügel befand sich schon in Verwirrung, und deshalb wurde der allgemeine Rückzug in ziemlicher Ordnung ausgeführt.
Auf den Kreckwitzer Höhen, nur eine Stunde vom Schlachtfeld, nahm der König Position, und Daun, der auch bedeutenden Verlust erlitten hatte, wagte keinen Angriff, wie er überhaupt nur wenig Vorteil aus dem errungenen Sieg zog. Die Preußen hatten 9000 Mann, 101 Kanonen, 30 Fahnen, sämtliche Munitions- und Packwagen verloren, die Österreicher 6000 Mann, zehn Kanonen und drei Fahnen.
Bibliographie
- Hohenemser: Kritik der Quellen zur Schlacht bei Hochkirch (Heidelb. 1890)
- Robitschek, Hochkirch, eine Studie (Wien 1904)
- Treuenfest, v.: Überfall von Hochkirch 14. Okt. 1758 (Hochkirch 1897)
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909